Serie „Unsere Vereine“: TSV Worphausen Faustball mit Tradition

Seit 1968 bereits besteht die Faustball-Sparte des TSV Worphausen. Groß ist sie freilich nicht, aber wer die Sportart einmal ausprobiert, bleibt in der Regel. So wie Birgit Wendelken und Wilfried Schumm.
21.04.2021, 10:13
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Von Reiner Tienken

Dem Faustball schenkt der TSV Worphausen eine gefühlte Ewigkeit lang Beachtung. Seit 1968 pflegt der Verein aus der Gemeinde Lilienthal die Sportart. Hein Blohm und Lothar Würzberger brachten damals den Stein ins Rollen. Birgit Wendelken und Wilfried Schumm zählen beim TSV Worphausen heute zu den Urgesteinen der Ballsportart.

Die Vorliebe für den Faustballsport ist bei den beiden Freizeitspielern ungebrochen. „Fußball war nie so mein Ding“, zählt Wilfried Schumm einen Grund für die Widmung mit der Randsportart auf. Bekannte lotsten den aktuellen 3. Vorsitzenden des TSV Worphausen einst zum Faustball. „Durch Freunde bin ich da rangekommen. Die haben gesagt, ich soll mir das mal anschauen“, bekundete Schumm. Aus dem Ratschlag seiner Bekannten wurde eine Herzensangelegenheit. 1993 begann die Laufbahn von Schumm in seinem Stammverein. Birgit Wendelken ist bereits seit 1985 dabei. „Faustball kannst du bis ins hohe Alter spielen“, nennt Wendelken einen der Vorzüge, sich der Ballsportart hinzugeben. „Wir haben auch schon gegen 80-jährige Gegner gespielt“, pflichtet Schumm bei. Der Bäcker aus Worphausen hofft da mit seinen 55 Jahren noch auf viele Begegnungen mit seiner Leidenschaft. „Faustball ist zwar Mannschaftssport, aber kein Kontaktsport“, hebt Schumm hervor. Die Sparte umfasst derzeit 25 Mitglieder. Die Herren nahmen bereits 1970 am Punktspielbetrieb teil, die Frauen erst im Jahr der deutsch-deutschen Einheit 1989. Schumm bekleidet das Amt des Abteilungsleiters mittlerweile seit 2002. Ganz bewusst entschied sich der Klub in der Vergangenheit dafür, sich dem Spielbetrieb in der nahegelegenen Hansestadt anzuschließen. „Wir haben uns nach Bremen orientiert. Die Wege nach Stade wären zu weit gewesen“, stellt der Handwerker klar. So pflegt der TSV Worphausen seit Jahren einen Austausch mit dem TSV Borgfeld. „Das Verhältnis ist freundschaftlich. Wir haben schon mal Gespräche gemacht, gemeinsam etwas zu unternehmen. Auch dem TSV Borgfeld fehlen Leute“, bekennt Schumm. Hinter dem TSV Worphausen liegen Beförderungen von der 2. Stadtliga bis in die Bezirksliga. „Wir haben eine Saison mal nur gewonnen. Das hat keinen Spaß mehr gemacht“, befindet Wendelken. Gerne denkt die gelernte Großhandelskauffrau, die in Weyerdeelen wohnt, an ein Duell gegen einen ganz jungen Gegner zurück. Die jungen Hüpfer lockten die alten Hasen mit nervigen Sprüchen aus der Reserve. Das Lachen verging dem TSV-Widersacher. Die Routiniers gingen aus dem Match als klarer Sieger hervor. Der Spartenleiter räumt mit einem Vorurteil über seine Sportart auf. „Mir wurde gesagt, Faustball ist was für alte Männer. Ich weiß nicht, warum die Leute das unterschätzen“, sagt Schumm. Beim TSV Worphausen sind die Faustballer bis auf wenige Ausnahmen zwischen 20 auf 60 Jahre alt. „Es passt hundertprozentig“, lobt Wendelken vor allem den Teamgeist unter den Freizeitsportlern. Die Pandemie ist auch den Liebhabern der Sportart auf den Magen geschlagen. „Wir warten alle darauf, dass wir wieder raus dürfen“, scharren die beiden Langzeit-Faustballer mit den Hufen. Die Sparte übte in der Vergangenheit montags (19.30 bis 21.30 Uhr) auf dem Sportgelände am Kindergarten. Der Rückkehr zum Training und Spiel sehnen die Ballsportler herbei.

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