Kapazität in Holste erhöht

Lebenshilfe stellt neue Kita vor

In Holste-Steden ist ein neues Gebäude entstanden. Damit stehen 53 weitere Plätze für die Kinderbetreuung zur Verfügung.
16.04.2021, 05:50
Lesedauer: 4 Min
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Von Peter von Döllen
Lebenshilfe stellt neue Kita vor

Henrik Tüllmann ist Leiter der Kita Hand in Hand. Rita Hennings kümmert sich um den Standort in Axstedt.

CARMEN JASPERSEN

Holste. Es ist still in der Kindertagesstätte. Die Kinder sind längst wieder zu Hause. Nur einige Erwachsene sitzen im Bewegungsraum. In Pandemiezeiten ist auch die Eröffnung einer Kita anders. „Wir wollten das nicht mit den Kindern machen“, erklärt Olaf Bargemann, Geschäftsführer der Lebenshilfe Osterholz. Die Pressevertreter müssen sich die spielenden Kinder vorstellen. Die haben in dem neuen Gebäude und dem Außengelände in Holste-Steden viel Platz in hellen Räumen und breiten Fluren. „Wir sind stolz auf unsere neue Kita“, erklärt Bargemann. Der anvisierte Start am 29. März konnte eingehalten werden. Inzwischen sind auch die Kinder der „Kleinen Kindertagesstätte“ mit eingezogen.

Insgesamt können 53 Kinder in Steden betreut werden. Es gibt eine Krippengruppe für Kinder von ein bis drei Jahren mit zehn Plätzen, eine Regelgruppe mit 25 Plätzen und eine Integrationsgruppe mit 18 Plätzen. In der Integrationsgruppe können vier behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder aufgenommen werden. „Derzeit haben wir sechs freie Plätze“, sagt der Einrichtungsleiter Henrik Tüllmann. Die Kita gehört zur Kita „Hand in Hand“ in Axstedt. „Wir betreiben beide als eine Einheit“, erklärt Olaf Bargemann.

Container als Zwischenlösung

Bis vergangenes Jahr hatten die Gemeinden Axstedt, Holste und Lübberstedt eine Kooperation zur Kinderbetreuung. Sie nutzten gemeinsam die Kita in Axstedt. Vor einigen Jahre wurden sie, wie andere Kommunen auch, von einer steigenden Nachfrage überrascht. Der Platz reichte nicht mehr aus. Zunächst sollten Räume angemietet werden. Doch das erschien nicht zielführend, wie Holstes Bürgermeister Eckehard Schütt darlegt. Die Kosten für einen Umbau wären nicht angemessen gewesen. Schließlich wurden Container an der Grundschule aufgestellt. Das war aber nur eine zeitlich begrenzte Zwischenlösung.

Die Kooperationspartner beschlossen, eine neue Kita zu bauen. Ursprünglich sollte sie ebenfalls in Axstedt stehen. Doch die Suche nach einem passenden Grundstück erwies sich als schwierig. Alle Standorte hatten einen Haken, der eine schnelle Realisierung verhinderte. In Holste gab es allerdings in einem Baugebiet in Steden ein erschlossenes Gelände. Es gab zwar Kritik von Eltern wegen der räumlichen Entfernung, die hat sich inzwischen allerdings wieder gelegt. „Die Betreuungszeiten in Steden sind von 8 bis 13 Uhr“, erklärt Tüllmann. Möglich ist zudem eine Verlängerung um jeweils 15 Minuten morgens und mittags für Eltern, die Kinder an beiden Standorten betreuen lassen. Damit seien nun alle zufrieden, hieß es. Die Entfernung zwischen beiden Standorten beträgt rund sieben Kilometer. In Holste gab es auch noch die „Kleine Kindertagesstätte“, die von einem Verein betrieben wurde. Die Gruppe wird nun in den neuen Kindergarten integriert. Die beiden Mitarbeiterinnen wurden übernommen, was auch Kontinuität für die Kinder schafft.

Federführung in Holste

Den Bau hatte die Gemeinde Holste federführend übernommen. Die Lebenshilfe trat aber als Bauherr auf, die Kosten teilten sich zunächst Axstedt, Holste und Lübberstedt. 2,4 Millionen Euro waren veranschlagt. „Die werden wir wohl nicht brauchen“, erklärt Olaf Bargemann. Inzwischen ist klar, dass die Samtgemeinde Hambergen die Kindertagesbetreuung von ihren fünf Mitgliedsgemeinden übernimmt. Diese werden von den Kosten entlastet. Auch in Vollersode-Wallhöfen entstand eine neue Einrichtung, die Anfang April gestartet ist. Die Verwaltung erhofft sich durch die Konzentrierung zukünftig Synergieeffekte und ein flexibleres sowie umfangreicheres Angebot für die Eltern.

Die Lebenshilfe sei mit dem neuen Gebäude glücklich und zufrieden, wie Olaf Bargemann sagt. Die Kita liegt sehr schön mit viel Natur rundum. Das soll künftig auch genutzt werden. „Die Kinder sind gerade dabei, das neue Gebäude zu erobern“, erzählt Henrik Tüllmann. Jede der drei Gruppen hat einen Raum und einen zusätzlichen Differenzierungsraum. Auch ein Bewegungsraum wurde mitgebaut. Zudem ist das Gebäude so konzipiert, dass es per Anbau einfach um eine Gruppe erweitert werden kann. Für die Betreuung stehen sieben feste Mitarbeiter und eine Bundesfreiwilligendienstlerin zur Verfügung. Leiter Henrik Tüllmann ist nicht eingerechnet. Olaf Bergemann zeigte sich froh darüber. Der Fachkräftemangel mache sich bemerkbar. „Derzeit sehen wir uns nicht in der Lage, unsere Kapazität noch weiter auszubauen“, erklärt Bargemann.

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Zur Sache

Kitas in der Samtgemeinde Hambergen

Bisher waren die fünf Mitgliedsgemeinde Hambergen, Vollersode, Axstedt, Holste und Lübberstedt für die Kindergärten für Kinder ab vier Jahre zuständig. Die Samtgemeinde Hambergen hatte die Verantwortung für Krippengruppen für Kinder bis drei Jahre. Ab diesem Jahr ist die Samtgemeinde für die komplette Kindertagesbetreuung zuständig. Aktuell gibt es folgende Kitas:

Arche in Hambergen, Träger ist der Evangelische Kindertagesstättenverband OHZ Sonnentau in Hambergen, Träger ist das Deutsche Rote Kreuz
Am Zauberwald in Hambergen, Träger ist das Deutsche Rote Kreuz
Kindertageseinrichtung Wallhöfen in Vollersode, Träger ist der Evangelische Kindertagesstättenverband OHZ
Kindertageseinrichtung Vollersode, Träger ist das Deutsche Rote Kreuz
Integrationskindertageseinrichtung „Hand in Hand“ in Axstedt und Holste, Träger ist die Lebenshilfe OHZ
Kindertagesstätte Waldorfinitiative Morgenstern in Hambergen, Träger ist die Hofgemeinschaff Verlüßmoor e.V.

Auskünfte zur Betreuung gibt es im Rathaus bei Kornelia Gotsche, Telefon: 0 47 93 / 78 70 76, Mail: k.goetsche@hambergen.de oder auf der Internetseite der Samtgemeinde Hambergen.

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