Linie 4 in Lilienthal Endabrechung soll frühestens Ende 2023 vorliegen

Seit acht Jahren fährt die Linie 4 durch Lilienthal. Doch die Höhe der Baukosten ist nach wie vor nicht endgültig ermittelt. Die Initiative Pro Lilienthal hat dafür kein Verständnis.
16.08.2022, 14:29
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Endabrechung soll frühestens Ende 2023 vorliegen
Von Lutz Rode

Lilienthal. Seit gut acht Jahren fährt die Straßenbahn auf der Verlängerung der Linie 4 zwischen Lilienthal und Borgfeld. Wie viel der Bau insgesamt gekostet hat und wie sich der Betrag auf Bund, Land und Gemeinde verteilt, steht jedoch nach wie vor nicht fest. Als die Initiative Pro Lilienthal mit Blick auf den achten Jahrestag der Inbetriebnahme im Rathaus nachhakte, erhielt sie von der Wirtschaftsbetriebe Lilienthal GmbH die Auskunft, dass sie die Endabrechnung frühestens Ende 2023 erwarte. Warum das alles so lange dauert, ist für die Bürgerinitiative ein Rätsel. Geht es nach ihren Vorstellungen, sollte sich die Kommunalaufsicht des Landkreises Osterholz um die Angelegenheit kümmern. Es sei sinnvoll, wenn die Behörde in Berlin einmal nachfrage, warum bei den Fördergeldgebern die sehr langen Antrags- und Prüffristen erforderlich seien. "Es ist sehr erstaunlich, mit welchen Fristen in manchen Behörden gearbeitet wird", sagt Pro Lilienthal-Vorsitzender Alfred Werner.

Zu den Gründen, warum sich die Abrechnung und Prüfung so lange hinzieht, kann auch WBL-Geschäftsführerin Tanja Stellmacher nicht viel sagen. Sie betont, dass die WBL die Zahlen gern selbst längst auf dem Tisch hätte, um bei dem Abschluss des Straßenbahnprojekts einen Schritt weiter zu kommen. Allerdings habe die Gemeinde darauf keinen Einfluss. Regelmäßig hake die WBL nach eigenen Angaben beim Consult Team Bremen nach, das den Bau der 5,5 Kilometer langen Strecke gemanagt hat. Und auch stehe man in Kontakt zu der niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft. Dort werde man immer wieder vertröstet und um Geduld gebeten, so Stellmacher. Eine Begründung für die langatmige Bearbeitung werde von beiden Stellen nicht gegeben.

Die einzigen Zahlen, die die WBL aktuell liefern kann, sind die aus den Anträgen für die Förderung: Dort wird das Volumen der Investition mit 70,1 Millionen Euro angegeben, der Anteil der Gemeinde ist mit 15,6 Millionen Euro beziffert worden. Die endgültige Kostenhöhe könne erst festgestellt werden, wenn die Schlussrechnungen geprüft und belegt worden seien.

Der Lilienthaler Anteil am Bau der Strecke ist laut WBL über Kommunalkredite finanziert worden, es wurden von der Gemeinde keine Kredite speziell für die Linie 4 aufgenommen. Die durchschnittlichen Zinsen für die während der Bauzeit aufgenommenen Darlehen betragen etwa 2,5 Prozent, die Tilgung zwischen einem und zwei Prozent und die durchschnittliche Laufzeit 30 Jahre.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht