Bürgermeisterwahl Lilienthal Vereinsblatt macht Wahlkampf für CDU-Kandidaten

Die jüngste Ausgabe der Vereinsschrift "Der Worphauser" sorgt für Gesprächsstoff. Auf der Titelseite wird für die Bürgermeisterwahl eine klare Empfehlung ausgesprochen. Das findet im Dorf nicht jeder gut.
01.10.2022, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Vereinsblatt macht Wahlkampf für CDU-Kandidaten
Von Lutz Rode

Lilienthal. In seinem Heimatdorf Worphausen kann sich Marcel Habeck offenbar auf die Unterstützung der örtlichen Vereine verlassen. Gerade erst ist in ihrem Namen die neueste Ausgabe des Heftes "Der Worphauser" verteilt worden. Auf der Titelseite findet sich ein Foto vom 32-jährigen CDU-Kandidaten, der am 9. Oktober zur Stichwahl um den Bürgermeisterposten antritt. "Er gehört ins Rathaus", steht darunter. Auch Namensvetter und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat es auf Seite 1 geschafft. Dem Grünen-Politiker schlagen allerdings weniger Sympathien entgegen, eher fühlt man sich von ihm gegängelt. "Worphausern muss man nicht erzählen, wie gespart wird - weil sie es können!", verkündet das Blatt.

Bernd von Salzen verfasst die Texte für den Worphauser. Das Heft hat eine gedruckte Auflage von 210 Exemplaren und kann auch über die Homepage heruntergeladen werden. Seit 2019 erscheint die Schrift vier Mal im Jahr, um die Dorfbewohner über das Vereinsleben und Menschen aus der Nachbarschaft auf dem Laufenden zu halten. Mit dabei ist der Sportverein, die Landjugend, die Worphüser Heimotfrünn, der Schützenverein, die Oll'n Handwarkers, die Theatergruppe "De Worphüser" sowie die örtliche Feuerwehr. Wie die Titelseite aussieht und was drauf steht, erfahren die Vereine vorab nicht. "Das nehme ich auf meine Kappe. Ich kenne Marcel Habeck persönlich und halte viel von ihm", sagt von Salzen. 

Dass sich ein Sprachrohr der Vereine derart positioniert, gefällt nicht jedem im Dorf. Fragt man die Kreistagsabgeordnete und Sprecherin des Lilienthaler Grünen-Ortsvereins Erika Simon, sagt sie, sie hätte sich mehr Zurückhaltung gewünscht, so sehr sie die Arbeit von Bernd von Salzen auch zu schätzen wisse. Ein großes Ding daraus zu machen, hält die Worphauserin allerdings für übertrieben, dafür sei die Reichweite der Vereinsschrift doch zu begrenzt.

Ob Marcel Habeck Wahlkampfhilfe dieser Art in Worphausen überhaupt nötig hat, darf  bezweifelt werden, wenn man die Ergebnisse des ersten Wahldurchgangs betrachtet: Denn für ihn scheint Worphausen eine sichere Bank zu sein. Der Stimmenanteil von fast 59 Prozent im Wahlbezirk Worphausen I und die knapp 54 Prozent im Wahlbezirk Worphausen II vom 18. September sprechen eine klare Sprache, auch wenn die Wahlbeteiligung mit 34 und 36 Prozent extrem niedrig ausfiel. Grünen-Gegenkandidat Kim Fürwentsches lag in der Wählergunst hinten, dafür punktete er aber in seinem eigenen Dorf Heidberg. Er holte dort 61 Prozent der Stimmen. So weiß jeder offenbar seinen Heimvorteil zu nutzen.

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