Löschfahrzeug detailgenau abgebildet

Wandgemälde für Sankt Jürgener Feuerwehr

Die Fahrzeughalle der Sankt Jürgener Ortsfeuerwehr ziert seit Neuestem ein Wandgemälde: Jürg Arnold hat ein Feuerwehrfahrzeug auf den Putz gebracht. Das Original steht nebenan in der Halle.
28.06.2020, 14:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Lutz Rode
Wandgemälde für Sankt Jürgener Feuerwehr

Jürg Arnold (69) hat für die Ortsfeuerwehr Sankt Jürgen ein Feuerwehr-Fahrzeug im Maßstab 1:1 auf die Wand ihrer Halle gemalt. Genau so ein LF 10 steht im Original drinnen.

Lutz Rode

Lilienthal. Um den Fuhrpark der Ortsfeuerwehr Sankt Jürgen zu begutachten, muss niemand mehr das Feuerwehrhaus betreten. Es reicht schon ein Blick auf die Außenwand. Dort hat Jürg Arnold das Löschgruppenfahrzeug 10 (LF 10) in Originalgröße auf den Putz gemalt. Die Details stimmen. So prangen auf der Wagentür selbstverständlich die Ortswappen von Sankt Jürgen und Lilienthal, aber auch das Kennzeichen OHZ-F 3453 entspricht dem Vorbild in der Halle. Das Ganze wirkt so echt, dass es einen nicht wundern würde, wenn die Blaulichtfahrt gleich beginnt.

Das Wandgemälde in Angriff zu nehmen, war für Arnold eine Herausforderung. Normalerweise beschränkt sich seine künstlerische Tätigkeit auf kleinere Formate, höchstens mal ein bis zwei Meter sind die Leinwände groß, die der Sankt Jürgener für Auftragsarbeiten aller Art gestaltet. Dann kam die rund sechs mal drei Meter große weiße Außenwand des 2018 fertiggestellten Anbaus, verbunden mit der Anregung, diese Fläche für ein wenig Eigenwerbung der örtlichen Feuerwehr zu nutzen. Erst ging es um einen Schriftzug, doch dann war die Idee vom Feuerwehrfahrzeug geboren. Arnold willigte ein, der Förderverein der Wehr steuerte das Geld zum Materialkauf bei, und schon ging es frisch ans Werk.

Seit Anfang Juni hat der 69-Jährige auf dem Gerüst gestanden und an dem Fahrzeug in der Originalfeuerwehrfarbe „RAL 3000“ gemalt. Wobei malen eigentlich nicht ganz richtig ist, wegen der rauen Putzoberfläche musste es nahezu durchweg getupft werden. Bei Regenwetter machte der graubärtige Sankt Jürgener eine Pause, und auch mittags war meist Schluss, weil es vor der Wand dann zu heiß wurde. Letzter Schritt war der Schriftzug „Z-Cab“, den Arnold auf dem Feuerwehrauto verewigte – die Bezeichnung der speziellen Mannschaftskabine des Herstellers Ziegler.

Arnold hat viel Wert darauf gelegt, dass das Fahrzeug wie das Original aussieht. Durch die Fensterscheibe der Kabine scheinen aus der Ferne Straßenbäume zu schimmern, selbst die gelbe Haltestange in der Kabine ist zu erkennen. Das Glas reflektiert die Sonnenstrahlen, Licht und Schatten lassen das Abbild lebendig aussehen. Dazu trägt auch die perspektivische Darstellung bei. Ehrensache für Arnold, der in seinem früheren Beruf als selbstständiger Computer-Illustrator jahrzehntelang Handbücher mit perspektivischen Zeichnungen für Airbus gestaltet hat.

Die Arbeit für die Ortsfeuerwehr Sankt Jürgen war eine Herzensangelegenheit für ihn, der Künstler schätzt die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehrleute im Ort, die stets bereit seien, anderen in einer Notlage zu helfen. „Das verdient meine Hochachtung“, sagt er. Für sein Wandgemälde hat Arnold bereits viele Zuspruch erhalten. Immer wieder hielten in den vergangenen Wochen Leute an, die gerade vorbei kamen, blickten ihm über die Schulter und lobten sein Werk.

Auch die Auftraggeber sind mehr als zufrieden: So haben es sich Jürgen Dehlwes und Winfried Braun, Vorsitzende des Fördervereins, vorgestellt. Sie wollten das Feuerwehrhaus „aufpeppen“, schon von Weitem sollte zu erkennen sein, was sich dort befindet. Der Förderverein unterstützt die Arbeit der Feuerwehr, wo er kann. Er schaffte 2015 auch den Sprinter an, der nun von der Feuerwehr als Mehrzweckfahrzeug eingesetzt wird, ob bei Einsätzen, für Fahrten der Kinder- und der Jugendfeuerwehr oder wenn einfach etwas transportiert werden muss.

Auch Ortsbrandmeister Detlef Murken freut sich über den „Hingucker“ in Sankt Jürgen. Genau so hat er sich das Wandgemälde vorgestellt. Zum Dank für die Arbeit überreichte Murken dem Künstler Jürg Arnold einen Präsentkorb mit Leckereien aus der Region. Arnold ist froh, dass er die Herausforderung gemeistert hat. Auf Wandgemälde spezialisieren will sich der 69-Jährige wegen des doch großen Aufwands und der umfangreichen Vorbereitungen nicht. Da bleibt er doch lieber auf Dauer seinen kleinformatigen Bildern mit Tiermotiven treu, von denen er schon Dutzende gemalt hat. „Aber es hat Spaß gemacht“, sagt er zu seinem Ausflug in die großen Dimensionen.

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