Schach-Landesliga Nord

Mit keckem Springer Sieg eingefädelt

An Brett vier fiel ganz spät die Entscheidung: Vera Jürgens hatte geschickt ihre Partie und damit den Gesamtsieg für die Schachfreunde Lilienthal gewonnen. Dabei begann der Vergleich mit Uelzen gar nicht gut.
14.11.2018, 15:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Thomas Müller

Lilienthal. Nach fast sechseinhalb Stunden war der zweite Saisonsieg der Schachfreunde (SF) Lilienthal unter Dach und Fach: Das 5:3 im Schoofmoorzentrum über den Post SV Uelzen bedeutete Tabellenplatz zwei in der Landesliga Nord; die Lilienthaler liegen nur einen halben Brettpunkt hinter Spitzenreiter SK Kirchweyhe, der einen 7:1-Triumph über die SG Osnabrück feierte.

„Insgesamt war unser Sieg verdient, aber man muss anerkennen, dass unser Gegner uns alles abverlangt hat“, bilanzierte Lilienthals Thomas Müller, der an Brett acht einen halben Punkt verbuchte so wie auch drei weitere Mitspieler. Drei volle Zähler gab es auch für die Gastgeber, doch Tobias Jugelt an Brett eins hatte einen schlechten Tag erwischt. In einer komplizierten Stellung unterlief ihm ein ungewöhlich schweren Fehler, der sehr schnell zum Verlust und Lilienthals Rückstand führte.

Den Ausgleich schaffte nach rund drei Stunden Spielzeit Maurice Schippers an Brett zwei, der erstmals für die SF Lilienthal antrat. Die Eröffnungszüge in der sogenannten italienischen Partie versprachen ein munteres Spiel, und der Gegner schwächte mit einem Opfer die Königstellung von Schippers. Das ein oder andere Teammitglied machte sich schon Sorgen um ihn. Schippers spielte aber sehr umsichtig, behielt einen kleinen Vorteil und konnte im weiteren Verlauf endlich selber starke Drohungen aufstellen. Der Gegner musste feststellen, dass er mindestens einen Läufer verliert. Zu viel, um weiterzuspielen.

Wenig später einigten sich Claus Meyerdierks und sein Kontrahent an Brett drei auf Remis. Meyerdierks wehrte geschickt die Angriffsbemühungen ab. Es ergab sich ein gleichstehendes Springerendspiel. Punktteilung. Nahezu zeitgleich gewann Peter Jürgens an Brett fünf seine Partie. Dabei bewies Jürgens einmal mehr sein enormes Positionsverständnis. Es kam zu einem Abtausch, der zunächst für ihn ungünstig erschien. Aber Jürgens hatte richtig erkannt, dass seine Freibauern auf lange Sicht nicht mehr aufzuhalten sind. Als die Umwandlung eines Bauern in eine Dame abzusehen war, gab der Gegner resigniert auf.

Thomas Müller war mit den weißen Steinen spielend die Eröffnung nicht geglückt, die Initiative war früh auf seinen Gegner übergegangen. Bevor der gegnerische Angriff zu mächtig wurde, gelang ihm aber noch gerade rechtzeitig die Überführung seines Königs auf den anderen Flügel und eine starke Verteidungsstellung aufzubauen. Der Gegner versuchte noch einiges, aber Müller unterliefen keine Ungenauigkeiten mehr. Mit einem feinen Manöver erzwang er praktisch das Remis.

Gert Timmerman (Brett sechs) und Hendrik Hoeksema (Brett drei) hatten ihre Eröffnungen gut gespielt. Hoeksema fand indes nicht den richtigen Plan, musste sogar mit einen Minusbauern ins Turmendspiel gehen, welches er aber aufgrund seiner aktiven Stellung Remis halten konnte. Timmerman wiederum erreichte ein Turmendspiel mit Mehrbauern, das aber in der Endspieltheorie für die schwächere Partei als haltbar gilt. Der Gegner erwies sich hiermit als vertraut und somit war das Remis folgerichtig.

An Brett vier musste die Entscheidung fallen. Mit einem meisterhaften Springerzug deckte Vera Jürgens die Schwachstellen der gegnerischen Stellung auf. Der Uelzener verbrauchte seine letzten Zeitreserven, suchte verzweifelt nach einer noch einigermaßen spielbare Fortsetzung. Vergebens. Vera Jürgens eroberte einen wichtigen Bauern und einen Läufer. Mit ihrem kecken Springer verteidigte sie ihren letzten Bauern, den sie zur spielentscheidenden Umwandlung in eine Dame benötigte.

Info

Zur Person

SF Lilienthal - Post SV Uelzen 5:3

Tobias Jugelt - Bernd Laubsch 0:1

Maurice Schippers - Torben Knüdel 1:0

Hendrik Hoeksema - Uwe Rick 0,5:0,5

Vera Jürgens - Sergej Bogomolow 1:0

Peter Jürgens - Hendrik Mittelstädt 1:0

Gert Timmerman - Peter Gomolla 0,5:0,5

Claus Meyerdierks - Imamali Askerov 0,5:0,5

Thomas Müller - Ingo Schulze 0,5:0,5

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