IGS Lilienthal

Box-Projekt geht in die erste Runde

17 Neuntklässler der Integrierten Gesamtschule beteiligen sich an einem Workshop mit Trainer Henrik Ohanyan.
28.01.2020, 16:33
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode
Box-Projekt geht in die erste Runde

Der Neuntklässler Sajad Kertani nimmt an dem Box-Workshop mit Trainer Henrik Ohanyan teil.

Christian Kosak

Lilienthal. „Eins, zwei. Eins, zwei. Links, rechts, links“. Coach Henrik Ohanyan gibt den Takt vor, mit dem der Neuntklässler Sajad Kertani seine in Boxhandschuhe verpackten Fäuste ausfahren soll. Es ist Dienstag kurz vor zwölf, und in der Turnhalle der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Falkenberg hat der Workshop Fahrt aufgenommen. 17 Neuntklässler beteiligen sich an dem Projekt „Boxen mit Köpfchen“, das erstmals an der IGS angeboten wird. In Osterholz-Tenever betreibt Ohanyan seit 15 Jahren eine Boxschule. Jetzt ist er mit einigen jungen Talenten nach Lilienthal gekommen, um zu zeigen, worauf es ihm mit seiner Arbeit ankommt. Nicht nur im Sport, sondern im Leben allgemein. Respekt und Disziplin sind die Tugenden, die der Trainer den Jugendlichen vermitteln will.

Zwei Tage hat die Schule für diesen Workshop vorgesehen. An diesem Mittwoch wird in Bremen-Osterholz die zweite Runde eingeläutet, in der die Schüler, darunter drei Mädchen, in den Ring steigen sollen. Sozialarbeiterin Afrodite Koskina-Böger hat das Projekt an der Schule angeschoben. Durchboxen musste sie ihre Idee nicht, denn Schulleiterin Karina Kögel-Renken hält eine Menge davon. Sich gegenseitig respektvoll zu behandeln, zu lernen, seine Aggressionen zu kanalisieren, aber auch mal mutig nach vorne zu gehen, zu all diesen Punkten könne so ein Boxtraining einen Beitrag leisten. „Es geht nicht darum, einen anderen umzuhauen“, stellt auch Jahrgangsleiterin Lioba Hirsch klar.

An der IGS, so berichten die Beteiligten, gibt es kein besonderes Problem mit Aggressionen. Aber natürlich kommen sie vor, so wie überall, wo viele Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, Erfahrungen und Emotionen aufeinandertreffen. Karina Kögel-Renken sieht es als Aufgabe der Schule an, sich um die Schüler zu kümmern, ihnen zu zeigen, wie respektvolles Miteinander gelebt werden kann. Dies sei ein Lernprozess. „Wir müssen eingreifen, wenn etwas passiert oder wir können präventiv arbeiten“, sagt die Schulleiterin. Sport biete da gute Möglichkeiten. Kögel-Renken hat über die Jahre beobachtet, dass sich Kinder im Vergleich zu früher weniger bewegen. Und auch PC-Spiele führen dazu, dass für die Kinder die Grenzen zur Realität manchmal verwischen können. Da könne so ein Box-Angebot helfen, gegenzusteuern. Zum Training hat Henrik Ohanyan auch seinen Sohn Artur mitgebracht, der schon vier Mal Deutscher Meister im Boxen war. Auch Box-Talent Tarek Hossien ist dabei. Sie sollen den jungen Leuten von der IGS vor Augen führen, wie weit man mit Ausdauer und Disziplin kommen kann. Vorbilder sind wichtig.

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