Integrierte Gesamtschule Lilienthal

Das neue Oberstufenhaus ist fertig

Die ersten Schülerinnen und Schüler sind bereits ins neue, knapp vier Millionen Euro teure Oberstufenhaus der Integrierten Gesamtschule in Lilienthal eingezogen. Am Dienstag ist die offizielle Einweihung.
15.06.2020, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Das neue Oberstufenhaus ist fertig
Von Silke Looden
Das neue Oberstufenhaus ist fertig

Schulleiterin Karina Kögel-Renken und der didaktische Leiter der IGS, Thomas Seifert, haben an einem Tisch der farbenfrohen Lernnischen für die Gruppenarbeit Platz genommen.

Fabian Wilking

Lilienthal. Mitte Mai sind die ersten Schülerinnen und Schüler in das neue Oberstufenhaus der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Lilienthal eingezogen. 3,9 Millionen Euro hat sich der Landkreis Osterholz den modernen Neubau an der Straße Auf dem Kamp kosten lassen. Auf insgesamt 1550 Quadratmetern sind auf zwei Etagen vier Klassenräume, zwei Fachräume, zwei Selbstlernbereiche, zwei Teamzimmer, ein Besprechungsraum und Sanitäranlagen entstanden. Das farbenfrohe Gebäude ist auf dem neuesten Stand der Technik. Interaktive Tafeln und ein schlichtes Design bestimmen das Interieur. Nach Wochen des Lernens zu Hause aufgrund der Corona-Pandemie freut sich die Oberstufe über den Einzug in das neue Haus. Am Dienstag ist die offizielle Eröffnung.

Lotta Geffken hat es sich mit ihren Mitschülerinnen im Selbstlernbereich in der ersten Etage bequem gemacht. Die Schülerinnen machen gemeinsam Pause, natürlich unter Beachtung der Hygieneregeln. „Ich bin quasi direkt aus der Quarantäne ins neue Oberstufenhaus. Hier haben wir genug Platz zum Lernen und können dabei Abstand halten.“ Die 19-Jährige ist froh, wieder zur Schule gehen zu dürfen. Die Zwölftklässlerin macht sich allerdings Sorgen, dass sie durch die Corona-Auszeit zu viel verpasst hat. Schließlich ist das Abitur schon im nächsten Jahr dran. Der didaktische Leiter der IGS, Thomas Seifert, beruhigt sie. Er geht davon aus, dass die Kultusministerkonferenz den Lehrplan aufgrund der zeitweisen Schulschließungen entrümpeln wird.

Kia-Marie Lilienthal findet die neuen Selbstlernbereiche schick. In Grün, Orange und Weiß leuchten die Möbel. Hier gibt es ergonomische Hocker, aber auch bequeme Sofas. Tische, Stühle, Hocker und Regale lassen sich leicht umstellen und neu ordnen für unterschiedliche Gruppengrößen. Die 18-Jährige bedauert, dass die Gruppenarbeit, auf die die IGS soviel Wert legt, zurzeit wegen der Abstandsregeln nicht stattfinden kann. Stattdessen lernt sie vor allem an den Einzeltischen im Kursraum. „Das ist auch nicht schlecht, da hat man genug Raum für Bücher und Hefte“, sagt sie. Mit den grauen Stühlen können die Schülerinnen und Schüler sogar wippen. „Das ist ganz angenehm“, findet Kia-Marie.

Eigentlich hätte der Neubau bereits im vergangenen Herbst fertig sein sollen. "Erst gab es Probleme bei der Baugenehmigung und dann spielte das Wetter nicht mit", erklärt Schulleiterin Karina Kögel-Renken die Verzögerung. Umso mehr freut sie sich, dass der Neubau nun endlich bezogen ist. Die offizielle Einweihung muss allerdings aufgrund der Ansteckungsgefahr im kleinen Rahmen stattfinden. Am Dienstag wird der Schulausschuss des Landkreises nach Lilienthal kommen und den Neubau besichtigen. Landrat Bernd Lütjen, die Erste Kreisrätin Heike Schumacher, Dezernent Werner Schauer sowie die Leitungen des Amtes für Bildung und Immobilienmanagement werden dabei sein. "Die Begrüßung findet draußen statt. "Anschließend gibt es Führungen in kleinen Gruppen", so die Schulleiterin.

Karina Kögel-Renken schließt die Tür zum Fachraum in der ersten Etage auf. Hier findet Unterricht in Physik, Chemie und Biologie statt, hier ist Raum für Versuche und Experimente. Die Naturwissenschaften sind einer von drei Schwerpunkten, die die Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe wählen können. Weitere Schwerpunkte sind Sprachen und Gesellschaftswissenschaften. Ein Abitur mit dem Schwerpunkt Musik oder Sport ist an der IGS jedoch nicht möglich. Dafür ist die Schule, so Schulleiterin Kögel-Renken, dann doch zu klein.

Seitdem es die IGS gibt, träumt die Schule von einer eigenen Oberstufe. „Mit einer eigenen Oberstufe ist die IGS endlich vollständig“, freut sich die Schulleiterin. Jetzt müsse die Nachricht, dass man das Abitur auch an der IGS machen kann, nur noch in die Köpfe der Menschen. Mit dem Gymnasium will die IGS in Sachen Oberstufe nicht konkurrieren, sondern kooperieren. „Wir sind im Gespräch“, betont Kögel-Renken. Konkretes sei aber noch nicht vereinbart. Von einem gemeinsamen Kursangebot sind die beiden weiterführenden Schulen offenbar weit entfernt, zu unterschiedlich sind die pädagogischen Konzepte.

Das neue Oberstufenhaus bietet Platz für maximal 200 Schülerinnen und Schüler. Eingezogen ist bislang nur der zwölfte Jahrgang mit 64 Schülerinnen und Schülern, wobei aufgrund der Abstandsregeln immer nur die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in der Schule unterrichtet wird, während die andere Hälfte im Homeschooling ist. „Nach den Sommerferien erwarten wir weitere 100 Schülerinnen und Schüler“, so Kögel-Renken. Die elften Klassen sind bereits in den ehemaligen Kindergarten gleich nebenan eingezogen. Für 1,5 Millionen Euro hatte der Landkreis das Gebäude gekauft. In den ehemaligen Gruppenräumen sind jetzt Klassenräume, der Bewegungsraum wurde zum Raum für darstellendes Spiel. Der Spielplatz ist verschwunden. Stühle und Tische sind mit den neuen Anforderungen gewachsen.

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