Landesstraße 153 in Worphausen Anlieger hadern mit der Vollsperrung

Am Montag beginnt die sechswöchige Sanierung der Landesstraße 153 in Worphausen. Nicht alle Anlieger sind mit der verordneten Vollsperrung der Strecke glücklich.
27.02.2021, 13:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode

Lilienthal. Auf der Worphauser Landstraße (L 153) geht es ab Montag zur Sache: Zwischen dem Abzweig nach Grasberg und der Bergedorfer Straße wird die Strecke komplett saniert. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden hat eine sechswöchige Vollsperrung bis zum 16. April angekündigt und eine Umleitung über die Kreisstraße 10 und den Grasberger Kreisel ausgewiesen. Dass Pendler die Verbindung im beengten laufenden Baustellenbetrieb weiter nutzen, kam für die Behörde nicht infrage - zu groß die Gefahr, dass es zu Unfällen kommt. Dennoch sind nicht alle Anlieger mit dem Durchfahrtverbot glücklich.

Sorgen im Niels-Stensen-Haus

Schon nach der ersten Baustellen-Ankündigung in der WÜMME-ZEITUNG meldete sich Tankstellenbetreiber Ralf Diekmann in der Redaktion, der befürchtet, dass die Autofahrer nun sechs Wochen lang einen Bogen um seine Zapfsäulen machen, obwohl sein Betrieb an der Worphauser Landstraße weiter erreicht werden könne. In Verden versteht man sein Problem durchaus. Tenor: Auch wenn an der Vollsperrung nicht zu rütteln ist, wird wohl niemand einschreiten, wenn der Tankstellenchef in Höhe Bergedorfer Straße ein Schild mit dem Hinweis aufstellt, dass sein Betrieb weiterhin geöffnet ist. Ganz ähnlich habe man es auch gehalten, als vor Kurzem die L 133 nach Grasberg saniert wurde und Holzhändler Bahrenburg befürchtete, von der Kundschaft abgeschnitten zu sein.

Bauchschmerzen haben auch die Verantwortlichen der Stiftung Leben & Arbeiten bei der Aussicht auf eine sechswöchige Sperrung der Straße, die am Niels-Stensen-Haus vorbeiführt. Dies bedeutet nämlich auch, dass die Buslinie 670 über die Umleitungsstrecke geschickt wird und die Haltestellen in Lüninghausen, am Niels-Stensen-Haus und Moorende ersatzlos gestrichen werden. Diese Nachricht beunruhigt die Menschen mit Behinderungen, die in den Werkstätten der Stiftung oder in der Kaffeerösterei Utamtsi tätig sind. Viele von ihnen kommen täglich aus Bremen oder aus Worpswede/Osterholz-Scharmbeck mit dem Bus zur Arbeit. Auch die Bewohner der Einrichtung sind auf den Bus angewiesen: Sie nutzen die Linie 670 für Arztbesuche, zum Einkaufen oder zum Wochenendbesuch ihrer Angehörigen. "Einige Bewohner sind in ihrer Mobilität eingeschränkt und können nicht erst eine längere Strecke bis zur nächsten Bushaltestelle laufen", sagt Andrea Vergöhl von der Stiftung Leben & Arbeiten.

Ersatzfahrplan für Schulbusse

Von kürzerer Dauer sind die Einschränkungen, die sich für den Schulbusverkehr zur Grundschule Worphausen, zum Gymnasium Lilienthal und zur Integrierten Gesamtschule ergeben: In der nächsten Woche dürfen die Schulbusse der Linien 668 und 611 laut Kreisverwaltung weiter auf der L 153 fahren – allerdings könne es wegen der Baustelle zu Verzögerungen kommen. Vom 8. bis 12. März ist die Strecke dann auch für die Schulbuslinien tabu. „Hierfür wird der Landkreis gemeinsam mit dem Busunternehmen einen Ersatzfahrplan erstellen. Dieser wird kommuniziert, sobald er vorliegt“, sagt Landkreissprecherin Jana Lindemann. Laut der Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Weser-Ems ist es denkbar, dass in dieser Woche ersatzweise Kleinbusse zum Einsatz kommen.

Für die Feuerwehr und die Rettungswagen wird die Durchfahrt trotz der Vollsperrung garantiert – auch die Worphauser Ortsfeuerwehr hat die Zusage erhalten, dass sie jederzeit vom Feuerwehrhaus zu ihren Einsätzen ausrücken kann. Auch wenn der Asphalt noch frisch sein sollte, geht die Rettung von Menschen und von Haus und Hof natürlich vor. Im Zweifel muss dann anschließend alles wieder neu gemacht werden, heißt es seitens der Straßenbaubehörde. Nur an einem Tag wird der Rettungsweg in Richtung Lilienthal abgeschnitten sein. Am Sonnabend, 6. März, wollen die Arbeiter die 30 Meter lange Lunke vor dem Gasthaus Schnau beseitigen, und dafür wird auf voller Breite tief gebaggert. Die Leitstelle weiß Bescheid.

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