Christophe Schuler Mit Medaille zurück aus Abu Dhabi

Golfer Christophe Schuler aus Lilienthal hat den vierten Platz bei den Weltspielen der Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen in Abu Dhabi gewonnen. In der Wümme-Zeitung erzählt er von seinen Eindrücken.
28.03.2019, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Lilienthal. Golfer Christophe Schuler ist wieder zu Hause. Der Teilnehmer an den Special Olympics Weltspielen in Abu Dhabi ist zurück in Lilienthal. Hinter dem Sportler liegen spannende Wochen. Er und sein Team durften am Persischen Golf die Bundesrepublik vertreten. Einer der Höhepunkte war, den vierten Platz bei den Weltspielen zu belegen und damit eine Medaille zu holen.

Die Reise bis auf das Treppchen bei der Siegerehrung war mit vielen Erlebnissen verbunden. Die Fahrt zum Flughafen, der anschließende Langstreckenflug, der Familienempfang mit 1500 Gästen, der farbenfrohe Abschluss der Spiele am letzten Tag – die 14 Tage am Persischen Golf seien für ihren Sohn ein prägendes Erlebnis gewesen, erzählt Dorothea Schuler. Mit solch langer Abwesenheit von zu Hause hatte Christophe Schuler offenbar keine Probleme. Der 30-Jährige wurde mit angenehmen Temperaturen um die 24/25 Grad und unvergleichlichen Tagen in der gigantischen Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate belohnt.

Dazu zählte auch der Blick aus seinem Zimmer eines Luxushotels auf jenen Golfplatz, auf dem Schuler die Turniere bestritt. „Vom Balkon konnte er auf Loch 13/14 schauen“, weiß Dorothea Schuler. In der direkten Nachbarschaft des Hotels befindet sich der erste Links Course des Nahen Osten: Der 18 Loch Par 72 Yas Links Championship Golf Course bietet entlang des Ozeans Ausblicke auf das Meer. Die künstlich erschaffene Dünenlandschaft, die starken Bewegungen in den Grüns, der bisweilen harte Boden und Wasserhindernisse stellen für Spieler jeden Niveaus eine Herausforderung dar. „Tückisch sind die tiefen Bunker“, weiß Dorothea Schuler, selbst Golferin, „es ist nicht leicht, den Ball aus diesen Mulden zu schlagen.“ Es sei der schwerste der drei Golfplätze Abu Dhabis, ein Platz, auf dem Weltmeisterschaften ausgetragen würden, internationales Ranking: Platz 44. An das ungewohnte Areal hat sich auch Christophe Schuler zunächst gewöhnen müssen und sich geärgert, wenn es nicht so klappte, wie er wollte. Die vier Turniertage seien anstrengend gewesen, er habe aber letztlich alles prima gemeistert, so Dorothea Schuler.

Zu den Highlights der Reise gehörten auch eine bewegende Eröffnungsfeier wie bei den „richtigen“ Olympischen Spielen in Ausgehuniform mit dem Bundesadler auf der Brust und der Besuch der majestätischen Sheikh Zayed Moschee mit ihrem riesigen Perserteppich und Kristallkronleuchtern, die Platz für 41 000 Gläubige bietet. Dorothea Schuler freut sich für ihren Sohn und dessen Erfahrungen im Scheichtum: „Es hat ihn ein ganzes Stück vorangebracht, er ist selbstbewusst geworden, erwachsener, hat ein anderes Auftreten und ist stolz auf die Medaille. Es waren unbeschreibliche Eindrücke und Momente für die Ewigkeit. Christophe ist an den Herausforderungen gewachsen." Es gehe ja nicht nur immer um Medaillen, sondern um das menschliche Miteinander: "Über allen Medaillen steht der olympische Gedanke", so Dorothea Schuler. Ihr Sohn habe Deutschland würdig vertreten und sei der beste Botschafter für die Welt gewesen. Die frühere Französisch-Lehrerin begleitete den 30-Jährigen nicht auf der Reise, sie flog aber zusammen mit einer alten Schulfreundin hinterher und traf ihn gelegentlich.

Bei den alle vier Jahre stattfindenden Weltspielen der Menschen mit mentalen Beeinträchtigungen starteten rund 170 Athleten für das deutsche Team. Wettkämpfe wurden in 24 Sportarten – von Badminton bis Volleyball – ausgetragen. Die Altersspanne reichte von 15 bis 64 Jahren. Der Lilienthaler Erfolgsgolfer Schuler hofft, sich auch für die nächsten Weltspiele, die im Jahr 2023 in Berlin stattfinden, wieder qualifizieren zu können. Gemäß dem Leitspruch der Olympischen Spiele: „Dabei sein ist alles.“

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