Belohnung fürs Entkusseln Spurensuche und mehr

Weil sie im Herbst so fleißig beim Entkusseln geholfen haben, gab's für Hamberger Siebtklässler jetzt Nabu-Aktionen als Belohnung.
06.05.2019, 17:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann

Hambergen. „Das hier ist ein Biberfell. Das hier das Fell eines Grauhörnchens. Und hier haben wir ein paar Neubürger: den Marderhund, das Nutria und die Bisamratte. Wollt ihr mal fühlen, wie weich die Felle sind?“ Ingo Barz vom Nabu hält den Schülern des siebten Jahrgangs der KGS Hambergen die Tierfelle der von ihm erlegten Nager hin, doch die Jugendlichen zögern. „Der Biber hat 100 000 Haare pro Quadratzentimeter, deshalb ist sein Fell so weich“, erklärt Ingo Barz.

„Was ist das hier für ein Fell?“ „Das gehört einem Waschbären. Den erkennt man an seinem Ringelschwanz. Das ist auch kein einheimisches Tier, der Waschbär wurde 1920 als Pelztier nach Deutschland geholt und 1934 am Edersee in Hessen ausgesetzt. Seither verbreitet er sich fröhlich weiter“, erzählt Barz den Jugendlichen. Auch die nordamerikanische Bisamratte kam ursprünglich als Pelzlieferant hierher. Doch manchmal entwischte sie aus Zuchtfarmen, oder wurden aus falschverstandener Tierliebe befreit. Da sie hier keine natürlichen Feinde hat, vermehrte sie sich rasch. Um ihrer Herr zu werden, wurden Nutrias aus Südamerika eingeführt. Nutrias besetzen die Bauten der Bisamratte und tragen so dazu bei, dass sich der Nager nicht noch stärker ausbreitet.

Wie schon in den Vorjahren bot der Nabu den Siebtklässlern ein buntes Angebot an Abenteuer in der Natur an – als kleines Dankeschön dafür, dass die Jugendlichen im vergangenen Herbst während des Moorprojekts im Heilsmoor so fleißig beim Entkusseln geholfen haben. Aus elf Projekten konnten die Schülerinnen und Schüler jeweils drei auswählen. Tjark Mauer, Letizia Wellenberger, Josi Segger, Leon Sell und acht weitere Schüler hatten sich für die „Spurensuche im Wald“ mit Ingo Barz und seinem Irischen Wasserhund Jago entschieden. „Seid nicht enttäuscht, falls wir doch keine Spuren finden“, meinte Ingo Barz. „In den letzten Tagen war es einfach zu trocken. Vielleicht finden wir aber etwas an den Feldrändern.“

So ging es vom Treffpunkt am Traffohäuschen an der Feldstraße auf Feldwegen durch die Gemarkung Hambergen, gelegentlich von Regenschauern unterbrochen.

„Ist das hier Gewölle?“ „Nein, hier hat jemand seinen Hund gehörig ausgekämmt!“ Also doch keine Spur. Auf einer Wiese waren deutliche Wühlspuren zu erkennen. „Da waren Wildschweine in der Wiese. Aber die kommen nur nachts raus“, versicherte Ingo Barz.

Dann, endlich, doch eine Spur. „Das war ein Reh. Das ist ein schöner Abdruck der Klaue. Und hier haben wir auch den Abdruck eines Reihers. Aber es ist einfach zu trocken, um wirklich Spuren zu finden“, sagte Ingo Barz enttäuscht. Dafür waren reichlich Spuren des „geweihlosen Deichselhirschs“ zu finden, wie Barz die Pferdehufspuren scherzhaft nennt. Auch die Reifenabdrücke landwirtschaftlicher Fahrzeuge waren keine Seltenheit.

So entwickelt sich die Spurensuche mehr und mehr zu einem Spaziergang. Am meisten dürfte sich Jako, der Irische Wasserhund, gefreut haben, denn er wurde von verschiedenen jungen Damen betreut, durfte zeigen, dass er „Platz“ machen kann und bekam dafür als Belohnung seine Leckerlis. Auch wenn Jako auf dieser Spurensuche nicht zum Einsatz kam (er ist auf das Apportieren von Wasservögeln spezialisiert), so ganz musste er nicht auf Wasser verzichten. Das kam von oben, sodass die Spurensuche irgendwann ein feucht-fröhliches Ende fand.

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