Erdgasförderung

Bürgerinitiative warnt vor weiterer Erdgassuche

Nachdem das Landesbergamt die Erdgassuche in der Region bis 2021 genehmigt hat, hagelt es Kritik. Diese kommt nicht nur von der Bürgerinitiative „NoMoorGas“, sondern auch vom CDU-Politiker Andreas Mattfeldt.
31.07.2019, 18:15
Lesedauer: 2 Min
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Bürgerinitiative warnt vor weiterer Erdgassuche
Von Silke Looden

Entschieden kritisiert die Bürgerinitiative „NoMoorGas“ die Entscheidung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie, der Wintershall Dea die Erlaubnis zur Suche nach Erdöl und Erdgas bis 2021 zu verlängern. „Das Erlaubnisfeld Unterweser umfasst Flächen in unserer Region in den Landkreisen Osterholz und Verden. Damit hält sich der Energiekonzern die Möglichkeit offen, weiterhin mit Vibrotrucks seismische Messungen durchzuführen“, warnt die Bürgerinitiative in einer Pressemitteilung.

Der massive Widerstand im Herbst und Winter vorigen Jahres habe die Dea veranlasst, die Erdgassuche vorläufig auszusetzen. Ohne die Öffentlichkeit zu informieren, habe das Unternehmen zuvor Nutzungserlaubnisse von Grundbesitzern gesammelt, kritisiert die BI. Die Bürgerinitiative appelliert an die Bevölkerung, der Dea keine Erlaubnisse für die Nutzung von Grundstücken für die Erdgassuche zu geben.

Die jüngsten Ereignisse in der Grafschaft Bentheim, wo rund 220 000 Kubikmeter Lagerstättenwasser über vier Jahre durch ein rostiges Rohr ins Erdreich gelangt sind, bestärken die Mitglieder der Bürgerinitiative in ihrem Engagement. „Sie zeigen einmal mehr, wie wichtig Schutz und Erhalt der empfindlichen Ökosysteme in unserer Region sind“, heißt es in der Mitteilung. „Einmal mehr können wir erfahren, dass es genau diese Sicherheit, wie sie von Politik und Wirtschaft immer wieder beschworen wird, nicht geben kann“, so BI-Sprecher Erich von Hofe.

Wenn man das Zwei-Grad-Ziel der Weltklimakonferenz von Paris erreichen wolle, sei ein schneller Umstieg auf erneuerbare Energien unverzichtbar, so die BI, die nicht nachvollziehen kann, dass sich die niedersächsische Landesregierung weiterhin zur lokalen Erdgasförderung bekennt. Die Verbrennung von Erdgas, Öl und Kohle sei eine Technologie von gestern, die zur weiteren Erderwärmung beitrage.

Unterdessen fordert der CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt aus Langwedel die Dea auf, keine weiteren Probebohrungen in der Region durchzuführen. Gleichzeitig fordert er die niedersächsische Landesregierung auf, etwaige Schadensersatzansprüche der Bürger gegenüber der Industrie möglich zu machen. Mattfeldt verweist auf die Erdbeben in der Region, die Schäden an Häusern verursacht haben, aber auch auf Bodenverschmutzungen durch die Erdgasförderung. Mit Blick auf die Grafschaft Bentheim erklärt der CDU-Politiker: „Offensichtlich hat die Erdgasindustrie nicht aus den Fehlern gelernt, die in unserer Region gemacht wurden.“

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