Einchecken ohne Empfang

Digitales Hotel eröffnet

Am alten Wümme-Hafen, gleich neben der Lilienthaler Sternwarte, öffnet das Gästehaus Fliegendes Perlhuhn seit Beginn der Sommerferien per Zahlen-Code seine Eingangstür. „Hervorragend“, sagen Gäste.
03.08.2019, 05:18
Lesedauer: 3 Min
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Von Petra Scheller

Borgfeld. Am alten Wümme-Hafen, gleich neben der Lilienthaler Sternwarte, öffnet das Gästehaus Fliegendes Perlhuhn seit Beginn der Sommerferien per Zahlen-Code seine Eingangstür. Gelb getüncht, mit hölzernen Fensterläden, einer großen Terrasse und zwölf Zimmern präsentiert sich das kleine Hotel an der Hauptstraße 1 in Lilienthal bereits seit ein paar Wochen auf einer bekannten Buchungsplattform im Netz. Eine Bewertung gibt es auch schon, ein „Hervorragend“. Echte Gäste bestätigen das.

Helle großzügige Zimmer für zwei bis vier Personen sowie zwei Einzelzimmer stehen Reisenden hier zur Verfügung. „Eines davon hat einen riesigen Balkon“, schwärmt Betriebsleiterin Jana Otten beim Rundgang durch das Hotel. Jedes Zimmer hat einen individualisierten Zahlencode, den die Gäste gleich nach der Buchung im Netz zugeschickt bekommen. Wer spontan anreist, zahlt per Karte und bekommt so die Zugangsberechtigung auf einem Display am Hauseingang angezeigt. Ende August soll vor dem Fliegenden Perlhuhn ein sogenannter Hotel-o-mat aufgestellt werden, der den Anreisenden das Einchecken noch weiter erleichtern soll. „Bislang läuft alles über eine online-Buchung mit Eingangscode und spezieller Zimmer-PIN“, erklärt Hotelmanagerin Otten. Damit gebe es wenig Probleme. Ansonsten sei sie in wenigen Minuten zur Stelle, um zu helfen, erklärt die gelernte Restaurantfachfrau.

Mietfahrräder an der Haltestelle

Die Kritiken auf der Homepage des neuen Hotelbetreibers, der Borgfelder Bührmann-Gruppe, sind durchweg positiv. Aber auch wer mit Gästen persönlich spricht, trifft auf zufriedene Urlauber und Handelsreisende. Gelobt werden vor allen Dingen die hellen, schönen und sauberen Zimmer, die Anbindung an die Bremer Innenstadt, die durch die Straßenbahn in rund 30 Minuten zu erreichen sei sowie die vielen Freizeitmöglichkeiten in der Umgebung – ein Kanuverleih sei gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu erreichen und Mietfahrräder gebe es an der Haltestelle in Borgfeld, loben die Gäste die Infrastruktur.

Auch mit den Zimmerpreisen sind diese zufrieden: 70 Euro kostet das Doppelzimmer – wohlgemerkt pro Zimmer, nicht pro Gast, inklusive Kaffee und Teeservice. Einzelreisende zahlen 55 Euro. Familien oder Freunde im Vierbettzimmer kommen für 85 Euro pro Nacht unter. „Und das zu jeder Jahreszeit“, erklärt Hotelmanagerin Otten.

Bequeme Springboxbetten mit weißer Bettwäsche, ein Kleiderschrank, ein Sekretär und eine kleine Tee- und Kaffeeküche sowie eine gut gefüllte Minibar stehen für die Reisenden bereit. Alle Zimmer verfügen über ein geräumiges Bad, einen Fernseher und freies W-Lan. Von vielen Seiten aus blicken die Gäste in die idyllische Wümme-Landschaft.

Seit April hat die Borgfelder Bührmann-Gruppe das Hotel gegenüber dem Borgfelder Landhaus nach jahrelanger Verpachtung wieder selbst in die Hand genommen und kernsaniert, berichtet Theo Bührmann junior im Foyer des Gästehauses. Einen Hotelempfang gibt es nicht. Wohl aber eine Telefonnummer, unter der die Betriebsleiterin Jana Otten im Notfall zu erreichen ist. Alles andere wie Buchung, Ein- und Ausschecken funktioniert digital. Fürs Frühstück empfehlen die Hoteleigentümer eine Lilienthaler Bäckerei.

Von Buchungsportalen gecheckt

Das digitale Hotel sei nicht so kühl wie es vielleicht klingen mag, sagt eine Abreisende. Eine Holzbank empfängt die Gäste – „Lieblingsbank“ steht in Großbuchstaben darauf. Bunte Blumenarrangements und helle Flure heißen die Anreisenden willkommen. „Die Bewertung hervorragend“, sagt Theo Bührmann junior, Chef der Bührmann Gruppe, „ist ehrlich gesagt zunächst eine Einzelmeinung.“ Aber wir arbeiten daran, dass wir unser erstes Zertifikat demnächst an der Eingangstür platzieren dürfen, ergänzt Betriebsleiterin Otten. Alle drei Monate wird das Gästehaus von Buchungsportalen gecheckt. Bislang zeige der Daumen dabei stets nach oben.

Den Namen „Fliegendes Perlhuhn“ hat sich übrigens Marlies Bührmann gemeinsam mit einer Freundin ausgedacht. „Er soll vor allen Dingen neugierig machen“, sagt die Seniorchefin der Bührmann-Gruppe. „Perlhuhn, das ist ein schönes rundes Wort“, so die Namensgeberin.

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