Gemeinde kooperiert mit Stadtwerken Ja zum Bauhof-Plan in Lilienthal

Aus Sicht der Lilienthaler Ratspolitiker spricht nichts gegen eine Kooperation der Gemeinde und der Osterholzer Stadtwerke. Sie wollen sich künftig einen Baubetriebshof teilen. Der Bauausschuss hat Ja gesagt.
15.12.2020, 16:11
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Von Lutz Rode

Lilienthal. Auf einer Skizze im Konzept prangt am angedachten neuen Verwaltungsgebäude schon das Logo der Gemeinde Lilienthal und darüber das Firmenschild der Osterholzer Stadtwerke. So könnte es bald aussehen, wenn die Kommune und der Energieversorger auf dem Baubetriebshof im Gewerbegebiet Moorhausen gemeinsame Sache machen. Die Beteiligten sind entschlossen, sich Grundstück und Teile der Gebäude zu teilen. Und auch die Ratspolitik ist mehrheitlich dafür, wie sich am Montagabend im Baudienste-Ausschuss zeigte und auch am Tag danach im Verwaltungsausschuss. Im ersten Schritt kann die Gemeinde nun das Nachbargrundstück kaufen, das für die reibungslose gemeinschaftliche Nutzung des Baubetriebshofs nötig ist. Alle weiteren Details sollen Anfang nächsten Jahres unter Dach und Fach gebracht werden.

Seit Herbst 2019 haben die Osterholzer Stadtwerke und die Gemeinde Lilienthal Gespräche über eine mögliche Kooperation geführt. Der Wert des Grundstücks und der Gebäude am jetzigen Standort am Wolfsberg wurde ermittelt, eine Beraterfirma berechnete die Wirtschaftlichkeit und auch Pläne wurden geschmiedet, wie der Betrieb ablaufen könnte. Übrig blieb am Ende eine von drei Varianten: Die Gemeinde kauft für 250 000 Euro das Grundstück neben dem Katzenhaus und behält auch das vorhandene Areal, die Gebäude übernehmen die Stadtwerke. Ein Erbpachtvertrag soll abgeschlossen werden. Unterm Strich rechnet sich das für alle Beteiligten und die Gemeinde hat nicht das Problem, durch neuerliche Investitionen den Schuldenberg weiter auftürmen zu müssen. Profitieren werden auch die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs, deren Arbeitsbedingungen nicht mehr im Einklang mit den geltenden Richtlinien stehen.

Geht der Plan auf, wollen die Osterholzer Stadtwerke auf dem Gelände unter anderem ein neues Verwaltungsgebäude errichten. Im Erdgeschoss gibt es Sozial- und Sanitärräume, die von den kommunalen Beschäftigten und von der Belegschaft der Stadtwerke genutzt werden können. Stadtwerke-Chef Christian Meyer-Hammerström sprach am Montag im Baudienste-Ausschuss von einem Zweckbau, der dort entstehen soll. Damit die gemeinsame Nutzung funktioniert, soll die bisher als Salzlager genutzte Halle abgerissen werden, die sich in einem schlechten baulichen Zustand befindet. Das Salz für den Winterdienst soll in zwei Silos untergebracht werden, die die Gemeinde auf dem neuen Grundstück aufstellen will. Dort, wo jetzt die Halle für das Salz steht, wollen die Stadtwerke eine neue Halle errichten, um sie für ihre Bedürfnisse zu nutzen.

Stadtwerke-Chef Meyer-Hammerström ließ im Ausschuss keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit in dieser Form sinnvoll ist. Die Stadtwerke sind an einer langfristigen Kooperation interessiert. Weil sie die Konzession für die Gas-, Strom- und Wasserversorgung in Lilienthal haben, ist es nötig, über einen eigenen Baubetriebshof im Ort zu verfügen, um bei Problemen schnell zur Stelle sein zu können. Es geht um die Versorgungssicherheit der Menschen mit Strom, Gas und Wasser. Die Stadtwerke betreiben einen eigenen Baubetriebshof in der Straße Am Holze in Richtung Timmersloh. Dieser Standort soll im Fall der Kooperation aufgegeben werden. Das Unternehmen will das Areal vermarkten, wenn es so weit ist.

Die Grünen hätten die Vorentscheidung über die Kooperation gern ins nächste Jahr verschoben, doch die Zeit drängt, weil der Eigentümer des Nachbargrundstücks von der Gemeinde eine Entscheidung bis zum Ende des Jahres erbeten hat. Es gab Nachfragen von Linken-Fraktionschef Andreas Strassemeier zu möglichen Risiken des Deals für die Gemeinde und den Synergieeffekten. Unterm Strich konnten die Bedenken im Ausschuss offenbar ausgeräumt werden. Die Empfehlung lautete bei einer Nein-Stimme der Grünen, den Weg weiter zu beschreiten.

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