Lange Ratssitzung in Holste

Kritik an heller Beleuchtung

Die Ratsmitglieder in Holste gaben grünes Licht für eine Innenbereichssatzung im Ortsteil Paddewisch. Sie soll eine Bebauung ermöglichen. Ein anderes Licht gibt Anlass zu Kritik: das der Kita.
13.05.2021, 14:08
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Kritik an heller Beleuchtung
Von Peter von Döllen

Holste. Es war eine Überraschung für den Bauherrn: Der Landkreis lehnte seinen Bauantrag für ein Haus in Holste-Steden ab. Er hatte das Grundstück, das an der Winterbergstraße im Ortsteil Paddewisch liegt, extra für diesen Zweck gekauft. Die Vorbesitzerin war ebenso wie die Gemeinde Holste von einer Bebaubarkeit überzeugt - sie gingen von einem unbeplanten Grundstück im Innenbereich aus. In der Nähe ist auch Wohnbebauung vorhanden. Der Landkreis sieht das allerdings anders. Für ihn liegt die Fläche im Außenbereich. Es gebe keinen Bebauungsplan. Zudem habe die Fläche keinen Zusammenhang zu bereits bestehenden Wohngebäuden. Jetzt befasste sich der Gemeinderat mit dem Thema. Auch die Beleuchtung der neuen Kindertagesstätte in Steden war Thema.

Für Eröffnung des Verfahrens

Der Grundstückseigner hätte die Gemeinde Holste gebeten, ein Baurecht zu schaffen, erklärte Bürgermeister Eckehard Schütt bei der jüngsten Ratssitzung. Das Planungsbüro Instara aus Bremen wurde mit der Planung beauftragt. Dagmar Renneke legte dessen Pläne vor. Durch eine Innenbereichssatzung soll die Fläche zum Innenbereich erklärt werden. Die Planerin teilt die Sicht des Landkreises nicht unbedingt. Paddewisch sei ursprünglich ein Ort gewesen, der erst durch den Neubau der Landrat-Christian-Evers-Straße getrennt wurde. Zudem seien im F-Plan auch Bereiche für Wohnen ausgewiesen. Nach Absprache mit dem Landkreis wurde ein größerer Bereich in die geplante Satzung eingeschlossen. Die Ratsmitglieder stimmten geschlossen für die Eröffnung des Planverfahrens. Ein Entwurf der Satzung war noch nicht fertig, weil laut Renneke noch eine Kartierung aussteht, die wettermäßig noch nicht erstellt werden konnte.

"Keine Notbeleuchtung"

In einem weiteren Tagesordnungspunkt kritisierte Eva Rentzow (Linke) die Beleuchtung am Gebäude der neuen Kita in Steden. Sie sei sehr stark und leuchte die ganze Nacht, führte sie aus. Vögel und Insekten spielten verrückt. "Eine Notbeleuchtung ist das nicht", sagte sie. Dabei werde das Thema Lichtverschmutzung immer wichtiger und in der Öffentlichkeit diskutiert. Und auch das Sicherheitsargument greift ihrer Meinung nach nicht. Sie habe sich bei der Polizei erkundigt. Eine plötzliche Einschaltung bedeute bei Einbrechern eine höhere Abschreckung als das Dauerlicht.

Eigentlich gehöre das Thema in die Samtgemeinde Hambergen, die ja nun für die Kitas verantwortlich sei. Sie wolle es dort aber nicht ohne Rückendeckung ihrer Holster Ratskollegen anbringen, so Rentzow. Uwe Böttjer (Freie Holster Liste) mahnte zur Trennung der Zuständigkeiten. Die Samtgemeinde könne keine direkte Abhilfe schaffen. Sie könne höchstens mit der Lebenshilfe sprechen, die Träger der Kindertagesstätte ist. Eckehard Schütt wies darauf hin, dass Sicherheitsmaßnahmen für Gebäude durchaus kontrovers gesehen werden. Es sei beispielsweise bekannt, dass Bewegungsmelder von Nachbarn nicht mehr wahrgenommen werden, weil diese häufig auf Tiere ansprechen, Personen an einem beleuchteten Gebäude fielen da schon eher auf.

Lebenshilfe reagiert

Die Lebenshilfe hat schnell reagiert. Auf Nachfrage erklärte Geschäftsführer Olaf Bargemann, das Konzept werde kommende Woche geändert. Die jetzige Ausleuchtung sei tatsächlich sehr hell. Nun soll nur noch jede zweite Lampe während der Nacht eingeschaltet bleiben. Das entspreche einer Reduzierung von 50 Prozent. Die Leuchten an der Wand zum Nachbarhaus würden ohnehin schon mittels Schaltuhr um 22 Uhr abgeschaltet. Bisher habe es auch keine Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben.

Verkauf des ehemaligen Volksbankgebäudes

Die Holster Ratsmitglieder stimmten einem Verkauf des ehemaligen Volksbankgebäudes in Holste-Hellingst zu. Bislang wurden die Räume von der Kleinen Kindertagesstätte genutzt, die von dem privaten Verein Dorfinteressengemeinschaft (DIG) betrieben wurde. Inzwischen wurde die Kleingruppe in die neue Kindertagesstätte in Steden integriert. Das Gebäude wird von der Gemeinde nicht mehr benötigt. Es wurde in den 50er-Jahren gebaut und ist entsprechend pflegebedürftig. Bürgermeister Eckehard Schütt wurde beauftragt, das Gebäude  auf dem Immobilienmarkt anzubieten.

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