Schnelles Internet in Lilienthal

Glasfaser Nordwest steht zu Ausbauzusage

Die Schlappe für die Glasfaser Nordwest vor dem Oberlandesgericht hat laut Bürgermeister Kristian Tangermann keine Konsequenzen für den geplanten Aufbau eines Glasfasernetzes in der Lilienthaler Ortsmitte.
23.09.2021, 17:32
Lesedauer: 2 Min
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Glasfaser Nordwest steht zu Ausbauzusage
Von Lutz Rode

Lilienthal. Die Glasfaser Nordwest GmbH und Co. KG hält an ihren Plänen fest, in der Gemeinde Lilienthal ab 2022 ein neues Glasfaserverteilnetz für etwa 4400 Hausanschlüsse im Ortskern aufzubauen. Das hat das Unternehmen der Gemeinde schriftlich versichert, nachdem es am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf eine kartellrechtliche Schlappe einstecken musste. "Glasfaser Nordwest, EWE und Telekom stehen weiterhin vollumfänglich zu den Ausbauzusagen und zu der freien Anbieterauswahl", teilte das Unternehmen Bürgermeister Kristian Tangermann mit. 

Erst vor zwei Wochen hatten Vertreter von Glasfaser Nordwest und der Lilienthaler Rathauschef in Murkens Hof eine Kooperationsvereinbarung zum geplanten Glasfaserausbau in Lilienthal unterzeichnet. Dabei kam auch die kartellrechtliche Auseinandersetzung zur Sprache. Konkurrent Vodafone hatte eine Beschwerde gegen die Freigabe des Bundeskartellamts für die Gründung von Glasfaser Nordwest als Gemeinschaftsunternehmen von EWE und Deutscher Telekom erhoben. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hob jetzt die Freigabe per Beschluss auf.  

Bürgermeister Kristian Tangermann sagt, dass die aktuellen juristischen Auseinandersetzungen für die Ausbaupläne in Lilienthal irrelevant seien. Sollte es dazu kommen, dass die Glasfaser Nordwest GmbH gestoppt wird, würde der Betrieb aufgespalten. EWE und Telekom würden dann die Ausbaupläne getrennt voneinander weiter verfolgen. "Der operative Betrieb bleibt aufrecht erhalten, unabhängig von der Frage, ob ein solches Joint Venture erlaubt ist oder nicht", sagt  Tangermann. In dem Kooperationsvertrag hat die Gemeinde Glasfaser Nordwest zugesagt, sie bei der Planung und Abstimmung der Arbeiten zu unterstützen. Finanzielle Verpflichtungen ist die Kommune nicht eingegangen. 

Unterdessen haben auch die Osterholzer Stadtwerke ein Auge darauf geworfen, in das Geschäft mit der Telekommunikation einzusteigen. In einzelnen Bereichen Lilienthals hat der regionale Energieversorger vor Kurzem Info-Flyer verteilt und darin angekündigt, selbst Internetanschlüsse über Glasfaser anbieten zu wollen. Wie Unternehmenssprecher Jürgen Möller auf Nachfrage bestätigt, wollen die Stadtwerke das neue Glasfaserverteilnetz nutzen, das Glasfaser Nordwest im Ort schaffen will. Als Netzbetreiber ist das Unternehmen verpflichtet, auch anderen Anbietern einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Leitungen zu gewähren. Davon wollen die Stadtwerke nun Gebrauch machen - auch um die eigene Marktposition zu behaupten. Bürgermeister Tangermann findet diesen Einstieg "vernünftig". Es sei ein richtiger Schritt, um die Stadtwerke zukunftsfähig aufzustellen.

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