Neubau in Lilienthal

Bauantrag für die Schroeterschule läuft

Die Planungen für die Schroeterschule in Lilienthal nehmen konkrete Formen an. Vor einigen Tagen ist beim Landkreis der Bauantrag eingereicht worden. Jetzt geht es noch weiter in die Details.
23.12.2020, 08:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Lutz Rode

Lilienthal. Für den Bau der neuen Schroeterschule in Lilienthal ist vor wenigen Tagen der Bauantrag gestellt worden. Die eingereichten Unterlagen füllen zwei Kartons, was schon ein Hinweis darauf ist, welches Großprojekt die Gemeinde Lilienthal in Angriff nimmt. Bis die ersten Bauarbeiter am Konventshof auftauchen, wird noch gut ein Jahr vergehen. Anfang 2022 soll der erste Spatenstich erfolgen. Erst wenn die neue Grundschule für drei Klassen pro Jahrgang anderthalb Jahre später steht und der Schulbetrieb startet, sollen die alten Gebäude aus den 60er-Jahren abgerissen werden. Der Platz, auf dem sie stehen, wird der neue Schulhof.

Architekt Stephan Rosengart und seine Kollegen gehen jetzt ans Eingemachte: Zusammen mit Ingenieuren und Fachbüros kümmern sie sich in den nächsten Monaten um die Feinplanung der Arbeiten, klären Details zur technischen Ausstattung, zur Ausführung und zu den Materialien und Bauteilen, die verwendet werden sollen.

Projektkosten von 14,6 Millionen Euro

Für 80 Prozent des Bauvolumens werden auch die konkret zu erwartenden Preise gleich mit benannt. Sollte es zu größeren Abweichungen von der ersten groben Kalkulation kommen, könnte die Gemeinde dann noch mit Sparmaßnahmen reagieren, ehe die öffentliche Ausschreibung raus geht. „Das Verfahren gewährleistet ein hohes Maß an Kostensicherheit“, sagt Stephan Rosengart.

14,6 Millionen Euro umfasst das Budget, das für das gesamte Projekt vorgesehen ist. Dazu gehört nicht nur die Errichtung des neuen Schulgebäudes, sondern auch die Ausstattung mit Möbeln sowie die Umgestaltung des Außenbereichs inklusive Abriss des alten Schulgebäudes. Der benötigte neue Eingang für die Turnhalle und für das verbleibende Kita-Gebäude nahe der Wörpe sowie eine separate Heizung dafür sind ebenfalls in dieser Summe inbegriffen.

Um die Kosten nicht ausufern zu lassen, sind die Pläne seit dem ersten Entwurf überarbeitet worden. So soll die neue Schule zum Beispiel nicht vergleichsweise teure Holz-Aluminium-Fenster erhalten, sondern Kunststofffenster. Einen Abstrich bei der Qualität bedeutet das nicht, versichert der Architekt. „Hier wird der Status quo des Schulbaus umgesetzt“, sagt Rosengart. Der Energieverbrauch soll niedrig sein, die Vorgaben für ein Kfw-55-Haus werden erfüllt, Wärmerückgewinnung und kontrollierte Lüftungsanlage gehören zur Ausstattung genauso dazu wie die Fotovoltaikanlage, die auf dem Dach installiert werden soll.

Froh ist Rosengart, dass trotz aller gebotenen Sparsamkeit das pädagogische Konzept aus seiner Sicht so umgesetzt werden kann, wie man es mit der Grundschule und der Gemeinde ursprünglich vorgesehen hatte. Dazu gehört zum Beispiel, dass es neben dem eigentlichen Klassenraum jeweils auch einen Gruppenraum gibt und die Kinder auf ihren Etagen auch über Flächen verfügen, auf denen sie sich zum selbstständigen Lernen treffen können. Jeder Klasse ist eine eigene Toilette zugeordnet, es gibt Kochmöglichkeiten auf jeder Etage. In den Klassen selbst hat die Kreidetafel ausgedient, stattdessen wird künftig mit einer digitalen Version gearbeitet. Auf das traditionelle Waschbecken zum Schwamm-Säubern im Klassenraum wird deshalb verzichtet. Schmale Flure und Gänge, wie sie für Schulen früherer Jahre klassisch sind, wird es in dem Neubau nicht mehr geben. Die Etagen sind über eine große Freitreppe zu erreichen, ein Lichthof sorgt für natürliche Helligkeit in den Zonen.

Dreigeschossig soll der Neubau werden, die Firsthöhe liegt bei 13,60 Metern. Während die erste und zweite Etage fürs Lernen vorgesehen sind, kommen ins Erdgeschoss das Lehrerzimmer, die Verwaltung oder auch der Musikraum, der bei Schulaufführungen kurzerhand in eine Bühne umgewandelt werden kann. Auch die Kunst- und Werkräume werden dort untergebracht.

Mittagessen im Schichtbetrieb

Auch über eine Mensa verfügt die geplante Grundschule: Sie soll in einem Vorbau im Erdgeschoss untergebracht werden und Platz für 120 Schülerinnen und Schüler bieten, was bedeutet: Um alle Kinder mit einem Mittagessen versorgen zu können, muss im Schichtbetrieb gearbeitet werden. Das Essen wird nicht in der Schule zubereitet, sondern vorgesehen ist eine Anlieferung.

Ein bisschen Puzzlearbeit war vonnöten, um das Gebäude auf dem Gelände passend zu platzieren: Vor allem galt es, Rücksicht zu nehmen auf die Baumallee entlang des Konventshofs: Um den Wurzelbereich nicht anzugreifen, ist das Gebäude weiter als zunächst geplant nach hinten gerückt. Bei zwei Bäumen auf dem Grundstück ist allerdings schon klar, dass sie weichen müssen: Eine abgängige Linde an der Zufahrt zum TVL-Vereinshaus soll im Januar gefällt werden und auch eine Buche an der Turnhalle ist dem Neubau im Weg.

Laut Baufachbereichsleiter Stephen Riemenschneider sind alle Anwohner am Konventshof im Oktober angeschrieben und über das Neubauvorhaben informiert worden. Kritik und Ärger hat es seiner Darstellung nach daraufhin nicht gegeben. Auch die Schulleitung wird von der Gemeindeverwaltung über die Planungen auf dem Laufenden gehalten, weitere Treffen sind vorgesehen. Eine Mitarbeiterin der Bauabteilung des Rathauses, Nicole Dauelsberg-Fleck, kümmert sich ausschließlich um das Neubauprojekt Schroeterschule. Die Architektin wird später auch täglich im Baucontainer anzutreffen sein, wenn die Bauphase auf dem Schulgrundstück losgeht. Sie steht dann als Ansprechpartnerin für Anwohner, Schule und Architekt und Baufirmen zur Verfügung.

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