Förderung für Lilienthal

Ein Netzwerk für Ehrenamtliche

Engagierte Stadt heißt das Programm, mit dem das Ehrenamt in der Gemeinde Lilienthal seit drei Jahren gefördert wird. Was genau sich dahinter verbirgt, erzählt Koordinatorin Regine Moll.
17.12.2018, 21:00
Lesedauer: 3 Min
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Ein Netzwerk für Ehrenamtliche
Von Silke Looden
Ein Netzwerk für Ehrenamtliche

Regine Moll koordiniert die Aktivitäten des Programms "Engagierte Stadt" in Lilienthal.

von Lachner

Lilienthal. Sie ist 38 Jahre alt und engagiert sich für ihre Wahlheimat Lilienthal. Regine Moll koordiniert die Aktionen des Programms „Engagierte Stadt“ in der 19 000-Einwohner-Gemeinde. Dabei geht es vor allem um ein Netzwerk für Ehrenamtliche, aber auch um den Austausch der Vereine und Organisationen mit der Verwaltung und der Wirtschaft. Die promovierte Meeresbiologin, die in der Vergangenheit an der Universität Bremen Asien-Referentin im International Office war, setzt auf den Dialog mit den Akteuren vor Ort. „Es geht darum, alte Strukturen ein Stück weit aufzubrechen und die regionalen Angebote mit neuen Ideen zu bereichern.“

Seit 2015 nimmt Lilienthal an dem Programm teil, das vom Bundesfamilienministerium sowie verschiedenen Stiftungen, wie der Bertelsmannstiftung oder der Robert Bosch Stiftung, gefördert wird. Seit 2016 fließen die Fördergelder nach Lilienthal. 15 000 Euro pro Jahr. „Das ist nicht besonders viel, aber genug, um etwas damit anzufangen“, sagt Regine Moll, die derzeit zehn Stunden die Woche für die Engagierte Stadt als Koordinatorin arbeitet. Sie ist diejenige, die die verschiedenen Akteure auf lokaler Ebene zusammenbringt. Sie organisiert die Treffen des Netzwerks, Fortbildungen und Veranstaltungen.

In diesem Jahr gab es Weiterbildungen zum Thema Datenschutz und zur Gewinnung von Ehrenamtlichen. „Die Nachfrage war groß“, freut sich die Organisatorin. „Viele wussten nicht, wie sie mit der neuen Datenschutzgrundverordnung umgehen sollten“, erklärt Moll, „und Nachwuchs ist nicht leicht zu bekommen.“ Dabei gehe es vor allem darum, junge Leute langfristig für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern. Im kommenden Jahr will Moll deshalb in Kooperation mit dem Gymnasium eine Arbeitsgemeinschaft „Ehrenamt“ für Schülerinnen und Schüler anbieten. Der Schulleiter habe seine Unterstützung bereits zugesagt, so Moll.

Neu ist die Idee eines Runden Tisches im kommenden Jahr. „Da können sich dann alle einbringen“, freut sich die Organisatorin. Schon heute treffen sich die Lilienthaler Akteure alle vier Wochen, um das gemeinsame Vorgehen abzusprechen. Heraus kommen dann Aktionen wie das Spielfest im Amtsgarten oder auch das Weihnachtstreffen der Ehrenamtlichenn bei Stockbrot und Glühwein auf der Wiese der Diakonie. „Am Feuerkorb lernt man sich besser kennen“, meint Moll. „Natürlich kennen sich die örtlichen Akteure in Lilienthal, räumt die Netzwerkerin ein, aber bislang fehlte es an einer Organisation, die sie auch zusammenbringt.“

Regine Moll hilft bei konkreten Anliegen weiter und vermittelt auch Seminare, die bundesweit von dem Programm angeboten werden. Insgesamt sind 50 Städte beteiligt. Sie alle arbeiten daran, das Ehrenamt auszubauen und zu stärken. Wo die Probleme auf lokaler Ebene liegen, soll eine Online-Umfrage herausfiltern, die in diesem Jahr durchgeführt wurde und deren Ergebnisse im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Moll hat eine solche Umfrage auch in Lilienthal gemacht. Die Auswertung ist noch nicht abgeschlossen.

Eva Nemela leitet das Programm „Engagierte Stadt“ für die Körber-Stiftung und hilft den Teilnehmern bei der Umsetzung. „Die Engagierte Stadt Lilienthal hat bereits Strukturen etabiliert und steht unter anderem für eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rathaus“, erklärt sie auf Nachfrage. Verschiedene Arbeitsgruppen und die lokale Steuerungsgruppe bringen Vereine, Verwaltung, Politik und Wirtschaft zusammen.

Lilienthal ist bereits zum zweiten Mal für das Programm ausgewählt worden. Die aktuelle Förderphase läuft bis 2020. „Wir wissen nicht, ob es eine Verlängerung gibt“, sagt Moll. In jedem Fall aber werde das Programm weitergeführt. Sie kann sich auch vorstellen, in Zukunft eine Freiwilligenagentur in Lilienthal zu etablieren, die die Aufgaben dann übernimmt. „Es wäre doch schön, wenn die Leute ihre Kinder nicht nur zum Sportverein bringen, sondern sich auch selbst engagieren“, meint die Mutter zweier Kinder. Sie hat schon früher bei ihrer Tätigkeit an der Universität Menschen zusammengebracht. „Was im Großen geht, geht auch im Kleinen“, lacht sie.

Regine Moll ist die Koordinatorin der Engagierten Stadt Lilienthal. Sie setzt sich für die Vernetzung der Ehrenamtlichen in der Gemeinde ein und vermittelt Fortbildungen. Regine Moll ist unter der E-Mail-Adresse info@engagiertes-lilienthal.de oder telefonisch unter der Rufnummer 04298 / 9065 457 zu erreichen.

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