Neuer Edeka-Markt in Lilienthal

Das Dach ist drauf

Der Bau des neuen Edeka-Centers an der Falkenberger Landstraße kommt voran. Das Dach ist größtenteils verlegt, jetzt folgt die Gebäudetechnik. Die Materialknappheit ist allerdings ein akutes Problem.
30.07.2021, 06:00
Lesedauer: 3 Min
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Das Dach ist drauf
Von Lutz Rode
Das Dach ist drauf

Nach und nach werden die Profilbleche nach oben gehievt. Der größte Teil des Daches liegt bereits, sodass es nicht mehr in den Rohbau des neuen Edekas hineinregnen kann.

Lutz Rode

Lilienthal. Auf dem Dach des neuen Edeka-Centers an der Falkenberger Landstraße kommt man sich plötzlich ganz klein vor. Der Blick geht in die Weite. Über der künftigen Verkaufsfläche sind die Profilbleche fertig verlegt worden, samt der noch fehlenden Rampe werden am Ende rund 5250 Quadratmeter bedeckt sein. Projektleiter Claus Meyer von der Siegfried Schausberger Grundstücks GmbH ist mittlerweile an solche Dimensionen gewöhnt. Er macht drei Kreuze, dass der größte Teil des Rohbaus nun von oben dicht ist und die Innenarbeiten bald folgen können. Ein Trupp von bis zu 80 Handwerkern wird in den nächsten Monaten damit beschäftigt sein, die komplexe Gebäudetechnik einzubauen. 

Als Meyer Anfang 2020 schon einmal am Jan-Reiners-Weg stand, war von der Großbaustelle noch nichts zu sehen. Nur eine Zeichnung verriet, wie später alles einmal werden soll. Nun wird aus dem Plan mehr und mehr Realität. Gut zu erkennen ist schon das große Portal, über das die Kunden später in den Markt gelangen. Neun Meter hoch und 26 Meter breit ist das gläserne Entrée, dessen Betonrahmen derzeit noch von Stützen getragen wird. Weiter drinnen ist vor allem nackter Beton zu sehen. Bauleiter Christian Gruhn hilft der Fantasie auf die Sprünge, zeigt nach links, wo später neben dem eigentlichen Verbrauchermarkt ein Friseur, ein Bäcker und ein Fischshop einziehen sollen. 138 Sitzplätze drinnen und im Außenbereich sind zudem geplant. Auf der späteren Verkaufsfläche von Edeka deuten Öffnungen im Boden auf den Platz für Obst und Gemüse hin, der mit einer Küche zur Vor- und Zubereitung ausgestattet werden soll. Auch weiter hinten sind schon diverse Abläufe zu sehen, die für die Frischetheken mit Fleisch, Wurst und Käse vorgehalten werden, die unter einem Baldachin ihren Platz finden sollen.

Der Firma Diekmann Architekten + Ingenieurgesellschaft aus Petershagen, die den Neubau des Centers im Auftrag von Schausberger verwirklicht, sitzt die Zeit im Nacken: Im Februar soll der Bau an Edeka Minden übergeben werden, damit der Lebensmittel-Konzern dann in Eigenregie für die Innenausstattung mit Tresen, Kassen oder Regalen sorgt. Im Terminplan hinken die Bauleute aktuell etwas hinterher, was neben dem zweiwöchigen Winterstillstand vor allem auf die Knappheit an Baumaterialien zurückzuführen ist. Allein 25 Kilometer Datenkabel werden zum Beispiel auf der Baustelle gebraucht, damit der Austausch mit der Zentrale funktioniert. Die Stränge sind so gut wie ausverkauft, nichts geht mehr, erst recht nicht, seit die Produktion im Hauptwerk eines Herstellers durch das Hochwasser im Kreis Ahrweiler zum Erliegen gekommen ist. In der Firma von Bauleiter Gruhn kümmert sich eine ganze Mannschaft nur noch darum, Materialien zu organisieren.

Auch die Dachbedeckung ist knapp zwei Monate später als geplant in Lilienthal angekommen. Doch jetzt wird richtig rangeklotzt: In dieser Woche haben die Dachdecker Profilbleche wie die Weltmeister verlegt, sie verklebt und mit einer Dampfsperrfolie überdeckt. Die 32 Meter langen Dachbinder aus Holz, die Anfang Juni nachts mit einem Schwertransport zur Baustelle gebracht wurden und die Konstruktion halten, sind jetzt nur noch von unten zu sehen. Das soll auch so bleiben. Eine Deckenverkleidung im neuen Edeka ist nicht geplant – die Technik bleibt sichtbar, was den Vorteil hat, dass man später bei möglichen Reparaturen ohne großen Aufwand herankommt.

Während die komplexe Gebäudetechnik mit Lüftungsanlagen, Heizung und Sprinkler-System noch auf sich warten lässt, laufen draußen die Arbeiten für den großen Rampentisch, über den später die Ware angeliefert werden soll. Viel Stahl und besonders harter Beton werden verbaut, damit die Rampe das Gewicht der Lastwagen tragen kann. Ohne Grundwasserabsenkung kann nicht gebaut werden. Regelmäßig schaut ein Fachmann vorbei, der darauf achtet, dass die Bäume im Umkreis der Baustelle nicht beschädigt werden. Sofern sie zu trocken werden, sind die Bauleute gehalten, sie sofort zu wässern. Das wird sich fortsetzen, wenn nahe der Grundstücksgrenze in Richtung Falkenberg noch die großen Wassertanks für die Sprinkleranlage eingesetzt werden.

Wenn alles fertig ist, wird auch der Jan-Reiners-Weg wieder einen anderen Verlauf als jetzt nehmen: Während der Bauzeit führt er außen am Bauzaun entlang, in der Endfassung rückt er bis auf zwei Meter an das Gebäude heran, um dann im Bogen wieder an den ursprünglichen Jan-Reiners-Weg anzudocken. Laut Projektleiter Meyer ist vorgesehen, dass der Verbrauchermarkt künftig wieder über den Jan-Reiners-Weg zu Fuß oder mit dem Rad angesteuert werden kann.

Die Übergangsphase vom alten in den neuen Markt wird noch mal spannend sein: Denn erst wenn der neue Edeka seinen Betrieb aufgenommen hat, soll der alte Markt abgerissen werden. Dessen jetziger Standort ist künftig Teil des Parkplatzes mit 220 Stellplätzen. So lange der nicht fertig ist, sollen hinter dem neuen Edeka-Markt für die Übergangszeit rund 80 Stellplätze zur Verfügung gestellt werden. Es könnte also zwischenzeitlich eng werden für die Kundschaft.

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