Großes Bauprojekt in Lilienthal

Neue Mietwohnungen für Senioren

Maurer ziehen an der Tornéestraße in Lilienthal erste Wände für ein großes Bauvorhaben für Senioren hoch.
10.11.2018, 06:31
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Wilke
Neue Mietwohnungen für Senioren

So soll der 60 Meter lange Wohnblock aussehen: große Fensterfronten mit Balkonen, weiß verputzte und rotbraun verklinkerte Wände.

Terranova

Lange hat der Investor Norbert Dittel auf den Start seines Projekts gewartet. Jetzt steht er auf der Baustelle am Ende der Tornéestraße, wo die Maurer die ersten Wände hochziehen. Langsam zeichnen sich die Konturen des großen Wohnblocks ab. 60 Meter lang soll er werden und an die 20 Meter breit. Wenn alles nach Plan läuft, können die ersten Senioren in einem Jahr einziehen. 28 barrierefreie Wohnungen sollen es werden. Dittel will bezahlbaren Wohnraum für Menschen im Rentenalter schaffen – ohne öffentliche Förderung.

Die eine Hälfte der Seniorenwohnungen will der Bremer Investor zu Preisen vermieten, die nicht höher sind als die Mieten für Sozialwohnungen. Bei der anderen Hälfte der Wohnungen orientiert er sich am höheren örtlichen Mietpreisniveau. „Es ist eine Mischkalkulation, so wie wir das am Schoofmoor gemacht haben“, erklärt der 60-Jährige der Redaktion. An der Falkenberger Landstraße 42 hat Dittel 2012 das Wohn- und Geschäftshaus mit dem Aleco-Markt, dem Papiershop und dem Schoofmoor-Café gebaut. In den Etagen darüber entstanden Mietwohnungen, die Hälfte davon sind Sozialwohnungen.

Doch für sein Projekt in der Tornéestraße hat der Bremer Unternehmer beim Land Niedersachsen keinen Antrag auf Förderung gestellt. „Weil das Verfahren zu aufwendig ist. Dann hätte es noch ein Jahr länger gedauert.“ Das wollte Norbert Dittel nicht. Er hat schon ein Dreivierteljahr auf die Baugenehmigung des Landkreises gewartet und noch länger auf die Bauleitplanung der Gemeinde Lilienthal. „Es war schwierig. Die Änderung des Bebauungsplans hat doch ziemlich lange gedauert“, sagt der Investor. „Noch länger zu warten, konnte ich mir nicht leisten.“

Seit 30 Jahren im Geschäft

Norbert Dittel ist schon lange im Geschäft. Seit 30 Jahren baut und vermietet der 60-jährige Bremer Wohnungen. Mehr als vier Millionen Euro hat er in das Lilienthal-Projekt investiert. Mit dem Bau an der Tornéestraße will er Akzente setzen. „Es werden ja kaum noch Mietwohnungen gebaut, was neu entsteht, sind fast alles Eigentumswohnungen“, betont der Unternehmer. Weil Mietwohnungen Mangelware sind, steigen die Mieten, dafür sorgt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. „Überall geht es nach oben“, weiß der Bremer. „Was wir hier machen, ist schon was Besonderes.“

Als Geschäftsmann könnte Dittel ohne Weiteres höhere Mieten verlangen. Stattdessen will er sich bei der Hälfte der Wohnungen am Preisniveau des öffentlich geförderten Wohnungsbaus orientieren, ohne einen Cent an Fördermitteln zu kassieren. Dennoch ist der Unternehmer davon überzeugt, dass seine kaufmännische Rechnung aufgeht. „Ich denke langfristig“, erklärt der 60-Jährige. „Wenn ich mit günstigen Mieten arbeite, habe ich weniger Fluktuation. Und da ich mit Senioren arbeite, habe ich es in der Verwaltung einfacher, das spart Kosten.“ Seltene Mieterwechsel bescheren den Verwaltern weniger Arbeit und damit weniger Kosten.

400 Quadratmeter für Senioren

In dem langen Wohnblock mit großen Fensterfronten und Balkonen nahe der Einmündung der Tornéestraße in die Lilienthaler Allee entstehen Mietwohnungen mit 40 bis 90 Quadratmetern Wohnfläche. Es sind Zwei- und Dreizimmerwohnungen, die auf die Bedürfnisse von älteren Menschen zugeschnitten sind. Alle werden so gebaut, dass sich auch Rollstuhlfahrer darin ohne Schwierigkeiten bewegen können. Erreichbar sind die barrierefreien Seniorenwohnungen per Fahrstuhl.

Bis zu 400 Quadratmeter reserviert Dittel in der neuen Wohnanlage für „seniorennahe Dienstleistungen“, wie er es nennt: Platz für eine Physiotherapie, eine Arztpraxis oder für eine Tagespflege. Vor und neben dem Wohnblock sind Parkplätze für bis zu 40 Autos geplant.

Ursprünglich hatte Dittel auf dem Areal an der Tornéestraße zwei etwa gleich große Wohnblocks geplant. Doch inzwischen hat er die hintere Hälfte des Geländes verkauft. „Da kommen Reihenhäuser hin“, erklärt der Bremer.

Wer sich für die Seniorenwohnungen interessiert, die in der Tornéestraße gebaut werden, erreicht Norbert Dittel in seiner Firma Terranova an der Lilienthaler Heerstraße 259 in Bremen unter 0421/70 10 32 oder per Mail an dittel-bremen@t-online.de.

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