Kümmerer in Hambergen Schulpaten sind immer gern gesehen

Sie haben Freude daran, anderen zu helfen und genießen dabei das Gemeinschaftsgefühl. „Wir wollen uns kümmern und zufrieden und möglichst sorgenfrei alt werden“, lautet ihr Credo.
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Von Monika Fricke

„Man muss nur lesen können und Kinder mögen“, sagt Liane Hudalla von den Hamberger Kümmerern. Lesen sei schließlich für die Kinder das Tor zur Welt. Die Initiative „Die Kümmerer“ für Menschen in der Kirchengemeinde und Samtgemeinde Hambergen kümmert sich um ein gutes Zusammenleben aller Generationen und gibt vielfältige Hilfestellungen.

Im August 2018 startete das neue Projekt „Schulpaten“. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Kümmerer mit der Grundschule Hambergen. „Wir hätten gern noch mehr Schulpaten und Schulpatinnen“, wünschen sich die Kümmerer. Menschen, die neue Ideen einbringen und Freude an der Arbeit mit Kindern haben. „Wir sind offen für alle Helfer und offen für alle Angebote“, sagt Liane Hudalla.

Die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern sowie der Lehrerschaft ist das Ziel der Schulpaten. Zurzeit sind es neun Frauen, die in die Klassen der Grundschule gehen und mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen den Unterricht unterstützen. Es sind überwiegend Pensionärinnen, die auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe waren. In regelmäßigen Treffen mit dem Lenkungsteam der Kümmerer – Liane Hudalla, Margrit Kluge, Hartmut Pukies und Waltraud Laue – tauschen sie sich über ihre Erfahrungen in der Schule aus.

Beim jüngsten Treffen der Schulpaten im Hamberger Gemeindehaus mit dem Lenkungsteam der Kümmerer berichten die Frauen von ihren Erfahrungen in der Betreuung der Grundschülerinnen und Grundschüler. „Wir sind immer gern gesehen“, bestätigen alle anwesenden Frauen.

Anke Mester, die früher die Wettkampfschwimmer in Hambergen trainierte, begleitet die Schulkinder ins Schwimmbad. Ihre Aufgabe ist es, den Mädchen und Jungen das Schwimmen beizubringen. Mit einzelnen Schülerinnen und Schülern trainiert sie die Übungen. Ihr liegt es am Herzen, dass alle Grundschüler das Schwimmen lernen. Die meisten Schulpatinnen unterstützen die Kinder beim Lesen und Rechnen, bei den Hausaufgaben oder sie begleiten die Kleinen zum Mittagessen.

Nicola Töbe nimmt ihren Hund mit in die Betreuungsstunden. „Die größten Rabauken werden zu kleinen Engeln, wenn ich mit meinem Hund in die Klasse komme“, berichtet sie. Zwei Stunden übt sie wöchentlich mit einigen Schülern der ersten Klasse Mathematik. Ihre „Kollegin“ Ilona Bredemeier war ehemals selbst im Schuldienst tätig und kümmert sich nun um die Kinder, die Hilfe beim Lesen und Schreiben benötigen.

Elke Bennetz besucht regelmäßig eine zweite Klasse und begleitet einige Mädchen und Jungen im Deutschunterricht. „Wenn ich in die Klasse komme, gehen gleich die Finger hoch. Alle wollen mit mir Lesen“, ist Elke Bennetz‘ Erfahrung. „Alle freuen sich, wenn ich komme, ich arbeite gerne mit Kindern“, erzählt die Pensionärin, die ehemals im Bereich Erwachsenenbildung tätig war.

Hannelore Meyer hat Freude an kreativen Arbeiten und bietet den Kindern deshalb Textilunterricht an. Zusätzlich fördert sie bei einigen Schülern das Lesen. Außerdem würden zwei Kümmerer demnächst Plattdeutsch an der Schule unterrichten, kündigt die Gruppe an.

Die Schulleiterin der Hamberger Grundschule, Tanja Wegener, ist sehr froh über den Einsatz der Schulpaten. „Das ist eine echte Unterstützung für die Lehrkräfte und für die Kinder.“ Die Schulpaten seien immer gerne in der Schule gesehen, kann die Schulleiterin berichten. Regelmäßig gebe es Gespräche zwischen der Schulleitung, dem Kollegium und den Schulpaten.

Unter dem Motto „Gemeinsam alt werden in der Samtgemeinde Hambergen“ stellen die Kümmerer ihre Zeit, ihre Energie und ihr Wissen ehrenamtlich zur Verfügung. „Wir arbeiten dafür, dass wir zusammen in einer lebendigen Gemeinschaft zufrieden und möglichst sorgenfrei alt werden können“, beschreiben sie ihre Motivation.

„Der Einsatz kann vielseitig verlaufen“, berichtet Liane Hudalla. Kürzlich wandte sich eine jüngere Kümmerin, die noch berufstätig ist, an die Initiative. Sie trug ihr Angebot vor, an Wochenenden für ein paar Stunden einen sogenannten „Oma-Dienst“ zu übernehmen und für ein Kind Oma zu sein, das Unterstützungsbedarf im Lesen oder Rechnen hat. „Vielleicht braucht es auch nur ein paar Streicheleinheiten“, so die Kümmerin. Die Schule wird prüfen, ob es Kinder für diesen besonderen Omadienst gibt und wer es sein könnte.

Die Kümmerer begleiten, helfen und unterstützen Schüler, aber auch Erwachsene. So bieten sie zum Beispiel einen Fahrdienst für Menschen an, die nicht mehr alleine ihre Besorgungen machen können. Sie sind in einer Kreativgruppe aktiv, in der aus Stoffen, Garnen und Papier kunstvolle Dinge entstehen – zum Beispiel Glückwunschkarten. Es gibt darüber hinaus einen Koch-Club für Männer und Computer-Kurse.

Wer Bewegung mag und dies als Gemeinschaftserlebnis genießen möchte, kann sich den Themenspaziergängen anschließen, die unter dem Motto „Miteinander gesund und aktiv bleiben“ laufen. Kürzlich ging es mit Sigrid Grimsehl zu den Kranichen ins Günnemoor. Miteinander gesund und aktiv bleiben sie auch beim Qigong mit Ute Hoffmann und Wilfried Stöver. Und im Repair-Café bieten zehn Experten und fünf Kümmerer ihre Hilfe bei kleineren Reparaturen an und sorgen so dafür, dass Mixer oder Kaffeemaschine nicht in den Müll müssen, wenn sie mal streiken.

Um die Herausforderung des Älterwerdens gemeinsam zu bewältigen, kann jede Frau oder jeder Mann in der Samtgemeinde Hambergen die Hilfe der Kümmerer in Anspruch nehmen oder sich selbst aktiv beteiligen. Informationen gibt es bei Liane Hudalla unter Telefon 04793/95 69 37.

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