Museumsanlage im Wandel

Neue Ideen fürs Museum

1980 beginnt die Geschichte der Museumsanlage in Ströhe-Spreddig. Die in Eigenleistung errichteten Gebäude werden vom Heimatverein gepflegt, doch Besitzer ist die Gemeinde Hambergen - die sich nun umschaute.
28.10.2020, 05:38
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Neue Ideen fürs Museum
Von Brigitte Lange

Hambergen. Die Mitglieder des Heimatvereins Ströhe-Spreddig haben sich durch die Pandemie nicht ausbremsen lassen. Stattdessen haben sie in den vergangenen Monaten ihre Ärmel hochgekrempelt, es angepackt und einiges im Museum bewegt. Die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Senioren, Sport und Kultur der Gemeinde Hambergen schauten sich um. Ihre Reaktion: positiv.

Einen ersten Hinweis darauf, dass sich was auf dem Gelände tut, waren die Baken am Eingang zur Anlage. Sie sollten Besucher davor schützen, in die Baustelle zu stolpern. Denn auf dem Gelände wird ein Weg gepflastert. Einer, dessen Oberfläche so eben ist, dass er ohne Probleme auch von Menschen mit Gehhilfe oder Rollator genutzt werden kann. Denn das einst großflächig verlegte Kopfsteinpflaster zwischen großer Scheune und Heimathaus besteht aus Feldsteinen, sieht schmuck aus, kann aber zum Problem werden, bemerkte Bürgermeister Gerd Brauns: „Ich habe hier bereits unschöne Situationen gesehen.“ Seit Beginn der Museumsanlage, die ab 1980 von Bürgern in Eigenleistung errichtet wurde, hätten sich die Zeiten geändert. Der neue Weg trägt dem nun Rechnung.

Auch im Obergeschoss des Heimathauses hat sich was getan. Bislang erwartete Museumsbesucher unter den Dachsparren eine große, dicht an dicht gestellte, unüberschaubare Sammlung von längst in Vergessenheit geratenen Alltagsgegenständen. Selbst Vereinsmitglieder wussten nicht mehr bei allen, welchem Zweck sie dienten. „Aber vieles erklärt sich selbst“, sagte der Vorsitzende Ludger Kalmer. Dieses Jahr haben die Vereinsmitglieder das Obergeschoss nun entrümpelt. Gemäß dem Motto: „Weniger ist manchmal mehr.“ Was nicht benötigt wurde, sei eingelagert worden, informierte der Vereinsvorsitzende. Die Stücke, die geblieben sind, hätten sie nach Themen sortiert. So stehen nun beispielsweise alle Geräte, die mit Milch und ihrer Verarbeitung zu tun haben, zusammen. Das Gleiche gilt für das Thema Torf. In großen Vitrinen liegen Werkzeuge aus Tischlereien, vom Schuster und anderen Handwerksbetrieben. „Was uns für die Vitrinen noch fehlt, ist eine Beleuchtung“, so Kalmer. Einen Eindruck davon, wie einst die Klassenzimmer oder auch Schlafzimmer aussahen, bekommen die Besucher ebenfalls unterm Dach.

Den Politikern, die voll des Lobes für die Anlage waren, berichtete der Vorsitzende aber auch, dass die Pandemie ihre Spuren hinterlassen habe. So fehlten die Einnahmen aus den Veranstaltungen. „Wir müssen mit unserem Budget haushalten“, sagte Kalmer. Und zu tun gebe es immer viel. So sollen im nächsten Jahr als Ersatz für Bäume, die durch einen Pilz eingegangen sind, neue Obstbäume gepflanzt werden. Auch die Strohdächer bereiteten ihnen Sorgen. Und über das Heizungssystem müsse man sich ebenfalls Gedanken machen, wandte sich Kalmer ans Gremium. Denn während der Verein die Anlage pflegt, ist die Gemeinde Hambergen ihr Eigentümer. Entscheidungen wurden an jenem Abend aber nicht getroffen.

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