Offene Ateliers Abstrakter Name für konkrete Inspiration

Kunstschaffende in Hambergen wollen sich von der Corona-Pandemie nicht unterkriegen lassen. Sie haben mit einer Aktion Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihre Ateliers gegeben.
24.09.2020, 05:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Palme

Lübberstedt. Nachdem die 18. Auflage der „CreARTour Hambergen“ für das Frühjahr Corona-bedingt abgesagt worden war, wollen Kunstschaffende in Hambergen zusammenhalten. „Wir lassen uns von der Pandemie nicht unterkriegen“, lassen fünf Künstler aus der Gemeinde verlauten. „Wir hatten ziemlichen Frust über die Absage“, sagt die Axstedterin Marlene Behrens. Ihre Lübberstedter Kollegen Susanne Siegmund, Holger Dammann sowie Daniela und Dieter Revink sind der gleichen Ansicht. Nach mehreren Treffen beschlossen die Künstler, mit Gründung von „LübbsAx-Art“ ihr eigenes Ding zu machen. Jetzt hatten sie alle zu einem „Tag der offenen Ateliers“ eingeladen.

Ihre Ausstellungen konnten oft im Freien stattfinden. Das half, dass Passanten schon von Weitem auf die Aktionen aufmerksam wurden. Das Atelier für Design von Marlene Behrens hatte einen kleinen Kunstmarkt an der Bahnhofstraße aufgebaut. Besucher fanden ihren Weg zum Schaffen der 34-Jährigen, indem sie in der Werkstatt hinter dem Schulungsraum einer Fahrschule vorbeischauten. „Ich probiere mich derzeit an der Keramik“, erläuterte Behrens ihre Tätigkeitsschwerpunkte. Den Besuchern fielen die zahlreichen Keramikarbeiten ins Auge. Dekorationsmaterial, Fliesen und Geschirr bestimmten das Bild. Alle möglichen Muster und Farben der Arbeiten erfreuten die Augen der Betrachter. Vieles war formschön und nützlich.

In ihrem Atelier „D7“ an der Denkmalstraße in Lübberstedt freuten sich Susanne Siegmund und Holger Dammann über interessierte Besucher. Holz- und Styrenedrucke, vermischt mit verschiedenen Farben und Materialien, bestimmen das aktuelle Tätigkeitsfeld von Susanne Siegmund. Dabei erscheint der Druck oftmals nur noch rudimentär und sorgt für interessante Abbildungen mit unscharfer Linienführung. Zurzeit beschäftigt sich Siegmund mit „genähten“ Bildern und Stoffgesichtern. Mit ausdrucksstarken Werken suche sie neue Herausforderungen.

Holger Dammann hat sich der Fotografie verschrieben. Besondere Makro-Aufnahmen erlauben ungewohnte Einblicke in die heimische Tierwelt. „Wilde Tiere bei der Beutejagd zu beobachten fasziniert mich“, erklärte Dammann. Er finde, „dass die Jäger still lauern und die Opfer leise sterben“. Selbst leblose Hüllen von Fliegen sind auf seinen Fotografien haarscharf abgebildet. Kürbisspinnen lauern auf Beute und Schwebfliegen konnte er beim Abflug ablichten. Der Fotokünstler verzichtet auf nachträgliche, elektronische Bildbearbeitung und erlaubt sich lediglich den nachträglichen Bildbeschnitt.

Ein breites Betätigungsfeld boten Daniela und Dieter Revink. In ihrem Landatelier an der Bogenstraße fanden die Besucher Inspirationen im abstrakten Expressionismus. Während sich Dieter Revink seit 15 Jahren das Material Ton mit Holz- und Glasarbeiten verbindet und sich in Drucktechnik probiert, beschäftigt sich Daniela Doreen Revink mit Malerei, Grafikdesign und Bildhauerei. Aktuell arbeitet sie mit Holzschnitten als Druckvorlagen für Monotypien. Zwei Druckplatten ergeben dabei ein Bild mit zwei Farben. „Ich lasse dem Zufall des Materialzustand auch Raum bei der Gestaltung“, sagte sie. Das erlaube den Sperrholzplatten auch Eigenheiten.

In allen Ateliers herrschte nach Angaben der Künstler reger Betrieb. „Wir hatten ständig Besucher aus der Region zu Gast“, freute sich Dieter Revink und bezeichnet die Aktion als Erfolg.

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