Baugrundstücke Hambergen will neues Baugebiet

In Hambergen gibt es kaum Bauflächen. Die Gemeinde will mit der Volksbank deshalb neue Grundstücke eröffnen. Der Plan stößt auf erste Kritik.
03.09.2019, 15:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen

Hambergen. Ratsmitglieder haben es heute nicht leicht. Manchmal werden sie für eine Arbeit gescholten, die sie noch nicht aufgenommen haben. Und im Prinzip wissen sie schon vorab: Egal, was sie entscheiden, es wird in den Augen vieler Bürger falsch sein. Jedenfalls scheint das Frauke Schünemann (SPD) so zu empfinden. „Wir kommen jetzt erst ins Spiel“, wehrte sie sich gegen Vorwürfe aus der Bürgerschaft. Unter Beobachtung von etwa 50 anwesenden Anwohnern hoben die Mitglieder des Umwelt-, Wege-, Bau- und Planungsausschusses der Gemeinde Hambergen geschlossen ihre Finger zur Eröffnung eines B-Plan-Verfahrens.

Es geht dabei um ein Baugebiet, das die Volksbank in einer Verlängerung der Straße Windhornsfeld entwickeln will. Das Projekt sei mit der Zeit gereift, erklärte Bürgermeister Gerd Brauns. Und Jan Mackenberg, Vorstand der Bank, erklärte, es gehe dabei nicht nur um Profit. Als Genossenschaftsbank wolle man auch Gemeinden wie Hambergen bei der Entwicklung helfen. Auf der bisherigen Ackerfläche könnten wohl an die 37 Bauplätze entstehen. Die Volksbank hat das Planungsbüro Instara beauftragt, entsprechende Pläne zu erarbeiten.

Susanne Thein von Instara präsentierte erste Entwürfe. Demnach könnte eine U-förmige Straße das Gebiet erschließen, die am Windhornsfeld und Auf dem Kamp anschließt. Zunächst sind nach diesem Plan auch zweistöckige Gebäude mit einer Länge von maximal 30 Metern und einer Höhe von 11,50 Metern erlaubt. Diese Möglichkeit für die Realisierung von kleineren Wohnungen habe die Gemeinde bewogen, das Vorhaben positiv zu begleiten.

Es gebe in Hambergen kaum noch freie Grundstücke für Bebauung. „Wir wissen, dass in der Gemeinde Wohnungen für kleine Familien, Singles und Senioren fehlen“, sagte Bürgermeister Gerd Brauns. Er betonte wie Jan Mackenberg, dass es noch keinen fertigen Plan gibt. „Es ist noch nichts entschieden.“ Auch werde es eine Bürgerinformationsveranstaltung geben, bei der alle Bedenken und Wünsche diskutiert werden könnten, teilte er weiter mit.

In der Bürgerfragestunde kam bereits erste Kritik auf. „Mit unserer Ruhe ist es dann vorbei. Wir werden mehr Verkehr haben, und das will ich nicht“, sagte eine Anwohnerin. Andere deuteten an, dass ihnen gerade Pläne für größere Gebäude nicht lieb sind. In einem Gebiet, in dem es derzeit meist einstöckige Häuser gibt, passten die nicht ins Bild. Dabei wird von anderen gerade die Schaffung von günstigen Wohnungen gefordert, was größere Gebäude erfordert. Kritisiert wurde auch, dass 50 Bäume am Rande der Fläche der Kettensäge zum Opfer fallen dürften. Sie sind nicht als Wald zu betrachten und wären rechtlich nicht geschützt. Dazu meinte ein Bürger, die Gemeinde Hambergen hätte die Planung selber in die Hand nehmen müssen und dürfe sie nicht einer Bank überlassen.

Gerd Brauns erklärte, eine Gemeinde wie Hambergen sei finanziell kaum in der Lage, ein solches Baugebiet selber zu entwickeln. Auch jetzt hätten die Ratsmitglieder Möglichkeiten, die Entwicklung zu steuern. So etwas könne im Bebauungsplan oder einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Noch schwieriger sei die Schaffung von sozial gefördertem Wohnraum. Den Einwand, das dürfe nicht vom Geld abhängen, wies er zurück. Die finanziellen Mittel müssten schließlich vorhanden sein. Und bei den Bäumen müsse gesehen werden, ob sie erhalten werden könnten. Alle könnten aber vermutlich nicht gerettet werden.

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