Alarmierende Prognose in Lilienthal Zu wenig Platz für Erstklässler

An den Lilienthaler Grundschule könnte es ab dem Sommer 2021 zu wenige Plätze für Erstklässler geben. Die Gemeinde hat die Politik darauf eingestimmt, dass die Schuleinzugsbezirke geändert werden müssen.
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Von Lutz Rode

Lilienthal. An den Lilienthaler Grundschulen könnte es zum neuen Schuljahr mehr als eng werden. Nimmt man die schulpflichtigen Kinder zusammen und rechnet auch alle sogenannten Flexikinder hinzu, die erst zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, reicht der Platz für die Erstklässler nach jetzigem Stand nicht aus. Die Suche nach Lösungen soll nicht auf die lange Bank geschoben werden: Mitte Januar wird sich zunächst der Fachausschuss damit beschäftigen, Anfang Februar dann der Gemeinderat. „Wir müssen noch einmal an die Schuleinzugsbezirke ran“, kündigte Fachbereichsleiter Andreas Cordes bei der Sitzung des Bildungsausschusses am Donnerstagabend in der Aula der IGS in Falkenberg an.

Problematisch ist die vergleichsweise hohe Zahl an Kindern, die erst im Sommer das sechste Lebensjahr vollenden und deren Eltern selbst entscheiden können, ob ihre Sprösslinge eingeschult werden oder dies ein Jahr später erfolgen soll. Diese flexible Handhabe macht es den Rathaus-Verantwortlichen schwer, die tatsächliche Lage nach den Sommerferien einzuschätzen. Geht man davon aus, dass alle Flexikinder kommen, gerät die Gemeinde in große Nöte: Laut Prognose fehlen an den vier Lilienthaler Grundschulen dann insgesamt 21 Plätze für die Erstklässler. 16 wären es an der Grundschule Falkenberg, drei an der Schroeterschule, zwei in Trupermoor und in Worphausen würde man eine Punktlandung hinlegen.

Die Gemeinde hat die Politiker darauf hingewiesen, wie die Anmeldeprognose für 2021/2022 im Extremfall aussehen könnte. Dass dieses Szenario eins zu eins eintritt, hält die Verwaltungsspitze um Fachbereichsleiter Andreas Cordes allerdings für unwahrscheinlich. Im Rathaus geht man eher davon aus, dass ein Großteil der September-Geburtstagskinder noch nicht zum nächsten Sommer eingeschult wird, bei den Juli-Kindern sei das höchstwahrscheinlich anders. Wie es um den August-Nachwuchs steht, kann man im Rathaus nicht so recht einschätzen. Es fehlt auch an Erfahrungswerten, weil das Niedersächsische Schulgesetz, das den Eltern erlaubt, mit dem Einschulungsdatum flexibel umzugehen, erst seit 2018 in Kraft ist. Letzte Gewissheit gibt es erst im Mai: Bis zum 1. des Monats müssen sich Eltern entschieden haben, ob die Einschulung des Kindes um ein Jahr hinausgeschoben werden soll.

Die Gemeindeverwaltung will so früh wie möglich klar haben, wie Lilienthal auf den möglichen Engpass reagiert. Dabei hat man im Rathaus auch noch die Situation im Juni 2019 vor Augen, als es mächtig Ärger gab, weil ein Schuleinzugsbezirk nur wenige Wochen vor dem Schulstart abgeändert wurde, da sonst nicht alle Erstklässler hätten untergebracht werden können. An der Grundschule Trupermoor gab es nicht genug Platz für alle angemeldeten Erstklässler. Die Grenzen des Bezirks wurden verschoben, so dass für mehrere Kinder anstelle von Trupermoor nun die Grundschule Worphausen zum Start ins Schulleben vorgesehen war. Die Kurzfristigkeit der Entscheidung hatte einige betroffene Eltern in Rage gebracht.

Aktuell hat die Grundschule Falkenberg in den vier Jahrgängen und jeweils drei Klassen 203 Schülerinnen und Schüler, an der Schroeterschule sind es 244 Kinder, die Grundschule Trupermoor zählt 175 Kinder und an der Grundschule Worphausen sind es 144.

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