Start für Pilotprojekt Lilienthal will mehr für Familien in schwierigen Lebenslagen tun

In der Gemeinde Lilienthal sollen Familien mit kleinen Kindern, die in einer belastenden Lebenslage sind, besser unterstützt werden. Das Netzwerk Engagierte Stadt will dafür Ehrenamtliche gewinnen.
25.03.2021, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Lilienthal. Um Familien in schwierigen Lebenslagen mit kleinen Kindern besser zu unterstützen, will man in Lilienthal in den nächsten zwei Jahren neue Wege gehen. Das örtliche Netzwerk Engagierte Stadt will Konzepte schmieden, wie man ehrenamtliche Kräfte gewinnen kann, die für die Familien da sind, die aber zugleich auch so professionell begleitet werden, dass sie der Job nicht überfordert. Am Ende könnte auch eine Art Familienzentrum entstehen, das als Anlaufstelle für die Betroffenen und Helfer dient. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten.

Schwung bekommen die Planungen, weil die Engagierte Stadt Lilienthal als eine von bundesweit fünf Kommunen des Netzwerkes ausgewählt wurde, ein Pilotprojekt zu starten. Die Auridis-Stiftung aus Mülheim an der Ruhr, die von Aldi-Süd finanziert wird, fördert den Aufbau der neuen Strukturen. 18.300 Euro stehen dafür in den nächsten zwei Jahren bereit, davon sind im ersten Jahr 10.000 Euro abrufbar.

Regine Moll weiß, dass es schon jetzt professionelle Hilfsangebote für Familien mit jüngeren Kindern gibt, die mit Problemen zu kämpfen haben. Doch es fehlt ihrer Ansicht nach an Menschen, die die Familien regelmäßig zu Hause aufsuchen und als feste Bezugspersonen da helfen, wo es gerade brennt. Für die Familien sei ein solcher Ansprechpartner in allen Lebenslagen enorm wichtig. Dort will die Engagierte Stadt nun ansetzen und sich mit dem Aufbau von Strukturen befassen, die das Hilfsangebot komplettieren.

Die Menschen, die dort ehrenamtlich mitmachen, sollen Qualifizierungsangebote erhalten und auch unterstützt werden, damit sie selbst mit den oft schwierigen Lagen und psychischen Belastungen zurecht kommen. Für die Familien sei es wiederum wichtig, längerfristig eine feste Bezugsperson zu haben. „Es wäre schlimm, wenn die Ehrenamtlichen wegen Überforderung ihre Tätigkeiten nicht mehr ausüben. Dies würde zu einer weiteren Belastung der Familien führen und muss daher unbedingt vermieden werden.“

Am Pilotprojekt wirken verschiedene Stellen mit: Die Gemeinde, das Netzwerk Frühe Hilfen, das Projekt InGe, die Familienthaler, die kommunale Jugendarbeit und das GeKo-Netzwerk, das Internationale Café, die Bürgerstiftung Lilienthal, die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung EUTB, die Volkshochschule Lilienthal und weitere Kooperationspartner wollen ihre Expertise einbringen und gemeinsam eine Strategie für das Engagement entwickeln.

Die Pilotphase beginnt am 1. April und endet am 30. März 2023. Weitere Organisationen und Interessierte, die an der Gestaltung des Programms mitwirken möchten, können sich bei der Freiwilligenagentur Lilienthal melden: info@freiwilligenagentur-lilienthal.de oder telefonisch unter 04298/2797630.

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