Herbert Meyer hat Geburtstag Der Goldschmied wird 80

Lilienthals Ehrenbürger Herbert Meyer hat am Donnerstag seinen 80. Geburtstag gefeiert. Zum Ehrentag in Frankenburg begrüßte der frühere Bundestrainer der Springreiter auch einige prominente Weggefährten.
14.02.2019, 18:05
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Der Goldschmied wird 80
Von Silke Looden

Lilienthal. Das bunte Pferd auf der Wiese vor dem Haus weist den mehr als einhundert Gästen den Weg. Zum 80. Geburtstag des früheren Bundestrainers der deutschen Springreiter, Herbert Meyer, gibt sich die deutsche Reiter-Elite am Donnerstag die Ehre. Der Lilienthaler Ehrenbürger steht inmitten von Freunden und Verwandten, scherzt und lacht. Meyer wirkt fast klein zwischen den Reitergrößen, aber der Jubilar muss sich nicht verstecken. Fünf Goldmedaillen bei vier Olympischen Spielen sprechen für sich.

„Die Reiterei ist mein Leben“, sagt Herbert Meyer und das sieht man auch. Im ganzen Haus dominieren Pferde die Szenerie – auf Bildern, als Deko oder Wandbehang. Der 80-Jährige ist stolz auf seine Erfolge, aber irgendwie nie abgehoben. An seinem runden Geburtstag betont er, dass der Teamgeist damals bei Olympia groß war, noch größer als der Konkurrenzdruck. 16 Jahre lang war er Bundestrainer und hat es nie bereut. „Aber das war eine andere Zeit“, meint der Ruheständler heute und dann trübt sich seine Miene ein wenig. Er macht sich Sorgen um die Zukunft des Sports, zu sehr dominiere das Geld heute die Branche.

„Herbert Meyer hat die richtigen Reiter aufs richtige Pferd gesetzt“, sagt der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Breido Graf zu Rantzau, der die Laudatio hält. Ein „Goldschmied“ sei Meyer, sagt der Graf, und zählt die Medaillen auf. Prominente Reiter, mit denen Meyer seine Erfolge gefeiert hat, sind zum Geburtstag gekommen. Otto Becker, Lars Nieberg und Karsten Huck applaudieren dem Mann, der ihnen im Training die richtigen Tipps gab. Dabei sah er sich selbst eher als Manager denn als Trainer: „Was sollte ich solchen Jungs noch beibringen?“

Huck kennt Meyer seit 1962. Er umarmt seinen Freund und meint: „Herbert war der ruhende Pol in der Truppe. Er hat Pferde und Reiter zusammengebracht.“ Huck erinnert sich noch gut an die Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul. Damals lahmte das Pferd von Ludger Beerbaum. Meyer schickte Beerbaum mit einem Ersatzpferd ins Rennen, gegen den Willen der Funktionäre, einfach weil er davon überzeugt war. Tatsächlich gewann die Mannschaft am Ende sogar Gold.

Auch Renate Pade ist gekommen. Die dreimalige deutsche Meisterin im Springreiten hieß früher Freitag und ist vier Jahre jünger als der Jubilar. Sie kennt Meyer seit 1955 und meint: „Wir sind eine große Reiterfamilie. Auch wenn wir nicht mehr reiten, bleiben wir über die Pferde verbunden.“ Meyer sei der ehrlichste und fröhlichste Mensch, den sie kenne: „Auf ihn kann man sich verlassen.“ Meyer sei kein Mann großer Reden, verrät sie. Er sei einer, der lieber im Hintergrund bleibe. „Wenn es im Parcours ernst wurde, zog er sich auf den Abreiteplatz zurück.“

Meyers Frau Gretel hat alle Hände voll zu tun. Sie begrüßt die Gäste, dirigiert die Servicekräfte, behält den Überblick. Der Hund des Ehepaares muss an diesem Tag zu Freunden. Der Jack-Russel-Terrier würde die Aufregung und den Trubel wohl nicht überstehen. Meyer: „Ella ist ein Wachhund und sie bellt jeden an, der hier nicht hingehört.“ Also muss die Türklingel reichen und die schellt den ganzen Tag, schließlich wird Herbert Meyer nur einmal 80 Jahre alt und das will er mit Freunden und Verwandten feiern.

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