Robocup-WM für Junioren Schüler aus Lilienthal startet bei Robotik-Weltmeisterschaft

Jonas Ropella aus Lilienthal und sein Teamkollege Moritz Decker haben an der Robotik-Weltmeisterschaft RoboCup 2021 teilgenommen. Beide besuchen das Ökumenische Gymnasium in Oberneuland.
30.06.2021, 10:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sabine von der Decken

Lilienthal/Oberneuland. Zu den Anfängern zählen sie schon lange nicht mehr. Das zeigt sich spätestens, wenn ÖG-Pikachu ins Spiel kommt. Denn dann geht ein anerkennendes Raunen durch die Reihen der internationalen Teams der Robotikszene. Seit 2015 programmiert der Lilienthaler Jonas Ropella (17) in der Robotic-AG des Ökumenischen Gymnasiums und ist Teil des Teams „ÖG-Pikachu“ gemeinsam mit seinem 16-jährigen Teamkollegen Moritz Decker. Beide haben bereits an verschiedenen internationalen Challenges wie EU-Championship in Italien, den kroatischen Meisterschaften und etlichen nationalen Wettbewerben teilgenommen. Beim German Open Robocup 2021 errang das ÖG-Team sogar den 2. Platz. Jetzt stand mit dem Robocup Junior 2021 Worldwide die Teilnahme an der Weltmeisterschaft auf dem Programm von Pikachu.

Schon früh beteiligten sich die jungen Programmierer an internationalen Wettbewerben. In Japan spielten sie 2017 gegen die Besten der Welt. „Und das sind die Asiaten“, berichtet Katja Cullmann, Leiterin der Robotic-AG. „Wir wussten, dass wir bei der WM keine Chance haben. Das Erleben stand im Vordergrund“, erinnert sich Jonas Ropella. Sie kamen zwar nur auf den vorletzten Platz, aber ihre Erfahrung, die sie während der WM sammelten, brachte ihnen im darauffolgenden Jahr den zweiten Platz bei den Europameisterschaften ein. „Im Vergleich zu den asiatischen Mannschaften hat Pikachu noch Aufholkapazitäten, im europäischen Rahmen aber haben sie ein beeindruckendes Niveau erreicht“, lobt Cullmann. Sie begleitete in der Robotic-AG die Anfänge von Jonas Ropella und Moritz Decker. „Jetzt aber“, so Lehrerin für Mathematik und Physik am ÖG, haben sich die Schüler der 10. und 11. Klasse soviel Fachwissen aufgebaut, dass auch sie „einfach raus ist“.

Höhere Chancen als beim letzten Mal

Für diese Weltmeisterschaft rechneten sich Jonas und Moritz vor ihrem Start in der Disziplin Cospace deutlich mehr Chancen als beim letzten Mal aus. Der 17-jährige Lilienthaler ging fest davon aus, dass sie dieses Mal einen besseren Platz als nur den vorletzten belegen würden. „Wir haben uns ordentlich verbessert“, sagte Moritz Decker wenige Tage vor der großen Herausforderung.

Die Idee über fußballspielende Roboter Kinder und Jugendliche weltweit für das Programmieren zu begeistern, war 1997 Auslöser für den Robocup-Wettbewerb. Das Besondere an der Weltmeisterschaft sei, so Lehrerin Katja Cullmann, dass seit mehr als 30 Jahren virtuelle Experimente zu realen Begegnungen führen. Nur in diesem Jahr war es anders. Die Meisterschaft wurde ausschließlich online gespielt. Trotzdem fand der Wettbewerb mit allen Teams statt.

Trainingsfreunde aus Kroatien

Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Jonas und Moritz mit den Disziplinen „cospace“ und „Rescue“, bei dem Roboter Punkte suchen, die für zu bergende Personen in unterschiedlichsten „Welten“ stehen. Diese Welten können eine Burg sein, aber auch ein Strand oder ein Flugzeug mit unterschiedlichsten Aufgabenstellungen, in die sich Pikachu während der Meisterschaft beamt. „In Fukushima wurden auch Roboter für die Suche nach Überlebenden eingesetzt“, erklärte Cullmann den Sinn der Programmierung von künstlicher Intelligenz. Supercomputer mit KI, so Katja Cullmann, folgen einer Reihe von 50 „Wenn-Dann-Entscheidungen“. „Es wäre arrogant zu sagen, dass so kleine Programme wie wir sie schreiben, einer vollen Intelligenz entspräche“, stellte Moritz richtig.

Für die meisten ihrer Bremer Freunde und Klassenkameraden sind die  Programmierungen von Moritz und Jonas „böhmische Dörfer“. Mit Kroatien pflegen die beiden Schüler via Skype eine Trainingsfreundschaft. Mit Kroaten, Taiwanesen, Brasilianern und anderen internationalen Gruppen gibt es überhaupt keine Verständigungsschwierigkeiten, denn Englisch und der Programmiercode sind die verbindende Sprache.

Team Pikachu zog in das Viertelfinale der Robocup-Weltmeisterschaft ein und belegte den sehr beachtlichen vierten Platz.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+