IGS Lilienthal

Auf ins Abenteuer

Eine Gruppe Schüler der IGS Lilienthal will im August die Alpen überqueren – jetzt traf sie sich zum Probepacken.
06.07.2019, 14:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine von der Decken
Auf ins Abenteuer

Nicolas Hussein und Helen Ott überprüften den Inhalt ihres Rucksacks anhand der Packliste.

von der Decken

Lilienthal. Acht Tage, 125 Kilometer und 10 000 Höhenmeter – das sind die Daten, die im August für elf Schülerinnen und Schüler der IGS Lilienthal wichtig sind. Sie wandern mit Lehrer Nicolas Hussain und sechs teils alpinerfahrenen Teamern von Oberstdorf nach Italien. Als Vorbereitung ihrer Alpentour trafen sie sich im Forum der IGS, um gemeinsam einen kritischen Blick auf die Inhalte ihrer Rucksäcke zu werfen und mit der Packliste zu vergleichen.

„Das wird mega, die Erfahrung machst du nur einmal im Leben“, versprach Alke Meyer ihrem Sohn Lukas. Der hat wie viele seiner „Wandergesellen“ das Wahlpflichtfach Alpen gewählt. Was lag da näher, als sich die mal aus der Nähe anzuschauen? Während ihres Wahlpflichtkurses setzten sich die Schüler der neunten und zehnten Klasse mit der Route auseinander. „Jeder Schüler bringt ein bestimmtes Expertenwissen mit ein“, sagte Nicolas Hussain, der vor vier Jahren erstmals mit IGS-Lehrer Carsten Krause und seinen Schülern auf Alpentour ging. Seitdem gehört die Wanderung über die Alpen zum festen Bestandteil des IGS-Schullebens.

Zur Vorbereitung nutzten die Schüler die Kletterwand des Alpenvereins in Bremen, besuchten monatlich das Sportzentrum in Lilienthal, testeten mit dem Cooper-Test während des Sportunterrichts ihre Fitness, trainierten Mannschaftssportarten und wanderten im Mai auf den Brocken. Ziel aller Aktionen war es zu sehen, ob im Bereich Fitness und Ausdauer nachgesteuert werden muss. Das Ergebnis fiel für die Gruppe positiv aus, alle sind für die Alpentour gut vorbereitet.

An diesem Tag kurz vor den Sommerferien und sechs Wochen vor Reiseantritt ging es weniger um Fitness als um den richtigen Inhalt des Rucksacks. „Alles, was im Rucksack drin ist, müssen wir auf den Berg raufschleppen“, sagte Hussain. Seine Empfehlung lag bei einem Gewicht von zwölf Kilogramm. Mit sechs Kilogramm lag Helen Otts Rucksack weit darunter. Ihr fiel es nicht schwer, auf Medien, Massen an Klamotten und Kosmetika zu verzichten. Trotzdem war sie für jede Art von Wetter bestens gerüstet. „Man wird anders bereichert“, wusste sie aus Erfahrung. Außerdem sei der Verzicht auch entlastend, sagte sie. Ott stellte wegen ihrer Teilnahme an der Alpenwanderung ihre Ernährung von veganer auf vegetarische Kost um, um mitfahren zu können. Das war es ihr wert. Zu gerne wäre Kerstin Buck mit gewandert, freute sich aber für ihren Sohn Kjeld über die einmalige Erfahrung. Sie riet, lieber ein paar Blasenpflaster mehr einzustecken.

Die Elftklässlerin und Teamerin Jette Voigt ist zum vierten Mal mit dabei. „Es entwickelt sich immer, und zu Anfang muss sich alles zurechtruckeln. Am Ende war es immer eine supercoole Gruppe“, beschrieb sie die Gruppendynamik, die auch Teil der Erfahrung bei der Überquerung der Alpen sein soll. Begleiter und Lehrer Wolfgang Temme empfahl seinen Mitläufern noch dringend die Benutzung von Wanderstöcken. „Den Harz schafft man ohne, die Alpen nicht“, so seine Erfahrung aus vergangenen Touren.

Mit einer Spende des Rotary-Clubs Osterholz in Höhe von 1000 Euro schaffte Nicolas Hussain Ausrüstung für diese und zukünftige Wandertouren, die sich die Schüler gegen einen Obolus ausleihen konnten. Für ihre Tour konnten die Schüler auch die Ruth-und-Helmut-Middeldorf-Stiftung, Peugeot Lilienthal, die Sparkasse Rotenburg Osterholz und Guus van der Upwich gewinnen.

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