Freiwilligenagentur

Alternatives Ferienprogramm für Kinder

Die Gemeinde Lilienthal hat das Ferienprogramm 2020 aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Stattdessen bietet die Lilienthaler Freiwilligenagentur nun ein alternatives Ferienprogramm an.
29.05.2020, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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Alternatives Ferienprogramm für Kinder
Von Silke Looden
Alternatives Ferienprogramm für Kinder

Hat das alternative Ferienprogramm organisiert: Regine Moll von der Freiwilligenagentur Lilienthal.

CARMEN JASPERSEN

Lilienthal/Worpswede. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Gemeinde Lilienthal das Ferienprogramm 2020 abgesagt. Um den Kindern doch noch etwas Abwechslung zu bieten, hat die Freiwilligenagentur Lilienthal ein alternatives Ferienprogramm organisiert. Noch in dieser Woche geht das Programmheft in den Druck. In zwei bis drei Wochen soll es dann an den Schulen verteilt werden. Die mehr als 40 Aktionen richten sich vor allem an Grundschüler, aber auch an Vorschulkinder sowie Fünft- und Sechstklässler. „Von tierisch bis sportlich, von clever bis kreativ ist für jeden etwas dabei“, verspricht Regine Moll von der Freiwilligenagentur.

Am 12. Mai hatten potenzielle Anbieter von Ferienaktionen wie die Sportvereine bei einem digitalen Netzwerktreffen verabredet, dass es ein alternatives Angebot für Lilienthaler Kinder in den Ferien geben soll. „Da waren viele gute Ideen dabei“, berichtet Moll. „Wir wollen vor allem denen etwas bieten, für die die Ferien nach der langen Schulpause ohnehin zu lang sind“, erklärt sie die Aktion der Freiwilligenagentur gegen die drohende Langeweile bei den Sechs- bis Zwölfjährigen. Die Organisatorin weiß, dass sich viele Eltern dieses Jahr aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit keinen Urlaub leisten können, oder der bereits gebuchte Flug womöglich aufgrund der Pandemie gestrichen ist. „Da brauchen die Kinder eine Alternative“, betont Moll. Sie möchte vor allem Jungen und Mädchen erreichen, die aufgrund der Familiensituation nur eingeschränkte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben. „Ich weiß, das ist schwierig, aber wir wollen es versuchen“, so Moll.

Wie aber organisiert man ein Ferienprogramm unter Corona-Bedingungen? Die Freiwilligenagentur hat darauf Antworten gefunden. So finden die Aktionen entweder in Kleingruppen statt, in denen die Teilnehmer genug Abstand halten können, oder sie werden ins Internet sowie ans Telefon verlegt. Manches wird allerdings auch unter Vorbehalt angeboten. So sei noch nicht klar, ob die Sportvereine die Sporthallen während der Sommerferien für den Ferienspaß nutzen dürften, erklärt Moll eine der Unwägbarkeiten.

Plan für Infektionsschutz

Klar ist jedoch, dass der Infektionsschutz bei allen Angeboten groß geschrieben wird. So sollen die Kinder ihre eigenen Getränke und Verpflegung mitbringen, bei Bastelaktionen die eigenen Stifte und Schere. Eventuelle Unkostenbeiträge sollen möglichst passend bezahlt oder überwiesen werden, damit kein Bargeld mit der Hand weitergereicht wird. Auch ist das Tragen einer Maske empfohlen. „Wir wollen das Ansteckungsrisiko so gut es geht reduzieren“, betont Moll. Schließlich hätte die Gemeinde den Ferienspaß nicht ohne Grund abgesagt. „Das alternative Ferienprogramm muss sich davon unterscheiden“, so Moll.

So bietet etwa der TV Lilienthal eine 30-Tage-Challenge im Internet an und die Bürgerstiftung immer montags ein neues Online-Experiment mit KaLi Schlaufuchs. Die Freiwilligenagentur veranstaltet eine Telefonaktion „Schiffe versenken“. „Wir hoffen, dass die Kinder so ins Gespräch kommen“, so Moll. Nun wäre das Ferienprogramm aber kein Ferienprogramm, wenn es nur im Netz und am Telefon stattfinden würde. „Die Kinder verbringen ohnehin viel Zeit mit Smartphone und Notebook“, meint Moll, „deshalb wollen wir Alternativen bieten“. So bietet der Erlebnishof Feldhausen ganz reale Abenteuer mit Ponys und anderen Tieren. Die Volkshochschule vertieft ihr Semesterthema Wasser. Dort erklärt Regine Moll, die auch Meeresbiologin ist, den Kindern den Lebensraum Meer unter dem Motto: Willst Du Meer wissen? Die Tanzschule Movement erklärt den Kindern den „Rag Dance“. Der Naturschutzbund zeigt den Kindern die Welt der Insekten und die Initiative Mobilität plant eine Foto-Challenge mit dem Fahrrad. Die Stiftung Klosterkirche lädt genauso wie die Bibliothek zum Bilderbuchkino. Holzarbeiten bietet die Freiwilligenagentur an. Der Bausatz für die Holzstörche und Holzeulen kann gegebenenfalls auch abgeholt werden. Weitere Anbieter im alternativen Ferienprogramm sind der TV Falkenberg mit Tischtennis und die Musikschule Kling Klang mit Kindertanz, Kinderyoga sowie Trommeln und Entspannung.

Auch in der Gemeinde Worpswede ist das Kinderferienspaß-Programm abgesagt worden. In der Kirchengemeinde jedoch ist die Diakonin Kathrin Beushausen mit ihrem Team dabei, ein Sommerprogramm für Jugendliche zu planen. „Allerdings unter Vorbehalt, wir entwickeln Ideen für den Fall, dass wir uns mit Abstandsregeln treffen können“, sagt sie. Konkretes zum Angebot kann die Diakonin noch nicht erzählen. Jetzt wartet sie weitere Lockerungen ab. Sollte das Programm für Zwölf- bis 24-Jährige wegen der Corona-Einschränkungen aber nicht umgesetzt werden können, will sie das Konzept fürs nächste Jahr aufbewahren.

Weitere Informationen

Nähe Informationen zum alternativen Ferienprogramm bei Regine Moll von der Freiwilligenagentur Lilienthal unter der Telefonnummer 04298 / 2797630, per Mail unter info@engagiertes-lilienthal.de oder im Internet auf der Seite www.freiwilligenagentur-lilienthal.de. Alle Angebote finden unter den aktuell geltenden Corona-Regeln statt. Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Verantwortlich für die Durchführung sind die jeweiligen Anbieter.

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