Floorball-Regionalliga Lilienthaler Wölfe feiern den Zweitligaaufstieg

14 Siege stehen nach den 14 Regionalliga-Saisonspielen in der Bilanz der SG Seebergen/Lilienthal – und diese Ausbeute überraschte am Ende sogar die Routiniers im Floorball-Team.
11.03.2020, 09:36
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Lilienthaler Wölfe feiern den Zweitligaaufstieg
Von Tobias Dohr

Lilienthal. Die lange Zeit so erfolgsverwöhnten Floorball-Fans im Landkreis Osterholz dürfen sich ab September wieder auf Zweitligasport freuen. Die SG Seebergen/Lilienthal, die in der Regionalliga Nordwest unter dem Teamnamen „Lilienthaler Wölfe“ an den Start ging, hat die aktuelle Spielzeit mit einer blütenweißen Weste abgeschlossen. Auch das letzte Punktspiel gegen den TV Dinklage wurde souverän gewonnen. Das 9:0 (1:0, 5:0, 3:0) in heimischer Schoofmoorhalle markierte zugleich den Schlusspunkt einer perfekten Spielzeit.

14 Siege stehen nach den 14 Saisonspielen in der Bilanz – und diese Ausbeute überraschte am Ende sogar die Routiniers im Team. „Nein, damit hätte ich vor Saisonbeginn wirklich nicht gerechnet“, sagt André Heißenbüttel. Der Mannschaftsführer hatte früher auch einige Jahre die Lilienthaler Erstliga-Mannschaft als Kapitän aufs Feld geführt und war nach dem großen Umbruch im vergangenen Frühjahr durchaus skeptisch. Denn eigentlich war es nach dem Rückzug der Bundesliga-Formation ja das erklärte Ziel, ab sofort erst mal die zuvor so sträflich vernachlässigte Jugendarbeit wieder mit Leben zu füllen. Darauf lag der Fokus. Die (neue) erste Herrenmannschaft in der Regionalliga stand eigentlich nicht ganz oben auf der Prioritätenliste des Klubs.

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„Ich war vor dem ersten Punktspiel schon unsicher, wohin die Reise gehen würde“, erinnert sich Heißenbüttel an den vergangenen September und den Start des Lilienthaler Wiederaufbau-Projekts. Fast der komplette Stamm der früheren Bundesliga-Truppe, darunter viele Gesichter der TVL-Floorballsparte, hatten sich zurückgezogen. Aufgefüllt wurde das Team mit blutjungen Akteuren. Solche wie Lasse Klefeker, Luke Plenge oder Malte Wedde, alle im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Oder der erst 14-jährige Goalie Milan Urumovic. Genau jene jungen Spieler haben sich in den vergangenen Monaten derart weiterentwickelt, wie es selbst Heißenbüttel nicht für möglich gehalten hätte.

„Diese Jungs haben eine richtig tolle Selbstsicherheit entwickelt“, lobt der Kapitän. Da zudem die Trainingsbeteiligung durchgängig richtig hoch gewesen sei, eilte die Mannschaft tatsächlich von Erfolg zu Erfolg. Am Ende waren es sagenhafte 190:38 Tore. Bereits vor einigen Wochen war klar absehbar, dass der Zweitligaaufstieg kommen würde. Deshalb wurde frühzeitig das Gespräch mit der Mannschaft gesucht, um auszuloten, ob die Spieler bereit für die Herausforderung in der 2. Liga Nord/West sind. Und sie waren es. „Gerade die jungen Akteure wollten unbedingt hochgehen, weil sie gemerkt haben, dass dieser Aufstieg wichtig für ihre sportliche Entwicklung ist“, berichtet Heißenbüttel. Für ihn selbst wird ebenso wie für den zweiten „Veteranen“ im Team, Daniel von der Heyde, vermutlich Schluss sein. Nun endgültig.

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„Das steht zwar noch nicht komplett fest, aber Daniel und ich wollten vor allem Anschubhilfe leisten“, sagt Heißenbüttel. Und diesen Auftrag haben die Beiden mit Bravour erledigt. In der kommenden Spielzeit könnte es nun ein Wiedersehen mit dem TV Eiche Horn geben (siehe nebenstehender Text). „Diese Derbys waren für mich immer das Schönste überhaupt“, erinnert sich Heißenbüttel an viele große Schlachten gegen den Bremer Rivalen. In Horn kämpfen derzeit mit Miro Siljamo, Luis Moes, Hannes Röttger, Leon Bauer, Erik Ebbinghaus und Felix Stierle aber noch sechs ehemalige Lilienthaler – ausgestattet mit einem Zweitspielrecht – um den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Sollte der TV Eiche den Aufstieg nicht schaffen, müssten sich die Spieler entscheiden, für wen sie in der Zweitliga-Spielzeit 2020/2021 auflaufen wollen. Spätestens das dürfte einem möglichen Derby noch zusätzliche Würze geben. Doch das ist derzeit noch alles Zukunftsmusik. Momentan genießen sie bei der SG Seebergen/Lilienthal erst einmal die Regionalliga-Meisterschaft und den Aufstieg in vollen Zügen. Die Lilienthaler Wölfe sind wieder da! Und nicht nur die. Auch in der Jugendabteilung gab es in den vergangenen Monaten viele positive Signale: Die U17 des Vereins landete in der Regionalliga auf Platz eins. Zudem nahm eine U15 am Spielbetrieb teil, ebenso eine U13 und eine U9.

Lilienthaler Wölfe: Westphal, Peper; Schneider (1), Max Klefeker, Brinkmann (1), Richrath, Staiger (1), Schneider, Plenge, Noth, von der Heyde, Oetting, Wedde (2), Röttger (1), Heißenbüttel (1), Leiermann, Heydenreich, Hoffmann (1), Schmidt (1), Lasse Klefeker.

Info

Zur Sache

Nächste Saison wieder Derbys gegen Eiche Horn?

Es waren stets Höhepunkte einer Floorball-Saison: Wenn der TV Lilienthal und der TV Eiche Horn aufeinandertrafen, dann ging es – ganz gleich, ob in der ersten oder zweiten Liga – jedes Mal ziemlich emotional zur Sache. Die räumliche Nähe der beiden Klubs, die kleine Footballszene, in der sich die Spieler bestens kennen und meistens schon mal irgendwo Berührungspunkte hatten, sorgten dann automatisch dafür, dass diese Spiele besonders waren und zudem vor einer großen und lautstarken Kulisse stattfanden. In der kommenden Saison könnte es nun wieder solche Derbys geben. Dann nämlich, wenn die Horner nicht den Aufstieg in die 1. Bundesliga schaffen. Aktuell stehen die Bremer auf Rang zwei der 2. Liga Nord/West. Am kommenden Sonntag steht das letzte Ligaspiel gegen den Dritten „Tollwut“ Ebersgöne an. Sollten sich die Horner hier behaupten, ginge es in die Aufstiegsrelegation, wo dann noch einmal zwei Gegner aus dem Weg geräumt werden müssten – mindestens.

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