Lilienthals Bürgermeister kandidiert erneut

Tangermann geht erneut ins Rennen

Lilienthals Bürgermeister Kristian Tangermann will wieder gewählt werden. Der Gemeinde-Chef strebt eine neue Amtszeit an und gibt seine Bewerbung bei der CDU ab.
05.02.2021, 07:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode

Lilienthal. Für Kristian Tangermann endet im November seine erste Amtszeit als Lilienthaler Bürgermeister, und er hätte nichts dagegen, wenn eine weitere folgt. Der 44-Jährige hat jetzt die CDU/FDP-Gruppe im Gemeinderat und den Vorstand des CDU-Gemeindeverbandes darüber informiert, dass er erneut Direktkandidat für den Chefposten im Lilienthaler Rathaus werden möchte. Mitglieder der Fraktion hatten zuvor schon durchblicken lassen, dass sie sich eine Fortsetzung wünschen.

„Vier Jahre sind eigentlich zu kurz für die Aufgaben, die zu bewältigen sind. Es gibt Dinge, die brauchen einfach Zeit. Eine Schule oder einen Kindergarten baut man nicht mal eben so, auch Unternehmen siedeln sich nicht einfach so an. Deswegen möchte ich gern weitermachen“, sagt Tangermann zu seinen Ambitionen.

Die Entscheidung, sich erneut als Kandidat der CDU zu bewerben, habe er schon vor einigen Wochen getroffen, doch er sei damit bewusst noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Er habe abwarten wollen, bis in der Gemeinde wichtige Entscheidungen getroffen sind. „Ich wollte nicht, dass die Haushaltsberatungen im Gemeinderat oder die Ausweisung der neuen Schuleinzugsbezirke durch Personaldebatten belastet werden. Ich finde, man sollte personelle Dinge und Sachfragen voneinander trennen“, sagt Tangermann.

Der gelernte Jurist mit langjähriger Politikerfahrung verhehlt nicht, dass er in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder andere Job-Angebote aus dem Politik-Betrieb hatte, so etwa im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Niedersachsen. Doch das sei für ihn nicht infrage gekommen. Zuletzt ist Tangermann auch Interesse an einer Landratskandidatur im Kreis Osterholz nachgesagt worden. Tangermann betont jedoch, dass dies nie eine Rolle gespielt hat.

Er weiß auch, dass ihm bei seiner ersten Kandidatur von einigen Kritikern nachgesagt wurde, er sei als Bürgermeister ohnehin nur auf der Durchreise auf seinem weiteren beruflichen Karriereweg. „Das war nie mein Plan. Ich wäre nicht angetreten, wenn ich kein ernsthaftes Interesse gehabt hätte, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich finde die Gemeinde nach wie vor toll. Sie hat viel Potenzial“, sagt der Bürgermeister.

In Lilienthal fühlt er sich gut aufgehoben. Obwohl er durch seine Erfahrungen in der Kommunalpolitik gut vorbereitet gewesen sei, habe er in der Amtszeit als Bürgermeister noch viel gelernt. „Jeder Tag ist anders. Die Bandbreite der Themen ist groß – es geht vom Bäumepflanzen bis zum Bau von Kitas und Schulen oder bis heute um die Bewältigung der Corona-Pandemie“, sagt der Rathauschef.

Seine Bewerbung hat er jetzt auf den Weg gebracht. „Die Mitglieder der Ratsfraktion waren sehr zufrieden. Ich hoffe, dass das beim Vorstand genauso sein wird. Ich habe ihn per E-Mail informiert. Am 11. Februar kommen wir zusammen“, berichtet Tangermann.

Die Entscheidung über die Kandidatur wird bei einer Aufstellungsveranstaltung des Gemeindeverbandes fallen. Aktuell sei angesichts der Corona-Pandemie noch nicht daran zu denken. „Es gibt aber auch noch keinen Zeitdruck“, sagt der Bürgermeister. Auch über CDU-Bewerber für den Gemeinderat muss noch zu späterer Zeit entschieden werden. Bis zur Wahl ist es noch mehr als ein halbes Jahr hin: Für den 12. September 2021 sind die Bürgermeisterwahlen gemeinsam mit der Gemeinderatswahl vorgesehen. Tangermann ist der erste, der sich auf Gemeindeebene zu seinen Ambitionen erklärt hat. Bei den anderen Ortsparteien wie SPD, Linke, FDP, Grüne oder bei den Querdenkern ist nach wie vor offen, wie sie sich zur Bürgermeisterwahl aufstellen wollen. Bei den Lilienthaler Sozialdemokraten, so hieß es zuletzt, sei der Findungsprozess in Gang, aber noch nicht abgeschlossen.

Bei der Wahl 2016 hatte sich Tangermann gegen fünf weitere Kandidaten durchgesetzt: In der Stichwahl gegen SPD-Mann Jens Erdmann hatte er 65,15 Prozent der Stimmen erhalten, sein damals 50-jähriger Kontrahent kam auf 34,85 Prozent der Stimmen. „Die Menschen haben gemerkt, da ist jemand, der weiß, wie Politik und Verwaltung funktionieren“, hatte er am Wahlabend des 25. September 2016 im Lilienthaler Rathaus gesagt, nachdem die Entscheidung gefallen war. Den Bürgern sei ein respektvoller Umgang wichtig, bei allen Unterschieden in der Sache, sagte er damals – ein Satz, den er auch jetzt wieder so unterschreiben würde.

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