Nabertherm in Lilienthal

Großes Lob für den scheidenden Chef

150 Gäste kommen zum Abschied des Nabertherm-Geschäftsführers Friedrich-Wilhelm Wentrot. Er hatte das Lilienthaler Unternehmen 18 Jahre lang geführt. Sein Nachfolger ist Timm Grotheer.
10.04.2019, 18:23
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Großes Lob für den scheidenden Chef
Von André Fesser
Großes Lob für den scheidenden Chef

Timm Grotheer (links) hat den Chefsessel beim Lilienthaler Ofenbauer Nabertherm übernommen. Friedrich-Wilhelm Wentrot hat das Unternehmen 18 Jahre lang geführt und geht nun in den Ruhestand.

Christian Kosak

Lilienthal. Dass man Chefs bei ihrem Ausscheiden aus dem Unternehmen ein paar nette Worte hinterherruft, ist an sich nichts Ungewöhnliches. Dass diese Worte aber so positiv ausfallen wie bei Friedrich-Wilhelm Wentrot und obendrein auch noch der Betriebsrat eine Lobeshymne anstimmt, gibt es dann doch nicht alle Tage. Am Dienstagabend hat sich Wentrot nach 18 Jahren als Geschäftsführer der Nabertherm GmbH in den Ruhestand verabschiedet. Ab sofort steht sein Nachfolger Timm Grotheer bei dem Lilienthaler Ofenbauer in der Verantwortung.

Rund 150 Gäste hatten sich zur Stabübergabe in einer der großen Lagerhallen an der Entlastungsstraße eingefunden, darunter Vertreter der örtlichen Politik, aber auch Geschäftspartner und Branchenvertreter. Mit dabei waren auch Angehörige der Gründerfamilie. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Martin Naber, würdigte den Einsatz Wentrots, der den Umsatz des Unternehmens in den vergangenen 18 Jahren verdreifacht und die Zahl der Mitarbeiter auf gut 500 annähernd verdoppelt habe. Man verdanke ihm eine wertvolle und beglückende Kontinuität. Nabertherm spiele auf dem Weltmarkt in der Branche ganz vorn mit, so Martin Naber, dessen Vater Conrad Naber das Unternehmen vor mehr als 70 Jahren aufgebaut hatte.

Lilienthals stellvertretende Bürgermeisterin Monica Röhr (CDU) hob ebenfalls die Kontinuität und Beständigkeit hervor, die Friedrich-Wilhelm Wentrot dem Unternehmen im Sinne des Unternehmensgründers verpasst habe. Das drücke sich vor allem auch in dem Bekenntnis zum Standort aus. „In all den Jahren ist Nabertherm Lilienthal treu geblieben“, lobte Röhr und bemerkte, dass sich die Gemeinde nicht zuletzt über die daraus resultierenden Gewerbesteuereinnahmen freut.

Auch der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen (SPD) zeigte sich angetan von der Standorttreue: Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie trotz des weltweiten Engagements die Firmenerweiterungen allesamt hier vor Ort vorgenommen haben." Lütjen bot Wentrots Nachfolger Timm Grotheer, der bereits seit einigen Monaten im Unternehmen mitarbeitet, um die Strukturen kennenzulernen, zugleich die Zusammenarbeit an. Es sei ihm wichtig, dass es der Firma Nabertherm in Lilienthal gut geht.

Ein großes Lob erhielt Wentrot von der Betriebsratsvorsitzenden Antje Müller. Sie dankte Wentrot, dass er die Produktion am Standort gehalten hat und zeigte sich beeindruckt, dass selbst in Zeiten der Finanzkrise kein Stammpersonal entlassen worden sei. „Nabertherm war immer ein verlässlicher Arbeitgeber, dem langfristige Kontinuität wichtiger war als kurzfristige Gewinnmaximierung“, so Müller.

Der scheidende Chef selbst befand, dass mit nun 67 Jahren der Zeitpunkt für den Abschied gekommen ist. Er habe einen guten Nachfolger gefunden. Und wenn man einen hat, sollte man auch gehen. Wie berichtet, wird Wentrot dem Unternehmen als Gesellschafter erhalten bleiben und weiter im Aufsichtsrat sitzen.

Nach der Stabübergabe verneigte sich Timm Grotheer verbal vor seinem Vorgänger: Wentrot habe das Unternehmen hoch profitabel gestaltet, den Made-in-Germany-Gedanken gelebt und obendrein ein tolles Team gebildet. Er dankte den Gesellschaftern für das Vertrauen: „Ich werde alles tun, um diese Erfolgsstory weiterzuschreiben.“

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