TV Lilienthal Floyd Schnaars will zu den Deutschen Meisterschaften

Er ist jung und ehrgeizig. An sechs Tagen in der Woche trainiert Floyd Schaars. Der Läufer des TV Lilienthal hat ein große Ziel vor Augen: Die Deutschen Meisterschaften.
04.02.2021, 10:11
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Lilienthal. Floyd Schnaars von den Leichtathleten des TV Lilienthal hat ein großes Ziel vor Augen: Der 16-Jährige möchte sich in diesem Jahr erstmals für die Deutschen Meisterschaften qualifizieren. Die besten Chancen rechnet er sich dabei im 1500-Meter-Lauf aus. Über diese Strecke verbesserte Schnaars seine Bestzeit bei den Landesmeisterschaften im vergangenen Jahr in Oldenburg auf 4:21 Minuten.

Diese Leistung langte immerhin zu Rang vier in der männlichen Jugend U18, wenngleich er als jüngerer Jahrgang gegen die bereits ein Jahr ältere Konkurrenz antreten musste. Für die DM-Quali muss Floyd Schnaars noch acht Sekunden gutmachen. „Ich denke, dass ich das auch schaffen werde“, zeigt sich der Youngster zuversichtlich. Die nationalen Titelkämpfe sind für Ende Juni in Rostock geplant. „Floyd ist sehr trainingsehrgeizig“, lobt Coach Jan Petermann seinen Schützling.

Schnaars absolviert in jeder Woche sieben Trainingseinheiten an sechs Tagen. Nur dienstags hat der Schüler des Gymnasiums Lilienthal trainingsfrei, um auch mal zu regenerieren. Zu den Trainingseinheiten zählen Hügel- und Tempoläufe über acht Kilometer, aber auch sonntägliche Läufe mit den Klubkollegen durch den Wald in Heilshorn. Wegen des Lockdown in der Corona-Pandemie kann er sich derzeit aber höchstens mit einem Kollegen zum gemeinsamen Laufen verabreden. Ab und zu begleiten ihn auch seine Eltern Markus und Petra Schnaars. „Wenn ich meine Ziele erreichen möchte, dann muss ich viel trainieren, auch wenn es mir manchmal schwerfällt, mich zu motivieren“, sagt Schnaars.

Bereits mit sieben Jahren begann Floyd Schnaars seine Laufbahn beim TV Lilienthal. „Ich fand die Leichtathletik immer sehr interessant, weil es hier mehrere Disziplinen gibt, auf die man sich spezialisieren kann“, gibt Schnaars zu bedenken. Auch wenn er es sich nicht nehmen lässt, im Sommer zum Spaß ein bisschen dem Stabhochsprung nachzugehen, hat sich der Gymnasiast irgendwann auf das Laufen und dabei auf die Mittelstrecken konzentriert. „Vor allem die Strecken über 1500 und 3000 Meter kommen meinen Fähigkeiten am meisten entgegen“, verrät Floyd Schnaars.

Auch wenn er locker über zehn Kilometer antreten könnte, bestreite er nicht so gerne Wettbewerbe über lange Strecken, erzählt Schnaars. Dies hindert ihn aber nicht daran, im Training auch mal 20 Kilometer zurückzulegen. Bei den Bezirksmeisterschaften in Delmenhorst im vergangenen Sommer sicherte sich Schnaars den U18-Titel über die 3000 Meter in 9:50,20 Minuten. Seine Bestzeit über die siebeneinhalb Stadionrunden auf der Bahn beläuft sich aber sogar auf 9:40 Minuten. Im Land wurde Schnaars dann Fünfter über die 3000 Meter. „Ich war schon ein bisschen enttäuscht darüber, dass es nicht zu den Top drei gereicht hat“, räumt der Zehntklässler trotz einer guten Leistung ein.

Wenngleich ihm die 3000 Meter vom Vortag noch in den Knochen steckten, stellte Floyd Schnaars in Oldenburg am nächsten Tag seine neue Bestzeit über die 1500 Meter auf. „Damit habe ich bewiesen, dass mir die 1500 Meter noch mehr liegen“, so Schnaars. Die bereits erwähnten 4:21 Minuten erreichte der Lilienthaler in seinem erst dritten Lauf über die 1500 Meter überhaupt. „Diese Strecke gibt es in Wettkämpfen auch erst von der U18 an“, informiert Floyd Schnaars. Die Gedanken, auch mal in Richtung der Königsdisziplin in der Leichtathletik, dem Zehnkampf, zu gehen, hat der 16-Jährige schnell verworfen.

„Ich kann den Diskuswurf nicht so gut und bin auch insgesamt nicht so der Wurftyp“, teilt der junge Aktive mit. 2019 absolvierte er aber dennoch mal einen Zehnkampf. „Man sollte aber schon in allen Disziplinen des Zehnkampfes gut sein. Es nützt mir also nichts, wenn ich bestimmte Disziplinen sehr gut kann, aber eben auch manche gar nicht“, urteilt der Schüler. Weil es aber zum Beispiel im Diskuswerfen und Kugelstoßen deutlich bessere Athleten gebe, habe er sich den Zehnkampf endgültig abgeschminkt. „Das brauche ich erst gar nicht zu versuchen“, bleibt Floyd Schnaars bei seinen Leisten.

Trainer Jan Petermann hält große Stücke auf seinen Athleten: „Floyd ist immer pünktlich, egal, was für ein Wetter auch ist. Man kann sich auf ihn verlassen. Die Gruppe und ich haben viel Spaß mit ihm beim Training.“ Der derart Gelobte gibt die Komplimente gerne zurück: „Jan ist ein richtig guter Trainer. Ich habe nichts an ihm auszusetzen.“ Der Schüler ist auch noch Mitglied im Golfclub Lilienthal und besitzt ein Handicap von 36. „Ich gehe aber nur ab und zu zum Golfen“, versichert Schnaars. Floyd Schnaars verfolgt aber auch aufmerksam die Fußball-Spiele von Werder Bremen in der Bundesliga. „Ich habe schon sehr viel Spaß daran, Fußball zu gucken und drücke dabei Werder die Daumen“, berichtet der Gymnasiast. Selbst hat er aber nie Fußball gespielt.

Normalerweise würde Floyd Schnaars in dieser Zeit an den zahlreichen Crossläufen in der Umgebung teilnehmen, die nun aber allesamt coronabedingt eben nicht stattfinden. „Diese Läufe haben mir schon immer viel Freude bereitet“, sagt Schnaars. Der TVL veranstaltete kurz vor Weihnachten als kleinen Ersatz einen vereinsinternen Wettkampf über vier Kilometer durch das Bremer Blockland. „Wir sind dabei alle mit großem Abstand gestartet. Es ist aber dennoch anders als ein richtiger Wettkampf“, findet Schnaars, der es kaum erwarten kann, wieder bei offiziellen Wettbewerben zu starten. Ein großes Vorbild für Schnaars ist auch sein Vereinskamerad Tom Schröder, der vor ein paar Jahren bei den U18-Europameisterschaften in Tiflis Platz fünf über die 400 Meter Hürden ergatterte. „Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung“, schwärmt der 16-Jährige, der vor fünf Jahren auch unter dem Vorgänger von Jan Petermann, Sebastian Dirlam, mit Schröder trainierte.

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