Erfolgreiche Zusammenarbeit Umweltstiftung zeichnet Projekt aus

Die Schaffung von Verbindungen zwischen Biotopen ist eine Herausforderung. Die Nabu-Ortsgruppe Hambergen und die Gesamtschule haben sich dieser angenommen.
14.09.2018, 15:18
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen

Hambergen. Jedes Jahr übernehmen Schüler des siebten Jahrgangs der Kooperativen Gesamtschule Hambergen (KGS) die Patenschaft für das Heilsmoor. Schule und die Nabu-Ortsgruppe Hambergen haben darüber einen Vertrag geschlossen. Das Projekt, das seit 15 Jahren existiert, hat bereits viele Preise und Auszeichnungen bekommen. Jetzt kam ein weiterer hinzu. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) zeichnete die Patenschaft für eine Erweiterung aus.

Dabei geht es um die Schaffung von Biotopverbindungen, eine der großen naturschutzfachlichen und na­turschutzpolitischen Herausforderungen. Mindestens zehn Prozent der Landesfläche sollen laut Bundesnaturschutzgesetz aus solchen Biotop-Vernetzungen bestehen. In einer oftmals aufgeräumten Kulturland­schaft ist es für Flora und Fauna überlebenswichtig, ge­eignete Korridore und sogenannte Trittsteinbiotope zu fin­den, um ihren Lebensraum zu wechseln und sich genetisch auszutauschen.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung wür­digt daher im Jahr 2018 herausragende Projekte, die zu einer erfolgreichen Biotopvernetzung bei­getragen haben. Eine Fachjury hatte die Projekte aus 46 Wettbewerbsbeiträgen ermittelt. Umweltminister Olaf Lies sagte bei der feierlichen Übergabe in Hannover: „Die Entwicklung von Biotopverbundsystemen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Naturschutz, um nicht nur die Artenvielfalt zu erhalten, sondern auch um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken." Er dankte der Bingo-Umweltstiftung, dass sie das Thema Biotopverbund zu einem wichtigen Förderschwerpunkt der Stiftung entwickelt hat. Jedes einzelne Projekt, das an der Auslobung des diesjährigen Niedersächsischen Umweltpreises teilgenommen habe, trage zum Biotopverbund bei.

Der Nabu Hambergen arbeitet gemeinsam mit der KGS Hambergen im Heilsmoor, um das Moor auf 80 Hektar Fläche von Kiefer- und Birkenbewuchs freizuhalten. Ohne den Einsatz der Nabu-Aktiven und der Schülerinnen und Schüler wäre dort ein Wald entstanden, das Moor hätte seine biologische Funktion als Moorbiotop verloren. Bis jetzt arbeiteten etwa 2500 Siebtklässler an dem Projekt mit. Für die „hervorragende Umweltarbeit“ wurde das Projekt vom niedersächsischen Umweltminister mit einer Urkunde geehrt.

Inzwischen konnte der Aufgabenbereich von Nabu und KGS auf das nahe gelegene Springmoor erweitert werden. Die Naturschutzgebiete Springmoor und Heilsmoor sind Bestandteil des Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und nur zwei Kilometer voneinander entfernt. Beide Moore besitzen Feucht- und Trockengebiete, und beide werden vom Oberlauf der Hamme tangiert. Sie fließt durch eine Wiesenlandschaft und dient als Verbindung der Biotope, besonders für Libellen und Schmetterlinge.

Würden die Flächen nicht entkusselt (Entfernen von Bäumen und Sträuchern), würden moortypische Fauna und Flora verschwinden. Der aufkommende Bewuchs würde den Lebensraum für die vorkommenden Arten zerstören und somit einen Austausch zwischen diesen Gebieten sehr stark einschränken. Gleichzeitig könnte der Boden für die wärmeliebenden Reptilien nicht mehr erwärmt werden.

Bereits seit mehreren Jahren wird auch die Sandheidefläche im Springmoor entkusselt, der Landkreis arbeitet parallel dazu mit schwerem Gerät in beiden Mooren. Durch die Zusammenarbeit von Nabu, KGS und Landkreis ist es nun auch möglich, den Biotopverbund und somit die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt im Heilsmoor und Springmoor zu erhalten.

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