Freiwilligenagentur Lilienthal

Plattform für Ehrenamtliche

In Bremen gibt es sie schon lange. Jetzt hat auch Lilienthal eine Freiwilligenagentur, die erste im Landkreis Osterholz. Hervorgegangen ist die neue Plattform für Ehrenamtliche aus der „Engagierten Stadt“.
07.04.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Plattform für Ehrenamtliche
Von Silke Looden

Lilienthal. Als erste Gemeinde im Landkreis Osterholz hat Lilienthal eine Freiwilligenagentur. „Wir wollen diejenigen, die helfen wollen, und diejenigen, die Hilfe brauchen, zusammenbringen“, sagt Geschäftsführerin Regine Moll. Die Koordinatorin des Netzwerks „Engagierte Stadt“ in Lilienthal hat Monate daraufhin gearbeitet, dass die neue Plattform für Ehrenamtliche nun auch offiziell an den Start geht. Vorbild ist die Freiwilligenagentur in Bremen.

Wenn man es genau nimmt, hat es zumindest auf dem Papier bereits von 2002 bis 2005 eine Freiwilligenagentur in Lilienthal gegeben. Die neue Agentur ist Rechtsnachfolger. Sie ist gemeinnützig und bekommt Fördergelder: 16 250 Euro vom niedersächsischen Landesamt für Soziales, Familie und Jugend sowie 5000 Euro von der Gemeinde Lilienthal und 7500 Euro von der Initiative „Engagierte Stadt“. „Vor allem aber will die Freiwilligenagentur für die Menschen da sein, auch und gerade jetzt in Zeiten von Corona“, sagt Regine Moll. Die 40-Jährige hat Meeresbiologie studiert und ist eher zufällig in der Rolle der Netzwerkerin zwischen den Vereinen und Institutionen in Lilienthal gelandet. „Es macht Freude, die Menschen zusammenzubringen“, sagt sie über ihre Motivation.

Aufgrund der Pandemie gibt es in Lilienthal viele, die helfen wollen, und viele, die Hilfe brauchen. „Die Anfragen häufen sich. Der Helfer-Enthusiasmus in Lilienthal ist enorm“, freut sich Regine Moll. Bei der Freiwilligenagentur werden nun Angebot und Nachfrage koordiniert. „Wir vermitteln auch an die Nachbarschaftshilfe und die Einkaufshilfe weiter“, erklärt Regine Moll. Auf der Website hat die Agentur alle lokalen Hilfsaktionen im Zusammenhang mit der Corona-Krise gebündelt. Familien können beispielsweise gebastelte Ostergeschenke für Senioren bei Regine Moll, Feldhäuser Straße 91, abgeben. Für eine kontaktlose Übergabe hat die Geschäftsführerin eine Geschenkbox vor die Tür gestellt. Die Freiwilligenagentur bringt die Osterüberraschungen dann zum Lilienthaler Pflegedienst, der sie wiederum denen bringt, die zur Risikogruppe gehören und allein zu Hause bleiben müssen. „Für die einen ist es eine kleine Geste, für die anderen eine große Freude“, sagt Regine Moll.

Vorsitzender der Freiwilligenagentur ist Bürgermeister Kristian Tangermann. Geschäftsführerin Moll betont, dass der Bürgermeister sich ehrenamtlich für die Freiwilligenagentur engagiert. „Er ist gut vernetzt und davon profitiert die Agentur“, so Moll. Bereits jetzt hat der gemeinnützige Verein über 50 Mitglieder, allerdings sind die meisten Vertreter von Vereinen, die bereits im Netzwerk „Engagierte Stadt“ dabei waren. „Ich würde mich freuen, wenn auch ganz normale Leute, die keine Funktionsträger sind, Mitglied werden“, so die Geschäftsführerin. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf zwölf Euro.

Wegen der Ansteckungsgefahr durch das Virus ist das Büro der Freiwilligenagentur im Amtmann-Schroeter-Haus, Hauptstraße 63, noch nicht eröffnet. Aber die Internetseite www.freiwilligenagentur-lilienthal.de ist bereits online. Zu erreichen ist die Freiwilligenagentur unter der Telefonnummer 04298/ 279 76 30 oder via E-Mail unter der Adresse info@freiwilligenagentur-lilienthal.de. Ansprechpartnerin ist neben Regine Moll auch Christine Beulshausen.

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