Lilienthaler Pläne

Baubetriebshöfe vor der Fusion

Die Gemeinde Lilienthal und die Osterholzer Stadtwerke denken über eine stärkere Zusammenarbeit nach: Es gibt Pläne, sich im Ort künftig einen Baubetriebshof zu teilen und so Kosten zu senken.
09.12.2020, 19:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode
Baubetriebshöfe vor der Fusion

Das Büro des Lilienthaler Baubetriebshofs befindet sich in einem Container. Sollte es zur Kooperation mit den Stadtwerken kommen, ist ein Neubau geplant.

CARMEN JASPERSEN

Lilienthal. Die Gemeinde Lilienthal und die Osterholzer Stadtwerke könnten schon bald ganz nah zusammenrücken – und das im wahrsten Wortsinn: Es gibt einen konkreten Plan, dass sich die Kommune und der regionale Energieversorger einen Baubetriebshof teilen. Nach ersten Gesprächen im Herbst 2019 sind die Möglichkeiten der Kooperation umfassend geprüft worden. Jetzt muss die Politik entscheiden, ob sie der Fusion zustimmt oder nicht. Am Montag, 14. Dezember, soll darüber erstmals öffentlich im Ausschuss für Baudienste gesprochen werden. Einen Tag später könnte dann der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss fassen. Die Zeit drängt, weil es auch um einen Grundstückskauf durch die Gemeinde geht, bei dem bis Ende des Jahres klar sein muss, ob er gewollt ist.

Insgesamt sind drei Varianten erarbeitet worden, wie die Gemeinde ihren Baubetriebshof künftig betreiben könnte. Schon länger ist klar, dass die Hallen, das Büro und die Umkleideräume und Waschplätze in die Jahre gekommen sind und den Anforderungen an die Arbeitsplätze zum Teil nicht mehr genügen. Als klarer Favorit der Gemeindeverwaltung gilt die Zusammenarbeit mit den Osterholzer Stadtwerken. Beide Seiten könnten durch dieses Modell Kosten von jährlich mindestens 46 000 Euro im laufenden Betrieb sparen. Zudem müsste die Gemeinde für notwendige Investitionen keine neuen Schulden aufnehmen, sagt Bürgermeister Kristian Tangermann.

Die Variante sieht vor, dass die Gemeinde das Grundstück ihres jetzigen Baubetriebshofes im Gewerbegebiet Moorhausen behält und für 250 000 Euro noch ein Nachbargrundstück dazu kauft. Die Stadtwerke wiederum kaufen für 245 000 Euro die Gebäude, die sich jetzt auf der Fläche befinden. Sie wird die Bestandsgebäude sanieren und auch ein neues Verwaltungsgebäude errichten. Den Stadtwerken soll ein Erbbaurecht eingeräumt werden, für das ein Erbzins für die Nutzung des Grundstücks zu zahlen ist. Die Gemeinde wiederum zahlt eine anteilige Miete für die Gebäudenutzung. Unterm Strich soll sich das für beide rechnen.

Die einzige größere Investition, zu der sich die Gemeinde verpflichten würde, ist der Bau zweier neuer Salzsilos auf dem zum Verkauf stehenden Nachbargrundstück. Sie sollen die sanierungsbedürftige jetzige Salzhalle ersetzen. Für die Gesamtlösung werden Kosten von insgesamt 4,1 Millionen Euro erwartet, wovon die Gemeinde knapp 450 000 Euro zu tragen hätte.

Die Vorschläge sind umfassend von unabhängiger Stelle durchgerechnet worden. Ein Wertgutachten wurde erstellt, es gibt einen Wirtschaftlichkeitsvergleich, und auch eine Bewertung der Synergieeffekte wurde vorgenommen.

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