Kümmerer im Einsatz „Wir kümmern uns drum“

Vor 13 Jahren sind die „Kümmerer“ in Hambergen an den Start gegangen. Seitdem haben die freiwilligen Helfer so manchem Mitbürger unter die Arme gegriffen - bei Behördengängen, Schulaufgaben und vielem mehr.
29.03.2019, 15:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Christa Neckermann

Hambergen. Es ist seit Jahren gute Tradition, dass die Kümmerer, ein gemeinnütziger Zusammenschluss Hamberger Bürger, im Rathaus der Samtgemeinde ihren Jahresbericht der Öffentlichkeit vorstellen. Liane Hudalla, Margrit Kluge, Hartmut Pukies und Waltraut Laue stehen dabei für 42 ehrenamtliche Helfer, die buchstäblich für Jung und Alt zu Hilfeleistungen bereit sind.

Vor 13 Jahren haben sich in der Samtgemeinde Menschen in der dritten Phase des Lebens, wie sie es nennen, zusammengefunden um ihre Lebenserfahrung, ihr Wissen, Fachkenntnis und Zeit anderen zur Verfügung zu stellen, die Hilfe benötigen. Das können Arzt- oder Behördengänge sein, Friseurbesuch oder das Ausfüllen von Formularen. Andere Kümmerer bieten Hilfe beim Umgang mit dem PC an oder stellen ihr Fahrzeug zur Verfügung, um Fahrten ins Krankenhaus oder zum Arzt zu ermöglichen. Dabei ist es möglich, dass sie für den Hilfesuchenden auch gleich noch ein paar Handgriffe im Haus erledigen.

„Wir Kümmerer leben nach dem Motto 'Gemeinsam alt werden in der Samtgemeinde Hambergen'“, sagt Liane Hudalla. Und die Kümmerer kümmern sich nicht nur um andere, auch für sich selbst tun sie etwas. Etwa mit gemeinsamen Kinobesuchen, organisierten Vorträgen oder anderen gemeinsamen Unternehmungen, zu denen oft auch Besucher eingeladen werden. Bestes Beispiel dafür: Für den 9. Mai laden die Kümmerer gemeinsam mit den Landfrauen Hambergen ab 19 Uhr zu einem Vortrag mit Ilka Weiss in das Gemeindehaus Hambergen einladen. Ilka Weiss wird dann über ihren sicherlich nicht einfachen, aber interessanten weg vom Leben als Mann zum Leben als Frau berichten.

„Mit den Landfrauen haben wir gemeinsam, dass auch wir im Wandel stehen. Die Gesellschaft überaltert, es gibt nur wenig jungen Nachwuchs. Also müssen wir schauen, was unsere Altersgruppe tun kann, wir müssen Synergien nutzen und uns gegenseitig wahrnehmen und unterstützen“, sagt Liane Hudalla.

Vier Projekte lagen den Kümmerern im vergangenen Jahr besonders am Herzen. Das waren zum einen die Schulpaten beim Projekt „Verlässliche Grundschule“. Zehn Paten und Patinnen kümmern sich zusätzlich zu den Lehrern um die Grundschüler. Unter den Paten sind nicht nur offizielle Kümmerer. Auch engagierte Senioren sind mit dabei. Besonders beim Lesen unterstützen sie die Schüler und üben mit den Kindern. Eine Schwimmassistentin gibt Hilfestellung beim Schwimmunterricht. Es würden aber auch noch engagierte Senioren gesucht, die nicht nur kreativ sind, sondern vor allen Dingen Plattdeutsch können, berichtet die Gruppe.

Das Repair Café ist ebenfalls eine Kümmerer-Erfolgsgeschichte. Bis zu viermal im Jahr helfen Bastler und Tüftler all jenen, die kleine Reparaturen an Haushaltsgeräten vornehmen lassen wollen. „Wir reparieren, was sich ins Repair Café tragen lässt, aber keine Kühlschränke oder Fahrräder“, bestätigt Hartmut Pukies schmunzelnd. In 2019 finden die nächsten Reparatur-Termine am 10. Mai, 9. August und 8. November im Alten Gemeindesaal statt, während nebenan im neuen Gemeindehaus Kaffee und Kuchen serviert werden.

Eines der Lieblingsprojekte der Kümmerer ist die Herzkissenaktion für brustkrebsamputierte Frauen im Bremer St.-Joseph-Stift. Die Kreativgruppe der Kümmerer näht dafür Herzen, die von weiteren Kümmerern mit Füllstoff gestopft und dann vernäht werden. „Dafür freuen wir uns immer über Stoffspenden aller Art“, sagt Margrit Kluge.

Schade, dass es über das letzte der vier Projekte, den „Feierservice“, nicht auch so Gutes zu berichten gibt. „Leider ist der Feierservice, wo wir zu Leuten ins Haus kommen und helfen, ihre privaten Feiern durch Kaffeekochen, auf- und abdecken und anschließendem abspülen zu unterstützen, nicht so gut angenommen worden. Trotzdem wollen wir noch nicht aufgeben und suchen jetzt jemanden, der vielleicht – mit einem etwas abgewandelten Konzept – noch einmal solch einen Feierservice anbieten möchte. Wir stehen auch dem Rathaus bei Veranstaltungen mit diesem Service zur Verfügung“, berichtet Liane Hudalla.

Die Fränkische Weinprobe bieten die Kümmerer dagegen gar nicht mehr an. Der Aufwand für den fränkischen Winzer war zu groß geworden. Stattdessen haben die Kümmerer nun eine viertägige Fahrt nach Marktheidenfeld in Unterfranken geplant. Für die Tour, die vom 18. bis 21. Oktober gehen wird, sind noch nicht alle Plätze vergeben. Anfragen an Liane Hudalla unter 0 47 93 / 95 69 37 oder unter liane.hudalla@gmail.com.

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