Keine Baumschutzsatzung für Lilienthal

Grüne: Chance verpasst

Auch die Mehrheit im Verwaltungsausschuss hat sich gegen den Antrag der Grünen ausgesprochen, für Lilienthal eine Baumschutzsatzung zu erlassen. Der Antrag wurde abgelehnt.
13.07.2020, 18:11
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode
Grüne: Chance verpasst

Erika Simon

Hasselberg

Lilienthal. „Chance verpasst.“ So stuft Fraktionschefin Erika Simon das Aus für die von den Grünen geforderte Baumschutzsatzung in Lilienthal ein. Auch die Mehrheit der Ratsleute im siebenköpfigen Verwaltungsaussschuss hat dem Vorstoß der Öko-Partei in nicht-öffentlicher Runde eine Abfuhr erteilt. Zuvor waren die Grünen, wie berichtet, schon im Baudienste-Ausschuss abgeblitzt. CDU, FDP und Querdenker stellten klar, dass sie in Lilienthal grundsätzlich keine Baumschutzsatzung haben wollen und setzten mit ihrer Mehrheit diese Empfehlung durch. Bei dieser Haltung blieb es im Verwaltungsausschuss, der nach dem Gemeinderat das wichtigste Entscheidungsgremium der Kommune ist. Damit kann das Thema in der verbleibenden Wahlperiode zu den Akten gelegt werden.

Erika Simon hatte vergeblich darauf gehofft, noch für ein Umdenken sorgen zu können. Wie sie berichtet, räumte sie im Verwaltungsausschuss die beiden Ungenauigkeiten im Satzungsentwurf aus, die im Bauausschuss von den Gegnern zum Anlass genommen worden waren, den Antrag insgesamt in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. Die Grünen hatten es versäumt, an einer Stelle den Namen Worpswede durch Lilienthal zu ersetzen. Unerwähnt blieb, dass der Entwurf aus dem Künstlerdorf als Vorbild für den eigenen Vorschlag gedient hatte und Passagen übernommen worden waren. Auch eine Karte zum Geltungsbereich der Satzung war dem Entwurf nicht wie angekündigt beigefügt.

Die Grünen finden, dass es vor dem Hintergrund des Klimawandels an der Zeit ist, eine Baumschutzsatzung für Lilienthal zu verabschieden. „Denn es sind gerade und vor allen Dingen ältere Bäume, die als sehr gute CO2-Senken mit zu einem guten Klima in unserer Gemeinde beitragen“, sagt Simon. Den von den Kritikern befürchteten großen administrativen Aufwand für die Verwaltung beim Baumschutz sehen die Grünen nicht. Die Gemeinde will demnächst einen Mitarbeiter einstellen, der sich nur um Baumbelange kümmert und mit dem Aufbau eines Katasters der Bäume an öffentlichen Straßen und Wegen befasst sein wird. Es gehe laut Simon für die neue Fachkraft nur darum, einige Anträge auf Ausnahmegenehmigungen zur Beseitigung von Bäumen zu bewerten und darüber zu entscheiden. Geschützt sei der erhaltenswerte Baumbestand durch die Satzung selbst, mit einem Mehraufwand im Rathaus sei das nicht verbunden.

Dass eine Gemeinde mit einer Baumschutzsatzung gut leben kann, zeigt den Grünen das Beispiel der Nachbargemeinde Worpswede, in der es seit vielen Jahren eine solche Satzung gebe. Von der CDU/FDP-Gruppe und den Querdenkern sind die Grünen enttäuscht. Ihrer Ansicht nach wäre es möglich gewesen, das von den Querdenkern initiierte und verabschiedete Aufforstungsprojekt als natürliche Ergänzung des vorhandenen alten Baumbestands zu begreifen. „Aber CDU/FDP und Querdenker teilen diese Einschätzung nicht, ohne sich allerdings sachlich und lösungsorientiert mit dem Thema auseinanderzusetzen“, sagt Simon.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+