Mitglieder stimmen für Auflösung Aus für die Lilienthaler Verkehrswacht

Die Verkehrswacht Lilienthal wird es bald nur noch in den Geschichtsbüchern geben. Die Mitglieder stimmten in einer Befragung für die Auflösung des Vereins. Zuvor war die Neuaufstellung der Spitze gescheitert.
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Von André Fesser und Christiane Seeger

Lilienthal. Die Mitglieder der Verkehrswacht Lilienthal haben sich mehrheitlich für die Auflösung ihres Vereins ausgesprochen. Im Rahmen einer Briefwahl hatten 37 von 63 Mitgliedern ihre Stimme abgegeben. 28 von ihnen haben für die Auflösung votiert, wie Schriftführer Manfred Fock mitteilte. Damit sind die erforderlichen Mehrheiten erreicht worden und das Ende der Verkehrswacht Lilienthal ist so gut wie besiegelt. Das Ergebnis der Abstimmung will die Vereinsspitze nun an das für die Vereinsregistereinträge zuständige Gericht in Walsrode weiterleiten, das den Verein, wie es heißt, beenden wird.

Der Abstimmung vorausgegangen war eine erfolglose Suche nach einer neuen Vereinsspitze. Wie berichtet, hatten die drei Vorständler Horst Beiermann, Torben Meyer und Manfred Fock schon zu Jahresbeginn erklärt, für ihre Ämter nicht erneut kandidieren zu wollen. Einzig Kassenwart Christoph Meyer war zum Weitermachen bereit gewesen. Bis zur coronabedingt in den Spätsommer verschobenen Mitgliederversammlung fand sich aber niemand, der an die Stelle der anderen drei treten wollte, sodass sie bis auf Weiteres im Amt blieben.

Daraufhin hatte der für die Region zuständige Gebietsbeauftragte der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Winfried Reimann, die benachbarten Verkehrswachten im Landkreis Osterholz zusammengerufen, um eine Lösung zu erarbeiten, die den Fortbestand der Verkehrswacht in Lilienthal sichert. Allerdings sei keiner der Vereine zu einer Fusion bereit gewesen. Da auch die Beteiligung an den Mitgliederversammlungen mit sechs bis acht Personen zuletzt eher gering war, war der Vorstoß der Vereinsspitze zur Auflösung der logische Schritt.

Aus Sicht von Schriftführer Manfred Fock ist das eine bedauerliche Entwicklung. „Es ist schade, dass es uns trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, für Bewegung zu sorgen“, sagte Fock, der sich in den vergangenen Jahren vor allem für bessere Verkehrsbedingungen für Radfahrer eingesetzt hatte. Viele radfahrende Kinder dürften ihn auch von den Verkehrssicherheitskontrollen an den Grundschulen kennen. Dieses Angebot wird es nach einer Auflösung der Verkehrswacht in Lilienthal nicht mehr geben, sagt Fock.

Mit Bedauern reagierte auch Vereinsmitglied Andrea Vogelsang auf das Abstimmungsergebnis, zumal mit der Verkehrswacht im Ort ein Akteur verloren gehe, der sich um die Verkehrserziehung in den Schulen gekümmert oder diese mit Material unterstützt habe. Vogelsang hatte sich vor der Mitgliederbefragung für den Erhalt des Vereins ausgesprochen und sich sogar selbst als mögliche Vorsitzende ins Spiel gebracht. Nachdem das Ergebnis nun aber feststehe, sei das Auflösungsverfahren nicht mehr zu stoppen und die Gründung eines neuen Vereins wiederum wäre mit hohem Aufwand verbunden. Aus ihrer Sicht ist die Abstimmung voreilig auf den Weg gebracht worden: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir mehr Zeit bekommen hätten, um den Verein neu aufzustellen.“

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