Viel Lob aus der Region

Basis lobt Baerbocks Kandidatur

Annalena Baerbock soll für die Grünen das Kanzleramt erobern. Die Reaktionen in den Grünen-Ortsverbänden der Region auf diese Entscheidung der Grünen in Berlin fallen durchweg positiv aus.
19.04.2021, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Basis lobt Baerbocks Kandidatur
Von Antje Stürmann
Basis lobt Baerbocks Kandidatur

Annalena Baerbock geht als Spitzenkandidatin der Grünen in die Bundestagswahl. Die Basis in der Region findet das gut.

Kay Nietfeld/dpa

Annalena Baerbock soll im Kampf um das Kanzleramt für die Grünen ins Rennen gehen. Die 40-Jährige hat sich gegen Robert Habeck durchgesetzt. Das Duo einigte sich hinter verschlossenen Türen darauf, dass Baerbock im bevorstehenden Wahlkampf an die Spitze rücken soll. Die WÜMME-ZEITUNG hat bei den Grünen in der Region gefragt, wie sie diese Entscheidung bewerten.

Die Reaktionen fallen durchweg positiv aus. „Großartig, dass Frau Baerbock nominiert worden ist“, freut sich der Sprecher der Grünen in Borgfeld, Martin Schumacher. Die Parteikollegin besteche durch ihre Warmherzigkeit und besitze die ausgeprägte Fähigkeit, sich zügig und qualifiziert in Sachthemen einarbeiten zu können. „Sie kann Entscheidungen auf guter Grundlage fällen, in aller Regel aus eigener Kenntnis“, urteilt Martin Schumacher. Der Psychiater findet es klasse, „dass sie einen großen Anteil an Normalität bietet“. Baerbock pflege ein intensives Familienleben, „dass sie das alles so hinbekommt, ist beeindruckend“, meint Schumacher, der davon ausgeht, dass Robert Habeck Baerbock weiter unterstützen wird.

Claudia Maleki.

Claudia Maleki.

Foto: frei

Gut angekommen ist auch die Art der Entscheidungsfindung. „Ich finde es großartig, in welcher Klarheit und Ruhe die beiden ihren Entscheidungsprozess geführt haben“, so Schumacher. Claudia Maleki ist Co-Sprecherin im Ortsverband der Lilienthaler Grünen und stimmt ein: „Wir freuen uns im Ortsverband riesig.“ Baerbock und Habeck bringen nach Ansicht Malekis einen neuen Stil ein, kooperativ und in der Sache zielorientiert. „Sie waren so dreieinhalb Jahre erfolgreich, ohne sich gegenseitige Angriffe zu liefern“, lobt die Lilienthalerin. Warum ist nun Baerbock die richtige Wahl? „Ich glaube, Annalena Baerbock wird sehr unterschätzt.“ Die Expertin für Völkerrecht sei auf vielen Gebieten sehr gut aufgestellt „und sie lässt sich nicht zur Seite schieben“, sagt Maleki. Baerbock suche ganzheitlich und ressortübergreifend nach Lösungen. Im Gegensatz zu den Kollegen aus anderen Parteien habe sie gezeigt, dass sie ihr Fähnchen nicht in den Wind hänge. „Annalena Baerbock ist in der Sache sehr authentisch und sie geht ihren Weg.“

WOR: Interview Almut Helvogt zu "Worpswede 2021"

Almut Helvogt.

Foto: CARMEN JASPERSEN

Almut Helvogt, Sprecherin der Grünen in Worpswede sagt: „Dass es Annalena Baerbock werden soll, ist ein starkes Zeichen.“ Nicht nur, weil sie eine Frau sei, sondern auch, weil Habeck und sie sich im Gegensatz zu anderen Parteien leise geeinigt hätten. Auch die 44-jährige Ärztin ist der Meinung, dass Habeck und Baerbock dabei sind, eine neue Art der Führungskultur zu etablieren. Annalena Baerbock habe einen klaren, sachorientierten und kenntnisorientierten Blick, sie spreche Themen und Ziele, die sie verfolgt, direkt an. „Das ist eine neue Herangehensweise, die es in der Politik braucht.“ Auf die Frage, ob sie Baerbock das Kanzlerinnenamt zutraue, sagt Helvogt: „Die Grünen werden in einer Koalition regieren, da braucht es Kompromisse - ich glaube, dass Annalena Baerbock dafür die richtige Person ist, weil sie eine ausgleichende und vermittelnde Art hat.“

Auch der Vorsitzende der Grasberger Grünen, Bogislaw Miescke, jubelt: „Toll, dass in der Politik immer mehr hochkompetente Frauen das Zepter in die Hand nehmen und sich von der dominanten Männerwelt nicht ins Bockshorn jagen lassen.“ Miescke wünscht Baerbock Energie, um deren Machtspielen standzuhalten. „Ich hoffe, dass sich bei CDU und CSU Armin Laschet als Kanzlerkandidat durchsetzt, der ist ein Teamplayer, die beiden wären ein gutes Team.“ Miescke ist überzeugt, dass es Deutschland gut täte, wenn Baerbock mitregierte. „Viele Fragen werden im Sinne der Bevölkerung und der Frauen gedacht, wenn Frauen mitbestimmen.“ Um Habeck macht sich der Pensionär keine Sorgen: „Er weiß innerhalb der Grünen und auch unter einer Bundeskanzlerin Baerbock seine Position zu finden.“

++ Dieser Artikel wurde aktualisiert am 20. April um 15.24 Uhr. ++

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