Kommunalwahl in Hambergen

SPD schickt Gerd Brauns ins Rennen

Die SPD hat vorgelegt und einen Kandidaten für die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister in Hambergen gekürt.
02.04.2021, 05:16
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Peter von Döllen
SPD schickt Gerd Brauns ins Rennen

Gerd Brauns will Samtgemeindebürgermeister in Hambergen werden. Die erste Hürde hat er nun überwunden.

Peter von Döllen

Hambergen. Die Kandidatur war kein Schnellschuss, Gerd Brauns hat sich das schon gut und lange überlegt. Eigentlich wollte er auch kein ehrenamtlicher Bürgermeister werden als er vor 30 Jahren in die SPD eintrat. „Das habe ich nicht geplant. Ich bin da reingerutscht“, sagt er mit einem Lächeln. Es ist nicht negativ gemeint. Der Start war dann vor sieben Jahren etwas holprig, nicht, weil Brauns einen schlechten Job gemacht hat. Vielmehr überrollten ihn die heftigen Regenfälle im Sommer 2013. Als Bürgermeister musste er einiges ausbaden, für das er nicht verantwortlich war. „Zusammen mit meinem Verwaltungsvertreter habe ich die meisten Wasserprobleme gelöst“, sagt er nun. Richtig reingekniet habe er sich. Inzwischen wurde er wiedergewählt, ist sieben Jahre im Amt. Jetzt soll der nächste Schritt folgen. Gerd Brauns kandidiert für das Amt des Samtgemeindebürgermeisters in Hambergen.

„Die Idee ist in der vergangenen Wahlperiode gereift. Ich wusste ja, was auf Hambergen zukommt“, erklärt Gerd Brauns. Der amtierende Samtgemeindebürgermeister, Reinhard Kock, darf aus Altersgründen nicht wieder antreten. Somit ist seit einigen Jahren schon klar, dass die Samtgemeinde einen Nachfolger braucht. Gerd Brauns will nun die entstehende Lücke schließen. Mit der Familie habe er das abgesprochen. „Ohne deren Unterstützung geht es nicht“, macht er klar. Der 52-Jährige ist verheiratet und hat eine 23-jährige Tochter. Er weiß aber auch, dass es eine andere Nummer als jetzt wäre. „Das ist schon ein Brett. Man macht das zu seinem neuen Beruf“, bemerkt Gerd Brauns. Respekt ist schon vorhand, das eigene Vertrauen aber auch.

Einstimmiges Votum

Die Parteikollegen trauen ihm den Posten zu. „Wir hatten mehrere Bewerber“, verrät Heino Oetting, Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins Hambergen. In einem Prozess habe sich Gerd Brauns herausgeschält. Bei der entscheidenden Versammlung vor zwei Wochen war er schließlich einziger Kandidat. Die 42 anwesenden Mitglieder votierten einstimmig für ihn. „Wir haben darauf geschaut, ob der Kandidat führen, aber auch delegieren kann“, sagt Oetting zu den Suchkriterien. Dinge, mit denen Brauns in seinem derzeitigen Beruf als Systemadministrator umgehen muss. Er ist zudem geprüfter Bilanzbuchhalter, kennt sich mit dem Steuerrecht aus. Er könne Steuergesetze lesen, verstehen und anwenden.

Dazu kommt, dass Gerd Brauns in Hambergen aufgewachsen ist und sich auskennt. „Ich meine zu wissen, wie die Menschen in unseren Mitgliedsgemeinden ticken und was sie von ihrem Bürgermeister erwarten“, meint er. Brauns ist optimistisch, was die Wahl angeht. Bei der vergangenen Kommunalwahl zum Samtgemeinderat bekam er 2465 Stimmen, was 15 Prozent der gesamten Stimmen entspricht. Dieser Fakt bestärke ihn in seiner Auffassung, der richtige Mann für das Amt zu sein. Als Selbstläufer sieht er die Wahl aber nicht.

Die Kandidatur sei auch ein Risiko, wie Gerd Brauns einräumt. Sollte er gewählt werden, müsste er seinen Arbeitsplatz aufgeben. Würde er nach der fünfjährigen Wahlperiode nicht wiedergewählt, wäre der futsch. Dieses Wagnis will er aber auf sich nehmen. Zu groß ist die Aussicht darauf, etwas zu schaffen und etwas zu bewirken. „Das ist ein schönes Gefühl.“ Und dabei geht es nicht nur um die großen Entscheidungen. Brauns gibt sich sehr bodenständig und lebensnah. „Wenn ein Gulli nicht abläuft, hole ich meinen Schachthaken aus dem Auto“, sagt er etwa.

Bildung als Schwerpunkt

Politik sei ein Mannschaftssport, gibt er zu Protokoll. Und die Mannschaft seien alle Ratsmitglieder, schiebt er auf Nachfrage nach. Ein hauptamtlicher Bürgermeister muss parteiübergreifend agieren und da sieht er auch kein Problem. Allerdings: Die sozialdemokratischen Anliegen und Werte will er schon vertreten. „Aus meiner eigenen Lebensgeschichte weiß ich, dass es Menschen und Familien gibt, die aus dem Tritt geraten und Hilfe der Gesellschaft brauchen“, bemerkt der SPD-Politiker.

Die Bildung soll ein Schwerpunkt seiner Arbeit werden, wenn er denn gewählt werde. Das gehe von der Krippe über die Kindergärten bis zur Kooperativen Gesamtschule (KGS). Im Fokus dürfte die Ausweitung der Betreuungszeiten stehen. Die Kita Arche in Hambergen brauche ein neues Gebäude und bei der KGS steht ein Aus- oder Neubau an. Brauns sagt: „Das müssen Volltreffer werden.“

Auch eine weitere Ausweisung von Gewerbeflächen steht auf der Agenda. Das aktuelle Gebiet sei ein Erfolg. Der Ausbau des Gewerbegebietes schaffe und sichere Arbeitsplätze. Weitere Themen sind bezahlbares Wohnen und die Umwelt.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+