Findorff-Jubiläum Flagge zu Ehren des Moorkommissars

Die Oll'n Handwarkers ut Worphusen und die Worphüser Heimotfrünn haben im Ort einen Flagge gehisst, die an den 300. Geburtstag des Moorkommissars Jürgen Christian Findorff erinnern soll.
17.05.2020, 18:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Sabine von der Decken

Lilienthal. Eigentlich hat das Jubiläumsjahr zum 300. Geburtstag von Jürgen Christian Findorff gerade erst begonnen, und doch ist es schon wieder so gut wie vorbei. Denn fast sämtliche zu diesem Anlass geplanten Veranstaltungen mussten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt und aufs nächste Jahr verschoben werden. Den Oll‘n Handwarkers ut Worphusen un an annere Dörpers und den Worphüser Heimotfrünn war es daher jetzt umso mehr ein Anliegen, das Wirken des Moorkommissars hervorzuheben. Dazu trafen sie sich jetzt am Worphauser Flaggenmast, um eine Flagge zu Ehren von Jürgen Christian Findorff zu hissen.

„Wir stehen genau auf dem Gebiet, um das es 1755 ging“, sagte Axel Miesner, Vorsitzender der Heimotfrünn, an der Kreuzung Lüninghauser Straße/Worphauser Landstraße. Das war damals wildes Moor - und damit aus Staatssicht totes Kapital, so Miesner. Die 1937 gebildete Gemeinde Worphausen, die heute Ortsteil von Lilienthal ist, besteht aus acht zwischen 1764 und 1808 vom Amt Lilienthal aus gegründeten Dörfern; sie geht also direkt auf das Wirken des Moorkommissars zurück.

„Unser Jürgen Christian Findorff hat für uns gewirkt“, betonte Miesner. Mit der Fahne, auf der Findorffs Konterfei prangt, soll eindrücklich und von weitem sichtbar an den den „Vater aller Moorbauern“ erinnert werden.

1755 stellte der damalige Amtsschreiber Meyer im Rahmen einer Moorbesichtigungstour den Antrag auf Besiedlung der südwestlich der heutigen Worphauser Landstraße gelegenen Flächen. Ein Jahr später vergrößerte sich aufgrund neuer Grenzen das Amt Lilienthal um 4200 Morgen.

Aus Findorffs Wirken entstanden die Dörfer Lüningsee, Lüninghausen, Westerwede und Worphausen, ab 1778 kamen auf der verbleibenden Fläche im Grenzbereich der drei Ämter Ottersberg, Lilienthal und Osterholz die Dörfer Moorende, Mooringen, Schrötersdorf und Neu-Mooringen hinzu.

Findorff habe sich durch sein Wirken und seine Nähe zu den Menschen ein enormes Vertrauen bei den Moorbauern erworben, so Miesner. Mit der Gebietsreform 1974 wurde die Gemeinde Worphausen mit ihren acht Dörfern Teil der Gemeinde Lilienthal.

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