Duke of Edinburgh besuchte Kühn-Ausstellung

Prinz Philip und die Lilienthaler Kunst

Fast wären sie sich begegnet. Prinz Philip und der Lilienthaler Galerist Volker Kühn. In den 1970-er Jahren besuchte der Duke of Edinburgh eine Ausstellung des Lilienthalers. Für die Queen war's zu gefährlich.
17.04.2021, 10:00
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Von Petra Scheller
Prinz Philip und die Lilienthaler Kunst

Prinz Philip besuchte beim Bremen-Besuch im Mai 1978 eine Ausstellung in der Böttcherstraße, in der auch Volker Kühn vertreten war.

ALASTAIR GRANT/dpa

Lilienthal. Als Queen Elizabeth II. und Prinz Philip, Duke of Edinburgh, im Mai 1978 Bremen besuchten, herrschte große Aufregung. Der Lilienthaler Galerist Volker Kühn erinnert sich noch genau an die Vorbereitungen auf den royalen Besuch in der Hansestadt. Auch Kühn war aufgeregt. Als junger Künstler nahm der Lilienthaler an einem Wettbewerb teil und stellte im Paula-Modersohn-Becker-Museum in der Böttcherstraße aus. „Laut Protokoll sollten die Royals die Ausstellung besuchen“, berichtet Kühn.

Er sei ein großer Prinz-Philip-Fan. „Ich mochte seinen Humor“, unterstreicht der Lilienthaler Galerist. Deshalb wolle er vor der anstehenden Beerdigung des Prinzen, an diesem Wochenende, noch einmal eine Geschichte erzählen. „Sie ist so charakteristisch für den Mann der Queen, und im Nachhinein bin ich froh, sie erlebt zu haben“, erzählt Kühn.

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Der Lilienthaler Künstler und Galerist Volker Kühn.

Foto: Maximilian von Lachner

Einige Tage vor dem Staatsbesuch rückte ein Spezialkommando für Sicherheit im Museum an. „Wir hatten einen Raum mit schwarzen Samtvorhängen gestaltet. Der Clou, es gab fünf große Objekte, bei denen man in die Unendlichkeit schauen konnte. Der Raum war stockdunkel.“ Also wurde der Saal inspiziert, die Kunstwerke auseinandergeschraubt. „Es wurde in die Kästen hineingeschaut, in allen Ecken waren Lautsprecher, alles wurde auseinandergenommen. Wie funktioniert dieser Zauber?“, fragten die Sicherheitsbeamten, erinnert sich der Künstler.

„Die fanden den Spiegelsaal ganz verrückt, aber schlussendlich, störten die Samtvorhänge.“ Der Raum musste dunkel sein. „Sonst funktionierte die Installation nicht“, so der Künstler. „Und hinter den Samtvorhängen hätte sich, trotz aller Vorkehrungen, immer jemand verstecken können. Das war die große Sorge. Jemand mit einem Messer oder sonst irgendwas.“ Das Risiko für die Queen war zu groß. „Aber, so sagten die Protokollführer und Sicherheitsleute, der Prinz könne sich die Ausstellung ruhig ansehen!“

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Galerist Volker Kühn ist sich nicht sicher, ob er sich die Beerdigung des Duke of Edinburgh am Sonnabend im Fernsehen anschaut. „Vielleicht krame ich auch einfach die alten Bilder der Ausstellung hervor.“ Philip habe die Ausstellung in der Böttcherstraße tatsächlich besucht. Kühn sei ihm allerdings nie persönlich begegnet.

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