Transparenz bei Lebensmittelproduktion

Von der Ladentheke bis zum Erzeuger

Die Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik will mehr Transparenz bei der Erzeugung von Lebensmitteln schaffen. Ein Hof, der sich an dem Projekt beteiligt, ist der Gärtnerhof Oldendorf in Holste.
06.01.2021, 05:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter von Döllen

Holste. Das Interesse an der Herkunft von Lebensmitteln wächst: Diskussionen über Klimawandel und Umwelt lassen auch das Bedürfnis nach saisonalen Produkten aus der Region aufkommen. Um Menschen ein besseres Verständnis für die Produktion der Nahrungsmittel zu vermitteln, gibt es seit vier Jahren das von der EU und den Ländern Niedersachsen und Bremen geförderte Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“. Das Angebot richtet sich vor allem an Schulklassen. Es soll ihnen ein besseres Naturverständnis und einen Bezug zur Ernährung vermitteln. Zu den landwirtschaftlichen Betrieben, die sich als Partner an dem Projekt beteiligen, gehört im Landkreis Osterholz der Demeter-Betrieb „Gärtnerhof Oldendorf“ in Holste.

Ein Träger des Bildungsprojektes ist die Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik (GLP). Sie bietet die Möglichkeit, auf Bauernhöfen die Entstehung von Lebensmitteln hautnah zu erleben. Sie steht dazu mit einem ganzen Netz aus interessierten Höfen, Bildungsträgern und außerschulischen Bildungsträgern in Kontakt und organisiert Veranstaltungen zum Thema Ackerbau, Milchvieh, Gemüseanbau, Saatgut, Biodiversität und vielem mehr. So werden beispielsweise einmalige Führungen oder regelmäßige Besuche und Aktionen angeboten. Bei dem Workshop „Vom Korn zum Brot" wird etwa über einen Jahreslauf hinweg erst Getreide gesät, später geerntet, gedroschen und dann verbacken. Das Land Niedersachsen trägt dabei die Kosten. Die teilnehmenden Gruppen brauchen nur, die Anreise zum Bauernhof zu bezahlen.

Für den Projekt-Partner, den Gärtnerhof Oldendorf, der seit mehr als 30 Jahren nach Demeter-Richtlinien arbeitet, steht Transparenz über allem. So bietet er Führungen zum Thema Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft an. Zudem arbeitet er nach dem Konzept der solidarischen Landwirtschaft. Grundlage ist eine feste Verbrauchergemeinschaft, die sich für ein Jahr bereit erklärt, die Produktionskosten zu decken. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder in wöchentlichen Lieferungen die Ernte. Regelmäßige Infobriefe berichten über das aktuelle Geschehen auf dem Hof und über die Zusammenhänge in der Lebensmittelerzeugung. Auch legt die Gärtnerei ihren Mitgliedern zu Beginn des Wirtschaftsjahres die Finanzen offen. Laut GLP ist so – zusammen mit den Führungen und den Wocheninfos – der gesamte Prozess der Landwirtschaft transparent. Der Jahresetat wird bei der Mitgliederversammlung durch Bieterrunden solidarisch erreicht. Für das bevorstehende Wirtschaftsjahr sind noch einige Ernteanteile zu vergeben, heißt es in der Pressemitteilung. Interessierte können sich unter www.gaertnerhof-oldendorf.de informieren und bis zum 31. Januar 2021 bei post@gaertnerhof-oldendorf.de melden. Infos zum Bildungsprojekt gibt es zudem unter www.transparenz-schaffen.de

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