Verkehrswacht Lilienthal

Zukunft der Verkehrswacht offen

Der Vorstand der Verkehrswacht in Lilienthal bleibt vorerst im Amt, obwohl er sich zurückziehen wollte. Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung haben sich keine Nachfolger gefunden.
17.08.2020, 12:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Christiane Seeger
Zukunft der Verkehrswacht offen

Beraten die Zukunft der Verkehrswacht Lilienthal: Manfred Fock (links) und Horst Beiermann (rechts) mit dem Gebietsbeauftragten Winfried Reimann.

Christiane Seeger

Lilienthal. Die Corona-Pandemie hat der Verkehrswacht Lilienthal ein wenig Aufschub beschert: Die ursprünglich für Ende März geplante Jahreshauptversammlung fand jetzt in Murkens Hof statt. Schon zu Jahresbeginn hatte der 1. Vorsitzende, Horst Beiermann, mitgeteilt, für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung zu stehen. Auch sein Stellvertreter Torben Meyer und Schriftführer Manfred Fock traten nicht wieder an. Eine neue Spitze hat der Verein aber dennoch nicht bekommen, denn Nachfolger für die drei Verkehrswächter fanden sich an diesem Abend keine. Damit ist die Zukunft des Vereins offen.

Von den 63 Mitgliedern der Verkehrswacht waren gerade einmal sechs stimmberechtigte Mitglieder anwesend. Als Vertreter der Landesverkehrswacht Niedersachsen war der zuständige Gebietsbeauftragte, Winfried Reimann, zu Gast. Horst Beiermann, seit 2014 im Amt, begrüßte die Anwesenden zur „wahrscheinlich vorletzten Sitzung der Verkehrswacht Lilienthal“. Nach einer Erkrankung habe der 80-Jährige die praktische Arbeit an den Schulen nicht mehr durchführen können. Er dankte Manfred Fock für seinen außerordentlichen Einsatz im letzten Jahr.

Fock berichtete, dass die Arbeit der vergangenen Monate von der Pandemie beeinträchtigt war: Immerhin habe man die Unterlagen zur Fahrradprüfung der vierten Klassen noch vor dem Lockdown an rund 220 Schülerinnen und Schüler verteilen können. Die Prüfungen selbst seien jedoch nicht mehr erfolgt. Dafür habe es begleitende Materialien im Internet gegeben. Auf Initiative zweier Lehrer der Grundschule Falkenberg hätten außerdem Spaziergänge mit Erstklässlern stattgefunden. Die Kinder hätten in Gruppen den realen Straßenverkehr erlebt und sich über die leuchtende Warnweste gefreut.

Auch die Verkehrssituation in Lilienthal war ein Thema. Manfred Fock hat wie berichtet ein paar neuralgische Punkte im Straßenverkehr ausgemacht, die er für verbesserungswürdig hält. Seine Vorschläge seien zum Teil identisch mit den Forderungen des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club). Die Verkehrswächter wünschen sich eine bessere Markierung der Strommasten der Straßenbahn, die sich zum Teil auf dem Radweg befinden. Die hohen Schwellen an den Bürgersteigen sind für die Experten schon lange ein Ärgernis. Schlafampeln würden den Verkehrsfluss begünstigen, unklare Vorfahrtsregelungen müssten aber geklärt werden. Die Bemühungen der Verkehrswacht seien bei der Gemeinde Lilienthal bislang aber nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen.

Beim Tagesordnungspunkt Wahlen erfolgten keine Abstimmungen, da zu den freien Vorstandsposten keine Kandidaturen vorlagen. Einzig Kassenwart Christoph Meyer war zur Wiederwahl bereit. Der Gebietsbeauftragte der Landesverkehrswacht, Winfried Reimann, stellte daraufhin klar, dass der Vereinsvorstand zumindest kommissarisch im Amt bleiben muss, bis eine Lösung gefunden wird. Dies sei im Vereinsrecht so vorgesehen. Er bat eindringlich darum, die Mitgliedsliste durchzugehen und infrage kommende Personen anzusprechen. Auch eine Fusion mit benachbarten Verkehrswachten oder weitere Kooperationen seien Möglichkeiten, die geprüft werden müssen. Eine Vereinsauflösung, betonte Reimann, könne nur als letztes Mittel gewählt werden.

Dazu wäre eine außerordentliche Mitgliederversammlung nötig. Um die Auflösung zu beschließen, müssen laut Satzung die Hälfte der Mitglieder erscheinen. Der Antrag, der vom Vorstand kommen müsste, wäre mit einer Zweidrittelmehrheit zu beschließen. So weit soll es aber keinesfalls kommen. Die jetzt kommissarisch weiterhin tätigen Vorstandsmitglieder erklärten, sich bemühen zu wollen, die Verkehrswacht am Leben zu erhalten. Die Lösungssuche hat damit begonnen.

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