Neues Geschäft in Lilienthal

Auf Brautschau

Ein Fachgeschäft für Hochzeits- und Abendmode soll im Oktober an der Hauptstraße in Lilienthal eröffnet werden. Maria Reiß plant dort den Schritt in die Selbstständigkeit.
27.08.2019, 14:46
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode
Auf Brautschau

Maria Reiß eröffnet im Oktober ihr Geschäft für Braut- und Abendmode "MariLo" an der Hauptstraße in Lilienthal.

Lutz Rode

Lilienthal. In dem seit Längerem leer stehenden Laden an der Hauptstraße 26 in Lilienthal geben sich die Handwerker die Klinke in die Hand. Es braucht noch ein bisschen Fantasie, um sich vorzustellen, wie alles in gut einem Monat aussehen soll. Doch Maria Reiß, geborene Lopez-Rodriguez, hat es genau vor Augen. Vor einer schwarz gestrichenen Wand sollen die hellen Kleider hängen, rechts im Extra-Raum kommt die Schneiderei hin, nebenan die fünf großzügigen Umkleidekabinen. Wenn alles klappt, soll am 11. Oktober das neue Geschäft für Braut- und Abendmode eröffnen. „Mode MariLo“ heißt es, in Anlehnung an den Namen der Inhaberin.

Der Laden war verwaist, seit das Einrichtungshaus Dierling im vergangenen Sommer auszog und sein Geschäft in neue Räumlichkeiten mitten im Lilienthaler Ortskern verlegte. Inzwischen ist die gesamte Immobilie an der Hauptstraße 26 an einen Bremer Unternehmer verkauft worden. Maria Reiß ist froh, dass sie den Mietvertrag unterschreiben konnte, denn schon vor dem Eigentümerwechsel hatte sie ein Auge auf das Ladenlokal geworfen. Dass es auf dem ersten Abschnitt der Hauptstraße mit der Einbahnstraßen-Regelung an Laufkundschaft mangeln könnte, ist für sie kein Problem: Wer ein Braut- oder Abendkleid sucht, kommt gezielt und vereinbart in den meisten Fällen vorab einen Termin. Viel wichtiger sei es, dass genügend Parkplätze vor dem Haus zur Verfügung stehen und das Geschäft groß genug ist, um dort eine gewisse Auswahl an Kleidern präsentieren und auch den Schneider-Service mit unterbringen zu können, sagt Maria Reiß. Lilienthal selbst sei ein schöner Ort, und unmittelbare Konkurrenz gebe es nicht. Zudem gebe es die Straßenbahnhaltestelle vor der Tür.

Die 56-jährige gebürtige Spanierin weiß, worauf es im Geschäft mit der Braut- und Abendmode ankommt. Mehr als 20 Jahre lang hat sie als Angestellte in Fachgeschäften gearbeitet, war auf Messen in Italien, London und auch Barcelona unterwegs und organisierte den Einkauf der Kleider mit. Hinzu kommt, dass sie gelernte Schneiderin ist. Das ist wichtig, denn zu 90 Prozent passen Brautkleider nicht auf Anhieb, sondern müssen angepasst werden. Viele Schneidereien um die Ecke trauen sich nicht an die wertvollen Brautkleider heran. „Geht etwas schief, ist der Schaden immens und die Vorfreude auf die Hochzeit schnell dahin“, sagt die künftige Geschäftsinhaberin.

„Das ist alles sehr aufregend“, sagt Maria Reiß zu dem Sprung in die Selbstständigkeit. Die Vorfreude ist ihr anzusehen. Unterstützt wird sie von ihrer Familie, von ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrem Bruder, einem Innenarchitekten. Er hat die Planungen für die Gestaltung des Ladens übernommen – alles soll natürlich und großzügig wirken. Die Atmosphäre spielt eine wichtige Rolle: Der Kauf des Brautkleids wird immer häufiger zu einer Art Event. Oft bringt die Braut ihre Verwandten oder Freundinnen mit, und dann wird das Brautkleid in entspannter Atmosphäre in Ruhe ausgesucht – auch ein Glas Sekt darf dabei oft nicht fehlen. Diesen Trend aus Amerika will Maria Reiß in ihrem Geschäft aufgreifen. Man wolle die Kundinnen verwöhnen und sich Zeit für sie nehmen, kündigt die Geschäftsfrau an.

Eine Auswahl von etwa 280 Kleidern soll es bei „MariLo“ geben, zum Sortiment gehören Kleider von international tätigen Brautmodenherstellern wie Pronovias oder Demetrios. Die Preise für ein Kleid beginnen bei 300 Euro, exklusivere Stücke kosten schon mal 2000 Euro oder etwas mehr. Ganz in Weiß treten die Damen übrigens heutzutage nur noch selten vor den Traualtar. Gefragt sind eher Champagnertöne oder elfenbeinfarbige Kleider. Von Kopf bis Fuß will Maria Reiß die Frauen einkleiden. Schuhe, Schleier und Sonstiges werden ebenfalls angeboten – „die ganze Palette eben“, sagt die Geschäftsfrau. Mode für Männer gibt es in dem neuen Geschäft nicht.

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