Handball-Bremenliga HSG LiGra will angreifen - aber ob das auch gehen wird?

„Ich gehe deshalb davon aus, dass wir am Sonnabend gegen den SVGO III spielen werden“, sagt HSG-Spielleiter Jürgen Stanek vor dem Saisonstart der HSG LiGra.
23.10.2020, 12:12
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Landkreis Osterholz. Seit Mittwoch wissen die Teams der Handball-Bremenliga, wie mit der neuen Saison verfahren werden soll. Bei einem Inzidenzwert von über 50 für den Raum eines Teams im Hinblick auf die Corona-Pandemie ist die Teilnahme der Mannschaften an den angesetzten Partien freiwillig. Somit müsste die HSG LiGra am Sonnabend um 15 Uhr eigentlich nicht ihr Heimspiel gegen den SV Grambke-Oslebshausen III austragen, weil der Wert in Bremen bei über 50 liegt.

Bis jeweils Mittwoch-Abend um 23:59 Uhr haben die Teams künftig Zeit, der Spielleitung mitzuteilen, dass sie auf ein Spiel am Wochenende verzichten wollen. Das entsprechende Match wird dann ohne Wertung und ohne Strafe abgesetzt und kann zu einem späteren Zeitpunkt bis Ende März 2021 nachgeholt werden. Ist dies nicht der Fall, wird die Spielleitung eine Wertung ohne Sanktion vornehmen. Die HSG LiGra hat aber keinen Gebrauch von der Möglichkeit der Spielverlegung gemacht. „Ich gehe deshalb davon aus, dass wir am Sonnabend gegen den SVGO III spielen werden“, sagt HSG-Spielleiter Jürgen Stanek. Die Situation sei aber insgesamt sehr dynamisch. „Wir wissen alle noch nicht ganz genau, was da auf uns zukommen wird“, erklärt der frühere Coach der ersten Herrenmannschaft. Die 18 Teams der HSG würden aber jeweils für sich entscheiden, ob sie auflaufen wollen oder nicht.

Klare Zielvorgabe

„Zunächst einmal hoffen wir, dass alle Mannschaften gesund durch die Saison kommen und es unter diesen Zuständen irgendwie möglich sein wird, die Saison zu bestreiten“, sagt HSG-Trainer Clemens Böschen. Sollte dies zustande kommen, wolle sein Team ganz klar die Saison auf dem ersten Platz beenden und beim Aufstiegsturnier um die Landesliga erfolgreich abschneiden. Da die Landesklasse nach der Saison aufgelöst wird, würden die Lilienthaler und Grasberger also gleich in die Landesliga aufsteigen.

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Mit Finn Loél aus der eigenen A-Jugend verfügt der Vizemeister der vergangenen Serie nur über einen echten festen Neuzugang. Außerdem rutschte Rückraumspieler Christian Link aus der zweiten Mannschaft hoch. „Wir werden aber punktuell auch darüber hinaus von unserer A-Jugend unterstützt werden“, kündigt Böschen bereits an. Demgegenüber steht kein Abgang. „Nach dem Ergebnis der vergangenen Saison und unter dem Aspekt, dass unsere Mannschaft in der Formation bestehen geblieben ist, gehen wir meiner Meinung nach auch als Favorit in die Saison“, redet Clemens Böschen nicht lange um den heißen Brei herum. Anders als in den vergangenen beiden Jahren, als die HSG sich mit dem SV Grambke-Oslebshausen II sowie mit der SG Arbergen-Mahndorf II die Rolle der Favoriten geteilt hätte, sehe er seine Mannschaft in dieser Saison in jedem Spiel in der Situation, unter Beweis stellen zu müssen, dass diese der Favoritenrolle gerecht werden könne. Clemens Böschen hätte gerne in diesem Jahr noch auf Handball verzichtet. „Ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass der Bremer Handballverband zum Schutze aller Spieler gesagt hätte, dass die Saison erst zu Beginn 2021 gestartet wird und dass man entsprechend nur auf jeden Gegner einmal trifft und dieses Ergebnis gewertet wird“, so der HSG-Coach. Dann wären die Teams in der Lage gewesen, eine Saison zu bestreiten und gleichzeitig das Risiko einer Verbreitung des Virus deutlich reduziert.

Freude über große Liga

Ebenfalls ganz oben mitgespielt hat in der vergangenen Saison auch die zweite Formation der HSG LiGra. „Wir wollen vor allem Spaß haben, aber natürlich auch gut in der Liga abschneiden. Da wir letztes Jahr den dritten Tabellenplatz erreicht haben, wäre es für uns wieder ein Erfolg, am Ende der Saison auf einem der ersten vier Plätze zu stehen“, lässt HSG-Akteur Christian Arlt wissen. Aus seiner Sicht ist die eigene erste Mannschaft der Top-Favorit auf den Titelgewinn. „Unser erstes Team wird eine sehr wichtige Rolle in der Saison spielen und will unbedingt aufsteigen“, verrät Arlt. Da der SVGO II aufgestiegen sei, falle ihm im Hinblick auf die Favoriten auch eigentlich kein anderes Team ein. „Für mich persönlich ist die große Liga schön, da wir dadurch viele Spiele haben. Jedes Wochenende ein Spiel zu haben, finde ich toll“, begrüßt Christian Arlt die Eingleisigkeit der Bremenliga mit insgesamt zwölf Mannschaften. Die Bremenliga der Frauen wurde hingegen in zwei Staffeln mit einmal sechs und einmal sieben Formationen aufgeteilt.

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„Allerdings müssen wir gucken, inwiefern die Spiele aufgrund der aktuellen Lage am Ende wirklich stattfinden können“, fügt Arlt hinzu. Natürlich seien alle heiß auf das Handballspielen und hätten es auch schade gefunden, dass die vergangene Saison im März abgebrochen wurde. „Aber da geht die Gesundheit natürlich vor. Für uns steht einem Saisonbeginn am darauffolgenden Wochenende insoweit nichts im Wege“, versichert Christian Arlt. Die HSG-Reserve möchte am Sonnabend, 31. Oktober, das erste Heimspiel gegen den SV Werder Bremen absolvieren.

Weitere Informationen

HSG LiGra

Neuzugänge: Finn Loél (eigene A-Jugend), Christian Link (eigene Zweite)

Abgänge: keine

Restkader: Torhüter: Maik Wiggers, Sebastian Jaske; Linksaußen: Jörn Janssen, Janis Semken, Sebastian Vetter; Rückraum links: Marvin Meyer, Chris Ohlrogge; Rückraum Mitte: Carsten Buschmann, Lasse Böttcher; Rückraum rechts: Nico Schnaars, Sven Schröder; Rechtsaußen: Nils Hansel, Mathis Thoden, Michel Richter; Kreisspieler: Torben Albers

Trainer: Clemens Böschen

Co-Trainer: Carsten Buschmann

Torwarttrainer: Rolf Schütte

Saisonziel: Aufstieg

HSG LiGra II

Neuzugänge: Sven Pahler (SV Grambke-Oslebshausen III), Lars Schumacher, Dastin Lütjen, Matthias Pape (alle eigene Jugend)

Abgänge: Christian Link (eigene Erste), Sönke David (Karriereende), Carsten Frevert (Wegzug)

Restkader: Torhüter: Mario Bayer, Martin Thöne; Rechtsaußen: Lars Nanninga; Linksaußen: Mathis Iwen, Tim Berthold; Außen: Finn-Lucas Gronau; Rückraum rechts: Christian Arlt, Boris Schumacher; Rückraum links: Clemens Böschen, Reik Bartschies, Lennart Iwen, Marcel Claus; Rückraum Mitte: Eik Hapke, Heiko Rullkötter; Kreisspieler: Paul Plöger

Trainer: Matthias Gust

Co-Trainer: Eik Hapke

Saisonziel: Platz 1 bis 4 KH

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