Alternative zur Aufforstung

Gemeinde Lilienthal sponsert Bäume für Privatleute

Um die Anpflanzung von heimischen Gehölzen zu fördern, hat die Gemeinde Lilienthal jetzt gemeinsam mit der Freiwilligenagentur und dem Nabu eine Aktion gestartet.
23.09.2020, 00:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode
Gemeinde Lilienthal sponsert Bäume für Privatleute

Regine Moll, Heike Behrens, Kristian Tangermann und Mara Jekosch (von links) werben für das Baumprogramm, das in Lilienthal gestartet wird.

Lutz Rode

Lilienthal. Damit in Lilienthal mehr heimische Bäume und Sträucher wachsen, hat die Gemeinde zusammen mit der Freiwilligenagentur und dem Naturschutzbund (Nabu) jetzt eine Aktion für Privatleute, Vereine und Organisationen ins Leben gerufen: Wer sich zum Beispiel einen Walnuss-Baum, einen Feldahorn oder einen Holunder in den Garten setzen möchte, zahlt dafür ein Drittel des Kaufpreises als Eigenanteil, den Rest übernimmt die Gemeinde. Die Freiwilligenagentur hat eine Liste erstellt, über die das Grün bei ihr geordert werden kann. Maximal 150 Euro beträgt der Einkaufswert pro Besteller.

In Schwanewede gibt die Gemeinde schon seit Jahren Jungbäume kostenlos an Bürger ab, auch in Osterholz-Scharmbeck soll das jetzt passieren. Eine Variante davon gibt es nun in Lilienthal. Die Vorauszahlung eines Eigenanteils soll gewährleisten, dass es die Interessenten tatsächlich ernst meinen. Bis zum 8. Oktober werden die Bestellungen bei der Freiwilligenagentur entgegen genommen. Bis dahin laufen in Lilienthal die Nachhaltigkeitswochen, zu denen die Baum-Bestell-Aktion einen Beitrag leisten soll. Die Ausgabe der Büsche und Bäume erfolgt am 13. und 14. November, und zwar auf dem Bauhof im Gewerbegebiet Moorhausen.

Eigentlich hatte die Gemeindepolitik 10 000 Euro im Haushalt bereit gestellt, um mit diesem Geld einen Wald in Lilienthal anzulegen. Doch Bürgermeister Kristian Tangermann berichtete jetzt, dass die Suche nach einem geeigneten Standort gescheitert ist. Ein Förster hatte schon im April im Ausschuss für Baudienste darauf hingewiesen, dass mooriger Untergrund für Waldanpflanzungen eher ungeeignet sei. Und so fand sich denn auch kein passendes Gelände im Lilienthaler Gemeindegebiet.

3000 der 10 000 Euro aus dem Budget sollen der Dorfgemeinschaft Seebergen zukommen, die anlässlich des 300-jährigen Bestehens des Ortsteils eine ähnliche Baumpflanzaktion für Privatleute geplant hatte. Eine Stiftung hatte den Seebergern bereits 10 000 Euro in Aussicht gestellt, doch es zeigte sich, dass die Förderung von Baumanpflanzungen auf privatem Grund dem Stiftungszweck widerspricht. Nun läuft die Sache anders: Die versprochenen 10 000 Euro der Stiftung fließen als Spende in die Gemeindekasse, die das Geld nun für Bäume und Sträucher für das Straßenbegleitgrün verwenden will. Die Haushaltsmittel werden für das Baumprogramm genutzt, das für Privatpersonen, aber eben auch für Vereine gedacht ist. Die Liste der Bäume enthält auch Angaben zur Wuchshöhe und dem jeweiligen Licht- und Nährstoffbedarf der Bäume und Sträucher. Auch welche Insekten und Tiere profitieren, ist der Aufstellung zu entnehmen. Der Bezug der Gehölze erfolgt über den Fachbetrieb Bellandris Weingärtner in Seebergen.

Wer Interesse an einem heimischen Baum hat, kann sich an Regine Moll wenden. Das Büro der Freiwilligenagentur Lilienthal an der Hauptstraße 63 a ist montags von 8.30 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Ansonsten läuft die Bestellung auch per E-Mail. Näheres im Internet unter www.freiwilligenagentur-lilienthal.de.

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