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Das Ende des Versteckspiels: Schürhaus wird SFL-Coach

Dass er die SFL Bremerhaven übernehmen würde, stand schon länger fest. Nur wollte Eric Schürhaus den Wechsel seiner aktuellen Mannschaft, dem FC Hambergen, persönlich sagen. Doch das war nicht ganz einfach...
25.05.2020, 11:40
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Das Ende des Versteckspiels: Schürhaus wird SFL-Coach
Von Dennis Schott
Das Ende des Versteckspiels: Schürhaus wird SFL-Coach

Konnte das Angebot der SFL Bremerhaven nicht einfach ablehnen: Eric Schürhaus, derzeit Trainer des FC Hambergen.

Tobias Dohr

Hambergen. Die vergangenen Monate waren nicht gerade einfach. Eigentlich befand sich Eric Schürhaus in einem ständigen Gewissenskonflikt. Wann erklärt er „seinen Jungs“, den Fußballern des Bezirksligisten FC Hambergen, dass er zur kommenden Saison das Traineramt beim Bremen-Ligisten SFL Bremerhaven übernehmen wird? Nicht ganz unwichtig war dabei die sich daran anschließende Frage: Wie würde er seinen Wechsel erklären? Der 35-jährige Coach hatte beim FCH bekanntermaßen noch im Dezember seinen Rücktritt zum Saisonende damit erklärt, dass er nicht genau absehen könne, wie stark ihn seine berufliche Veränderung beanspruchen würde. Da wirkt eine Zusage bei einem anderen Klub wenige Wochen später irritierend. „Ich wollte es den Jungs persönlich sagen. Mir war wichtig, dass sie es nicht von Dritten hören“, meint Eric Schürhaus – und wurde bei seinem Vorhaben durch das Coronavirus komplett ausgebremst. Mit dem Ergebnis, dass der Hamberger Noch-Coach seinen Wechsel erst vergangene Woche der Mannschaft mitteilen konnte. Bis dahin galt: höchste Geheimhaltung.

Dabei drohte Eric Schürhaus bereits früh aufzufliegen. Als der FC Hambergen Ende Februar während der Wintervorbereitung ein Testspiel auf der Anlage des TSV Wulsdorf gegen den TSV Otterndorf bestritt, wurde der 35-Jährige bei seiner Ankunft bereits mit den Worten „Ah, da ist ja der neue SFL-Coach“ begrüßt. Die Nachricht hatte sich zumindest im Bremerhavener Raum früh rumgesprochen. „Zum Glück war ich der erste, der da war und konnte entsprechend reagieren“, erinnert sich Schürhaus. Er knöpfte sich den „Plauderer“ vor. Kein Wort zu niemandem – dies bläute er auch den Spielern der SFL Bremerhaven ein. Nach wie vor galt der Schürhaussche Leitsatz: „Ich will den Jungs in Hambergen meinen Wechsel sauber erklären, sie sollen es nicht aus der Zeitung erfahren.“

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Es hätte alles nicht so nervenaufreibend verlaufen müssen, wäre nicht dieser Anruf Ende Januar erfolgt. Eric Schürhaus befand sich gerade im Ägypten-Urlaub, als ihn die Anfrage der SFL Bremerhaven erreichte. Es hätten viele Anfragen eintrudeln können, Eric Schürhaus hätte sie vermutlich zum Großteil abgelehnt. Aber die SFL Bremerhaven sei einer von wenigen Vereinen, bei dem er nicht einfach „Nein“ sagen konnte. Dazu muss man wissen: Eric Schürhaus verbindet einiges mit den „Heidjern“. Der Kern der Mannschaft besteht aus Spielern, die er bereits als Trainer der U19 des JFV Bremerhaven in der Regionalliga unter seinen Fittichen hatte. Hoch veranlagte Spieler, wie Eric Schürhaus hervorhebt, auch wenn sie noch mehr zeigen könnten. „Da geht noch mehr“, sagt Eric Schürhaus, der genau dieses „mehr“ aus ihnen herauskitzeln möchte und zudem froh ist, auf der anderen Seite so erfahrene Spieler wie Eduard Kimmel in seinen Reihen zu haben. Für Schürhaus stimmen neben der sportlichen Perspektive auch die Rahmenbedingungen. Mit Abteilungsleiter Andreas Iversen, einem Berufskollegen, verbindet Schürhaus ein kurzer Weg, und mit Olaf Zander, mit dem Schürhaus schon den JFV betreute, bekommt der 35-Jährige einen „kongenialen Partner zur Seite gestellt, dem ich blind vertrauen kann“, schwärmt Schürhaus.

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Das Gesamtpaket stimmte also von Anfang an. Nur stand zum Zeitpunkt der Anfrage immer noch im Raum, wie genau die berufliche Zukunft von Eric Schürhaus aussehen würde. Sein Wechsel zur SFL war bis Anfang März nur wahrscheinlich, aber noch nicht in trockenen Tüchern. Mittlerweile hat Eric Schürhaus aber Klarheit und kann nun wesentlich besser absehen, wie er Beruf und Traineramt vereinbaren kann. „Es kann sein, dass ich es mal nicht zum Training schaffen werde“, erklärt Eric Schürhaus. Aber das wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Ausnahme bleiben. Abgesehen davon macht er sich keine Sorgen, wenn dies mal der Fall sein sollte, weil ihn Olaf Zander oder Kapitän Birk Virkus gut ersetzen würden.

Eric Schürhaus jedenfalls ist froh, dass das Versteckspiel nun ein Ende hat. Der FCH-Coach hat das erste Training nach der coronabedingten Pause genutzt, um die Mannschaft zu informieren. Wie die Reaktion ausfiel? „Schwer zu deuten“, sagt Eric Schürhaus. Ein großes Thema sei es beim ersten Wiedersehen nach über zwei Monaten nicht unbedingt gewesen. „Ich habe gar nicht viel gesagt und die Jungs haben auch gar nicht viel gefragt“, sagt Eric Schürhaus. Aber es ist ihm schlussendlich gelungen, es ihnen persönlich zu sagen.

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